Cäcilie Cichonski zeigt ihre Ausstellung „The 5th Element“ mit abstrakter Malerei in der Galerie 64 Das Licht und seine Farben

Schwachhausen. „Nein, nicht wie der Film“, erwidert Cäcilie Cichonski lächelnd. Das sei ein sehr häufiges Missverständnis, deshalb vermeide sie auch stets die deutsche Übersetzung „Das fünfte Element“ bei ihrer jetzt durch Europa wandernden Ausstellung.
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Von Gerald Weßel

Schwachhausen. „Nein, nicht wie der Film“, erwidert Cäcilie Cichonski lächelnd. Das sei ein sehr häufiges Missverständnis, deshalb vermeide sie auch stets die deutsche Übersetzung „Das fünfte Element“ bei ihrer jetzt durch Europa wandernden Ausstellung. Im vorigen Jahr stellte die Hamburger Künstlerin zum Beispiel in Paris aus, bevor es sie für die kalte Jahreszeit in die Galerie 64 nach Schwachhausen verschlug. Galerist Thomas Wedemeyer ist ihre Kunst schon vor längerer Zeit ins Auge gefallen, und so kam es am vorigen Wochenende zur gut besuchten Vernissage der Ausstellung „The 5th Element“.

Gleich im Eingangsbereich stehen unübersehbar fünf Säulen, die mit den vier Elementen befüllt sind, um die sich die menschliche Existenz nach Meinung der alten Griechen dreht: Erde, Luft, Feuer und Wasser. Cichonski fügt dieser Reihe noch das Licht als fünftes Element hinzu. Die Farbe des Lichtes in ihren Bildern sei dabei verschieden, aber so gut wie nie Gelb. Das verwende sie nur sehr selten. „Es spricht nicht zu mir“, beschreibt sie ihre Empfindung. Blau hingegen ist in ihrer Kunst überall präsent.

Das Licht und seine Farben sei in jedem Kunstwerk anders und eng mit dem individuellen Gefühl des jeweiligen Betrachters verknüpft. „Ich möchte den sechsten Sinn animieren“, sagt Cichonski. „Ich möchte die Menschen aus dem Verkopften des Alltags herausholen.“ Auch deshalb seien ihre Bilder gegenstandslos. Da sind keine Dinge, die einen tagtäglich umgeben in ihren Bildern, sondern wilde Formen, die bestenfalls gedeutet aber nie klar definiert werden können. „Für jeden ist jedes Kunstwerk etwas anderes“, sagt die Künstlerin. Der Mensch solle sich an einem Bild erfreuen, an ihm zur Ruhe kommen und in die eigene innere Welt eintauchen.

Sie selbst tauche dafür beim Malen in die „Sphäre des Überweltlichen“ ein und lasse sich „von den unsichtbaren Energien der Welt leiten.“ Sie übersetze diese Energie am Ende in ihre Handschrift: Die Malerei mit Acryl auf Leinwand. „Ich stelle die Bewegung der Energien dar, so wie ich sie wahrnehme“, erklärt sie. Dies sei ein sehr schneller Prozess, der einen Fluss an Kreativität bräuchte. Genau deswegen habe Sie von Öl zu Acryl gewechselt: „Die Trockenzeit von Acryl ist viel kürzer.“ Das entspreche dem ungeplanten, spontanen Charakter ihrer Kunst.“ Skizzen mache sie keine. Dies würde dem Prinzip ihres Tuns widersprechen. Und wirklich fertig werde ein Bild erst durch den externen Betrachter: „Meine Bilder erfüllen und vollenden sich erst mit den Menschen, die die Wirkung in ihre Seele aufnehmen und innerlich weitergestalten“, sagt sie. Dies gestalte sich auch je nach Gemütsverfassung ganz unterschiedlich.

Wie Cäcilie Cichonski beim Malen in ihre Welt abtaucht, kann man am 14. Januar bei einem „Live-Painting“ in der Galerie 64 erleben. Dies ist auch für die Künstlerin eine Premiere. In ihrem eigenen Atelier in Hamburg habe sie so etwas zwar schon einmal gemacht, aber noch nie in einem derart öffentlichen Rahmen. „Ich freue mich zwar, aber für mich ist es im Grunde egal sein, wie viel Leute dabei sind“, räumt sie ein. „Denn ich bin dann eigentlich gar nicht da.“ Sie sei ao konzentriert auf ihre Kunst, dass sie die Welt und die Menschen um sich herum ganz vergesse.

Thomas Wedemeyer zeigt sich von der Kunst begeistert: „Ich mag ihre Leidenschaft und die einmalige Herangehensweise“, sagt der Galerist. „Das Ganze hat etwas höchst Spirituelles, aber ohne, dass die Kunst darunter leide“. Dem kann Gabriele Christiane Frei, selber Künstlerin aus Eisenach und heute Abend Besucherin der Vernissage nur beipflichten: „Der spirituelle Ausdruck und die künstlerisch-handwerkliche Ausführung beeindrucken und berühren mich.“ Sie habe Gänsehaut bekommen, als Sie erstmals für sich verstand, was für eine Tiefe sich hinter den Bildern verberge.

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