Indigene Völker aus Neuseeland

Das sind die Māori und Moriori

Zwei neuseeländische Völker erhalten vom Bremer Überseemuseum Gebeine zurück. Doch wer sind die Māori und Moriori? Ein Überblick.
18.05.2017, 13:34
Lesedauer: 2 Min
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Das sind die Māori und Moriori
Von Carolin Henkenberens
Das sind die Māori und Moriori

Māori sind die Ureinwohner Neuseelands. Es handelt sich um ein Volk polynesischer Herkunft, das etwa ab 1500 auf neuseeländischen Inseln siedelt. Die Māori hatten sich auf Neuseeland als erste Einwanderer niedergelassen. Heute leben Schätzungen zufolge noch etwa 400.000 bis 600.000 Māori in Neuseeland, das sind zehn Prozent aller Einwohner.

In Deutschland sind sie den meisten vor allem bekannt wegen ihrer traditionellen Verzierungen im Gesicht. Das englische „Tattoo“ hat den Ursprung in dem polynesischen Wort „Tatau“.

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Zwei neuseeländische Völker erhalten vom Bremer Überseemuseum Gebeine zurück. Doch wer sind die Māori und Moriori? Ein Überblick.

Rechte für einen Fluss

Die Māori sollen einst mit Booten nach Neuseeland gelangt sein. Um ihre Ankunft im "Land der langen weißen Wolke", wie die Ureinwohner sagen, gibt es viele Legenden. Eine davon erzählt von einem Seefahrer namens Kupe, der die Insel einmal mit dem Segelboot umfuhr. Er habe seine Familie extra irgendwann aussteigen lassen, damit sie als erste Menschen das neue Land betreten und somit als Pioniere gelten.

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UTU

Westliche Siedler kamen erst sehr spät nach Neuseeland, James Cook etwa um 1770. Deshalb galten die Māori als eines der Völker, das unbeeinflusst von der Außenwelt lebte. Als immer mehr Europäer auf die Insel kamen, brachen Kämpfe zwischen ihnen und den Māori aus. Vor allem gegen die britischen Besatzer wehrten sich die Indigenen.

Foto: Arte/dpa
Heute sind die Māori ihren Ruf als Kannibalen los. Westliche Gäste werden mit einem Willkommensritual empfangen. Dies nennt sich Pōwhiri. Dazu gehören Reden, Tänze, Gesänge und schließlich...

Heute sind die Māori ihren Ruf als Kannibalen los. Westliche Gäste werden mit einem Willkommensritual empfangen. Dies nennt sich Pōwhiri. Dazu gehören Reden, Tänze, Gesänge und schließlich...

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...auch der traditionelle Nasenkuss – der Hongi. Hier ist Prinz Harry (links) bei einer Begrüßung mit Maori in Wellington zu sehen. Bei dem Nasenkuss lehnen die Beteiligten ihre Stirn aneinander und berühren sich sanft an der Nase.

...auch der traditionelle Nasenkuss – der Hongi. Hier ist Prinz Harry (links) bei einer Begrüßung mit Maori in Wellington zu sehen. Bei dem Nasenkuss lehnen die Beteiligten ihre Stirn aneinander und berühren sich sanft an der Nase.

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Die Māori haben sogar einen König (links). Tuheitia ist der Sohn des vorherigen Königs und bereits der siebte Monarch der Māori. Hier ist er beim Besuch des britischen Königshauses mit Charles und Camilla zu sehen.

Die Māori haben sogar einen König (links). Tuheitia ist der Sohn des vorherigen Königs und bereits der siebte Monarch der Māori. Hier ist er beim Besuch des britischen Königshauses mit Charles und Camilla zu sehen.

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Maori

Teil der Kultur: Augen verdrehen, Zunge rausstrecken und tanzen.

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Merkel in New Zealand

Die Sprache der Māori heißt übrigens Te Reo Māori und ist Amtssprache in Neuseeland. Allerdings sprechen nicht mehr alle Māori die Sprache. In Schulen und Kindergärten wird der Erhalt der Sprache deshalb gefördert.

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An der Nordspitze Neuseelands befindet sich das Cape Reinga. Die Maori glauben, dass ihre Verstorbenen hier von der Insel Abschied nehmen.

An der Nordspitze Neuseelands befindet sich das Cape Reinga. Die Maori glauben, dass ihre Verstorbenen hier von der Insel Abschied nehmen.

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Und wer sind die Moriori? 
 Während die Māori auf dem Festland zu Hause sind, lebten die Moriori ab etwa 1500 auf den Pazifikinseln Chatham Island und Pitt Island (rot umkreist auf der Karte), östlich der beiden Hauptinseln Neuseelands. 1835 fielen Māori in das Gebiet der Moriori ein. Heute gilt das Volk als ausgestorben. Es existieren jedoch noch Nachfahren.

Und wer sind die Moriori?


Während die Māori auf dem Festland zu Hause sind, lebten die Moriori ab etwa 1500 auf den Pazifikinseln Chatham Island und Pitt Island (rot umkreist auf der Karte), östlich der beiden Hauptinseln Neuseelands. 1835 fielen Māori in das Gebiet der Moriori ein. Heute gilt das Volk als ausgestorben. Es existieren jedoch noch Nachfahren.

Foto: Open Street Map
Exhibition of maori art and culture in Santiago de Chile

Es wird angenommen, dass sich die Moriori ihren Namen gaben, als die ersten Māori oder westliche Siedler nach Neuseeland kamen. Mit dem Namen wollten sie deutlich machen, dass sie einem anderen Stamm angehörten.

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