Afrika inspiriert

Das Musical "Baobab" entführt die Gäste ins Reich der Löwen

Die Oberschule Sebaldsbrück brachte zum Schuljahresabschluss ein Mammutprojekt auf die Bühne.
29.06.2018, 17:40
Lesedauer: 3 Min
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Von Martin Ulrich
Das Musical "Baobab" entführt die Gäste ins Reich der Löwen

Tiere aus der Savanne und anderen Regionen Afrikas bevölkern die Oberschule.

PETRA STUBBE

Eigentlich müsste man „Elefantenprojekt“ sagen, denn wir befinden uns an diesem Tag in Afrika. Ein Baobab ist ein Affenbrotbaum. Er wächst in der trockenen Savanne südlich der Sahara. Besonders Paviane und Elefanten schätzen seine vitaminreichen Früchte. Das alles lernten die Mädchen und Jungen in einem Projekt an der Oberschule Sebaldsbrück.

Begonnen hat das Projekt mit einer Chorprobe vor etwa einem Jahr. Peter Friemer, der damals neue Musiklehrer, hatte begonnen, afrikanische Themen musikalisch zu bearbeiten. Das stieß in der Schule auf Interesse. Immer mehr Schülerinnen und Schüler und Lehrer wollten mitmachen und boten an, sich einzubringen. So entstand nach und nach der Plan, die einzelnen Themen in einem Musical zu vereinen. Es sollte die Geschichte eines kleinen Löwen werden. Löwen leben in Gruppen, denen ein alter, kräftiger Löwe vorsteht. Dieses Gruppenoberhaupt nennt man auch König. In der Geschichte bekommt der König einen Sohn, der auch einmal König werden soll. Der Kleine muss eine Reihe harter Lehren bewältigen, er wird verstoßen, zurück gebeten und schließlich selbst zum Chef, gleichsam zum König. Dieser König bekommt dann einen Sohn, der … Und die Moral von der Geschichte lautet: „Die Zeit eines Regenten kommt und geht, wie die Sonne.“ Und so ist das auch mit großen Projekten.

Es dauerte gar nicht lange und schon war jede Klassenstufe eingebunden. Es wurde musiziert, wurden Dekorationen entworfen, Masken gebaut, das Schminken geübt, die Bühnentechnik entworfen und zusammengestellt, und es wurde geprobt, geprobt und noch einmal geprobt. Am Ende gab es zwei Aufführungen – eine am Vormittag für Schülerinnen und Schüler anderer Schulen und eine am frühen Abend für die Eltern der Kinder und Jugendlichen.

Die Aula der Oberschule ist für 200 Zuschauer ausgelegt, doch schon am Vormittag fanden sich circa 250 Gäste ein. Die Aula war rappelvoll. Die Nervosität der Mädchen und Jungen und Lehrer war gleichsam mit den Händen zu greifen. Große und Kleine eilten hin und her, schon im Eingangsbereich der Schule war die kreative Stimmung spürbar.

Im ersten Raum spuckte ein Vulkan reichlich Aschewolken in Form von Disko-Nebel in den Himmel. Aufgemalte Lava floss herunter. Das Modell war ausgesprochen gut gelungen. Überall wanderten Tiere der Savanne umher, ein Zebra, ein Elefant, eine Giraffe, Löwen und anderes, überwiegend zahmes Raubgetier. Weil ja der Dschungel nicht mehr weit ist, stromerten auch grüngesichtige Waldwesen umher, lächelten kurz und waren schon wieder verschwunden. Im Vorraum zur Aula war eine Dschungel-Bar aufgebaut. Dort wurden köstliche Cupcakes und Kaffee angeboten. Schulleiterin Claudia Bundesmann präsentierte sich stilecht im perfekten Ranger-Outfit.

Die verschiedenen Bands, Orchester und Chöre der einzelnen Klassenstufen machten Musik. Die Darsteller sangen, tanzten und spielten unter dem jubelnden Beifall des Schülerpublikums. Außer einem wurden alle Stücke live gesungen und gespielt.

Die szenischen Hintergründe wurden ganz modern per Videoprojektion eingespielt. Da gab es Szenen aus der Savanne, vom Dschungel, es erschienen Bilder von Löwen, Hyänen und anderen Tieren der Savanne. Zu einzelnen Liedern spielte der künstlerische Leiter Klavier. Alle gaben sich große Mühe, die Aufführung zu einem Erlebnis werden zu lassen. Die Projektionsflächen waren mehrgeteilt. Eine Anzahl weißer Tafeln gaben die Bilder heller und präziser wieder, als der allgemeine Hintergrund. Solch eine einfache Bühnentechnik einer Aula lässt naturgemäß Wünsche offen – aber die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeiten voll ausgereizt.

Nach dem Schlussapplaus folgte eine musikalische Zugabe, und dann bat Peter Friemer alle Beteiligten auf die Bühne. Da wurde noch einmal deutlich, wie viele Akteure an der Produktion beteiligt waren. Die Bühne war so voll, da passte kein Blatt mehr dazwischen. Baobab war ein voller Erfolg.

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