Knapper Sieg für Annegret Kramp-Karrenbauer Das sagen CDU-Mitglieder aus Bremen und Niedersachsen zur neuen Parteichefin

Nach 18 Jahren wurde Angela Merkel am Freitag als CDU-Parteivorsitzende abgelöst. Neue Vorsitzende ist Annegret Kramp-Karrenbauer. Wir haben Stimmen von CDU-Politikern aus Bremen und der Region eingefangen.
07.12.2018, 12:23
Lesedauer: 3 Min
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Von Peter Mlodoch Hans-Ulrich Brandt

Die CDU wird erneut von einer Frau angeführt: In einer spannenden Stichwahl wurde Annegret Kramp-Karrenbauer zur neuen Bundesvorsitzenden gewählt. Die Delegierten des Parteitags kürten die bisherige CDU-Generalsekretärin am Freitag in Hamburg mit knapp 52 Prozent der Stimmen zur Nachfolgerin von Angela Merkel. Für den früheren Fraktionschef Friedrich Merz entschieden sich gut 48 Prozent der Delegierten. Gesundheitsminister Jens Spahn war im ersten Wahlgang mit einem achtbaren Ergebnis ausgeschieden.

Nach ihrer Wahl bat Kramp-Karrenbauer sowohl Merz als auch Spahn, dem neuen Führungsteam der CDU zur Verfügung zu stehen. „Ich hoffe“, so die neue Parteichefin, „wir arbeiten gemeinsam daran, die CDU wieder starkzumachen“. Die beiden Mitbewerber um den Parteivorsitz nahmen das Angebot unter großem Beifall der Delegierten an. Ein Vorschlag, wer denn neuer Generalsekretär werden soll, wollte Kramp-Karrenbauer zu einem späteren Zeitpunkt machen.

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Der Bremer Landesvorsitzende Jörg Kastendiek sagte im Gespräch mit dem WESER-KURIER: „Das Ergebnis freut mich. Alle drei Kandidaten haben mich begeistert. Das zeigt die ganze Bandbreite unserer Partei.“ Es sei gut, dass alle drei jetzt in irgendeiner Rolle in der CDU weitermachen wollten. Kastendiek bekannte sich dazu, Kramp-Karrenbauer im zweiten Wahlgang gewählt zu haben.

Elisabeth Motschmann, Mitglied im CDU-Bundesvorstand, gab ihr Votum ebenfalls für AKK ab. „Sie wird die Partei in eine gute Zukunft führen. Sie steht für Aufbruch“, sagte die Bundestagsabgeordnete. Kramp-Karrenbauer sei „eine großartige Politikerin“, die gezeigt habe, „dass sie Wahlen gewinnen kann“. Der stellvertretende Landeschef Jens Eckhoff hatte ebenfalls AKK unterstützt. Mit ihr werde „die CDU weiter Wahlen in der Mitte gewinnen und durch überzeugende Argumente die populistischen Ränder schwächen“, sagte er.

Wen sie gewählt hatte, wollte hingegen Christine Schnittker, Delegierte aus Bremerhaven, nicht verraten. Das Ergebnis nannte sie „fair“. Sie hätte sich „sowohl von AKK als auch von Friedrich Merz gut repräsentiert gefühlt“. Bernd Neumann, CDU-Ehrenvorsitzender in Bremen, machte keinen Hehl daraus: „Ich habe mit Überzeugung Merz gewählt, aber AKK ist eine gute Alternative. Das ist okay.“ Er habe „ein knappes Ergebnis erwartet, aber andersrum“, sagte der langjährige Landeschef.

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CDU-Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder, auf dem Parteitag Gast und kein Delegierter, lobte den parteiinternen Wettbewerb. „Es hat mich sehr berührt, wie fair Friedrich Merz mit seiner Niederlage umgegangen ist. Ich sehe keine Spaltung in der CDU. Ich hätte mit beiden gut Kandidaten leben können. Es unterstützt uns im Wahlkampf, wenn die Bundes-CDU weiter so kämpferisch bleibt und die Große Koalition stabil bleibt“, sagte er dem WESER-KURIER .

Zufriedene Reaktionen auch aus Niedersachsen. Enak Ferlemann aus Cuxhaven, Verkehrsstaatssekretär in Berlin, sagte: „AKK hat sehr glaubhaft die Seele der Partei getroffen und ein gutes Konzept präsentiert, wie sie die CDU in die Zukunft führen will.“ Lilienthals Bürgermeister Kristian Tangermann sprach von einem „Signal unserer Geschlossenheit“. Sykes Vizebürgermeisterin Edith Heckmannn erwartet jetzt von AKK, „dass sie das einhält, was sie versprochen hat“. Ziel müsse es sein, „die CDU wieder über 40 Prozent zu bringen“.

Am Mittag hatten die Delegierten und das Präsidium Angela Merkel mit knapp zehn Minuten langem stehenden Applaus und einem kurzen Video gedankt. Immer wieder brandete Jubel auf. Viele CDU-Mitglieder im Saal hielten Schilder mit der Aufschrift „Danke Chefin für 18 Jahre CDU-Vorsitz“ hoch. Merkel hatte sich zuvor in einer Rede mit den Worten „Es war mir eine große Freude. Es war mir eine Ehre“ in ihrer letzten Rede als Vorsitzende von ihrer Partei verabschiedet. Schmunzelnd sagte sie: „Für meine Verbundenheit mit der CDU brauche ich keinen Vorsitz. Und Bundeskanzlerin bin ich ja auch noch.“ Merkel hatte 1990 in ihrer Geburtsstadt Hamburg als Delegierte ihre erste Rede auf einem CDU-Parteitag gehalten.

++ Dieser Artikel wurde um 22.08 Uhr aktualisiert. ++

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