Förderkreis wirbt seit 1991 mit dem Vegesacker Jungen für den maritimen Stadtteil /Motto: "Nicht nur reden, sondern handeln" Das Maskottchen prangt sogar auf Bonbondosen

Während andere Fördervereine für gewöhnlich Institutionen oder Vereine unterstützen, haben sich die Mitglieder des Förderkreises Vegesacker Junge die Imagepflege eines ganzen Stadtteils auf die Fahne geschrieben. "Nicht nur reden, sondern handeln" lautete das Motto der Mitglieder, die den Verein im Jahr 1991 gründeten. Dafür belebten sie unter anderem die Figur des Vegesacker Jungen wieder. Er repräsentiert seither das maritime Städtchen an der Weser auf Messen, bei Eröffnungsfeiern, Auszeichnungen und Festen.
10.03.2012, 05:00
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Das Maskottchen prangt sogar auf Bonbondosen
Von Julia Ladebeck

Während andere Fördervereine für gewöhnlich Institutionen oder Vereine unterstützen, haben sich die Mitglieder des Förderkreises Vegesacker Junge die Imagepflege eines ganzen Stadtteils auf die Fahne geschrieben. "Nicht nur reden, sondern handeln" lautete das Motto der Mitglieder, die den Verein im Jahr 1991 gründeten. Dafür belebten sie unter anderem die Figur des Vegesacker Jungen wieder. Er repräsentiert seither das maritime Städtchen an der Weser auf Messen, bei Eröffnungsfeiern, Auszeichnungen und Festen.

Vegesack. Sie organisieren alljährlich den Neujahrsempfang mit dem Vegesacker Ortsamt, sammeln Spenden für Nordbremer Projekte und sehen sich als Teil des Kommunikationsnetzes in Bremen-Nord. 70 Mitglieder hat der Förderkreis Vegesacker Junge derzeit und "mehr sollen es auch nicht werden", sagt der Vorsitzende Ernst-Ludwig Neuenkirchen. Dabei gibt es durchaus Interessenten, die dem Verein gerne beitreten würden - anders als viele andere Vereine hat der Förderkreis keinerlei Nachwuchssorgen. "Wir haben sogar eine Warteliste", erzählt Neuenkirchen. Doch dem Vorstand ist es wichtig, dass die Anzahl der Mitglieder überschaubar bleibt. "Wir legen Wert darauf, dass der Kontakt untereinander persönlich bleibt", nennt der Vorsitzende den Grund. Das Maskottchen des Vereins, der Vegesacker Junge, hilft den Mitgliedern dabei, ihre Hauptziel zu verfolgen: Werbung für Vegesack zu machen. Als Logo, das der Karikaturist Volker Ernsting eigens für den Förderkreis gezeichnet

hat, prangt der Junge mit der Pudelmütze mittlerweile auf Bonbondosen, Postkarten, Mützen und T-Shirts.

Im Jahr 1956 wurde die Figur des Vegesacker Jungen erstmals zum Leben erweckt. Willy Schmalz, damals Pächter der Strandlust, hatte die Idee, zur Eröffnung des Vegesacker Marktes einen "echten" Vegesacker Jungen zu wählen. Er lud die Öffentlichkeit in seine Gaststätte ein; das Publikum wählte am 25. August Walter Norzel. "Die Kandidaten mussten damals drei Grundbedingungen erfüllen", erzählt Neuenkirchen. "Sie mussten aus Vegesack kommen, plattdeutsch sprechen und musikalisch sein." Inzwischen haben sich die Anforderungen an die Vegesacker Jungen ein wenig verändert. "Wichtig ist, dass sie gut vor Publikum sprechen können und Ortskenntnisse besitzen", beschreibt der Vorsitzende die Bedingungen. Bei der Wahl müssen sich die Bewerber den Fragen des Förderkreis-Vorstands stellen. Maximilian Neumeyer und Ralf Busch, die seit 2007 amtierenden Vegesacker Jungen, beantworteten unter anderem die Frage: Welche Sehenswürdigkeiten sollte ein Vegesacker Junge einer Reisegruppe zeigen?

Maximilian Neumeyer erinnert sich: "Ich habe damals gesagt, dass Vegesack den ältesten künstlichen Hafen hat." Der 22-Jährige hat seither zahlreiche öffentliche Auftritte absolviert. Die Aufgaben teilt er sich mit Ralf Busch. Für die Bürgerpark-Tompola verkauft er im Haven Höövt beispielsweise am heutigen Sonnabend Lose mit Bürgermeister Jens Böhrnsen. "Im Mai sitze ich in derJury für die Pappbootregatta und im Juni steht wieder die Eröffnung des Hafenfests an", zählt Maximilian Neumeyer weitere Termine auf. Auch das Kutterpullen beim Festival Maritim begleitet der Vegesacker Junge traditionell. "Das organisieren wir seit 1999", sagt Neuenkirchen. Die Eröffnung und Beerdigung des Vegesacker Marktes liegt ebenfalls noch immer in der Hand des Vegesacker Jungen. "Es macht mir viel Spaß und die Aufgabe hat mir auch persönlich viel gebracht", resümiert Neumeyer, der sich bereits in seiner dritten Amtszeit befindet. Ans Aufgeben, so der Vegesacker Junge, denke er noch lange nicht.

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