Verständnis

Das sagen Bremer Bundestagsabgeordnete zu den Bauernprotesten

Parteiübergreifend hat man Verständnis für die Sorgen der Bauern. Während Grüne und Linke die Schuld bei der Bundesregierung sehen, fordert die CDU-Abgeordnete mehr Respekt für die Landwirte.
17.01.2020, 21:39
Lesedauer: 2 Min
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Von WK
Das sagen Bremer Bundestagsabgeordnete zu den Bauernprotesten

4000 Trecker und über 4000 Bauern demonstrierten in Bremen

Niklas Golitschek | www.niklas-golitschek.de
Sarah Ryglewski (SPD)

Sarah Ryglewski (SPD)

Foto: Karsten Klama

Sarah Ryglewski (SPD)

„Wir brauchen eine zukunftsfähige und nachhaltige Landwirtschaft, die hochwertige Lebensmittel erzeugt, die Existenz der Betriebe sichert und gleichzeitig Rücksicht nimmt auf Tierwohl, Biodiversität und Umwelt. Dafür brauchen die Landwirte Unterstützung, genauso wie bei der Bewältigung der jetzt schon spürbaren Folgen des Klimawandels. So plant das Bundesfinanzministerium aktuell steuerliche Erleichterungen, durch die sich Bauern günstiger gegen Dürreschäden versichern können.“

Elisabeth Motschmann - CDU - MdB

Elisabteth Motschmann (CDU)

Foto: Christina Kuhaupt

Elisabeth Motschmann (CDU)

„Ich verstehe die Sorgen der Landwirte sehr gut. Viele Landwirte kämpfen seit Jahren ums Überleben. Sie sollen zu Tiefpreisen Höchstleistung erbringen, sollen investieren, aber ohne Plansicherheit. Auflagen, Bürokratie und Vorurteile aus Teilen von Gesellschaft und Politik sorgen für Unsicherheit und Frustration. Viele reden über sie, aber nicht mit ihnen. Landwirte sind Fachleute mit staatlicher Ausbildung. Es kann nicht sein, dass Landwirte als Klimakiller diffamiert werden. Der Bauernprotest in Bremen und anderen Städten zeigt, dass sie mehr Wertschätzung in der gesellschaftlichen Debatte verdient haben. Wir müssen die Landwirte stärker unterstützen.“

Kirsten Kappert-Gonther (Grüne)

Kirsten Kappert-Gonther (Grüne)

Foto: Benjamin Pritzkuleit

Kirsten Kappert-Gonther (Grüne)

„Wir brauchen die Agrarwende, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten. Das gelingt nur mit den Bäuerinnen und Bauern gemeinsam. Als Biostadt geht Bremen bei der Ernährungswende voran. Die Landwirtschaft ist von der Klimakrise besonders betroffen, sie muss ihren Teil zum Klimaschutz beitragen. Daher muss die CO2-Bepreisung auch landwirtschaftliche Produkte einbeziehen. Die Politik muss bäuerlichen Betrieben eine verlässliche Zukunft ermöglichen. Die Frustration der Protestierenden ist die Folge der gescheiterten Politik der Bundesregierung, die zum Hofsterben führt. Statt auf Großbetriebe und Exporte zu setzen, müssen ökologische Betriebe und Tierschutz gefördert werden. Die EU-Agrarfördermittel müssen umgesteuert, die Tierzahlen reduziert und die Düngeflut gestoppt werden.“

Doris Achelwilm  - MdB - Die Linke

Doris Achelwilm (Linke)

Foto: Christina Kuhaupt

Doris Achelwilm (Linke)

„Die Wut der Bauern ist verständlich. Landwirtschaftliche Betriebe sollen möglichst billig produzieren, viele gehen unter dem Kosten-, Profit- und Bürokratiedruck kaputt. Das Höfesterben ist ein gesellschaftliches Problem, nicht nur das der Bauern, und weil ich selbst vom Land komme, weiß ich, dass Verständnis und Solidarität häufig fehlen. Die Bundespolitik verschärft das Problem, wenn sie Kosten des Klimaschutzes nach unten durchreicht und Betriebe nach Größe subventioniert statt nach ökologischen oder sozialen Kriterien. Als Linke kämpfen wir für die Zukunft regionaler Betriebe. Landwirtschaft darf keine Sache von Großinvestoren sein, die Flächen als Spekulationsobjekt einkaufen.“

Frank Magnitz

Frank Magnitz (AfD)

Foto: DPA

Frank Magnitz (AfD)

„Ich habe volles Verständnis für die Proteste unserer Landwirte, und die Landwirte haben meine volle Unterstützung. Gegen die derzeitige Regierungspolitik heißt es sowohl in den Parlamenten als auch auf der Straße deutliche Zeichen zu setzen. Unlängst war auf einem Traktor zu lesen: Lässt GroKo unsere Bauern sterben wird AfD die Stimmen erben. Schön, dass die ersten Landwirte verstanden haben, wer in der Politik ihre letzten Freunde sind.“

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