Neue Radio-Bremen-Fernsehserie startet

Das Team hinter den Gaunern

Am Montag startet die neue Fernsehserie „Unter Gaunern“ in der ARD. Etwa drei Jahre sind von der Idee bis zur Ausstrahlung vergangenen. Die Macher Bernhard Gleim, Annette Strelow und Andreas Menck wissen, wie kräftezehrend der Weg war.
26.01.2015, 00:00
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Das Team hinter den Gaunern
Von Alexander Tietz
Das Team hinter den Gaunern

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Montagabend startet die neue Fernsehserie „Unter Gaunern“ in der ARD. Etwa drei Jahre sind von der Idee bis zur Ausstrahlung vergangenen. Die Macher Bernhard Gleim, Annette Strelow und Andreas Menck wissen, wie kräftezehrend der Weg war. Ein Treffen mit den Köpfen, die hinter den Gaunern stecken.

In der Humboldtstraße wohnt die Kriminalität. Familie Schulz, Hausnummer 16. Opa Frans, Vater Bruno, Mutter Jette, und Sohn Robbie sind rechtschaffene Verbrecher. Die gesetzlose Familienidylle könnte perfekt sein, wenn, ja wenn sie nicht wäre: Betty, die Tochter. Sie ist vom rechten Weg der Kriminalität abgekommen und will heimlich ihren ersten Arbeitstag bei der Polizei antreten.

Betty ist das schwarze Schaf der Familie, oder vielmehr ein weißes unter vielen schwarzen Schafen. Fliegt ihr Doppelleben auf? Wird sie ihre Familie einbuchten müssen? Das ist der Stoff aus dem Vorabendserien in der ARD gemacht sind. Davon sind die Entwickler der Serie überzeugt. „Wir wollen Reibung erzeugen, Spannung und Witz“, sagt NDR-Redakteur Bernhard Gleim.

Wenige Tage nach der Kino-Premiere der neuen Vorabendserie „Unter Gaunern“, die ab morgen (18.50 Uhr) dienstags in der ARD ausgestrahlt wird, blickt Bernhard Gleim mit Redakteurin Annette Strelow und Regisseur Andreas Menck gelassen auf die kommenden Wochen. Sie haben ihr Werk, ihre Mischung aus Krimi, Komödie und Familienserie vollbracht. „Wir sind entspannt und wissen, ein gutes Paket anzubieten“, so Regisseur Menck.

In diesem Paket steckt Arbeit. Sehr viel Arbeit. Annette Strelow weiß das genau. Als Fernsehredakteurin schreibt sie das Drehbuch zwar nicht selbst, aber sie wacht unter anderem darüber, dass die Dramaturgie stimmt, die Kostüme passen, Kamera- und Lichttechnik funktionieren. Sie hält alles zusammen. Wenn man sie nach ihrem Verdienst fragt, weicht sie zurück, als wolle sie in den Hintergrund treten: „Alles, was entsteht, ist Teamarbeit.“

Die Macher der neuen ARD-Serie „Unter Gaunern“, die von morgen an im Vorabendprogramm läuft (v.l.): Andreas Menck, Bernhard Gleim und Annette Strelow.

Die Macher der neuen ARD-Serie „Unter Gaunern“, die von morgen an im Vorabendprogramm läuft (v.l.): Andreas Menck, Bernhard Gleim und Annette Strelow.

Und im Team ist vor etwa drei Jahren die Idee zur Serie entstanden. Eine Gaunerfamilie, in deren Mitte ein gesetzestreues Pflänzlein heranwächst, sollte es werden. Von Beginn an war dabei eine Frage entscheidend: Wer wird die Hauptdarstellerin? Die Produzenten wussten, dass davon der Erfolg abhängt. „Wenn wir nicht die richtige Darstellerin kriegen“, so Regisseur Menck, „brauchen wir nicht anzufangen.“

Die Suche nach einer geeigneten Kandidatin war zäh. Menck, Strelow und Gleim schauten sich Hunderte Videobänder an. Die richtige Kandidatin flimmerte nie über den Bildschirm. Lange Zeit war die Rolle unbesetzt. „Mehrere Monate ist man mit diesem Gedanken durch die Gegend gelaufen“, sagt Strelow. Dann plötzlich die Frage: Was ist mit Cristina do Rego? „Jeder von uns kannte sie. Und als der Name fiel, wussten wir: Sie ist es“, erzählt Menck.

Neben Cristina do Rego steht noch jemand im Rampenlicht. Es ist keine Person, es ist die Stadt: Bremen. Sehenswürdigkeiten wie das Weserstadion, das Rathaus und der Marktplatz tauchen in der Serie immer wieder auf. Für Regisseur Menck gehören diese Schauplätze dazu. Doch der 40-Jährige will auch weg von der Postkarten-Kulisse. Er wolle auch zeigen, was den Zuschauern im übrigen Deutschland unbekannt ist, sagt er.

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Andreas Menck wurde in Bremen geboren und lebt mit seiner Familie hier. Er kennt die Stadt, die Straßen und Plätze – das Café Sand oder die engen Straßen im Viertel. Menck zeigt all das, eben die Stadt wie er sie erlebt – und „nicht, wie man sie erwartet“, so der 40-Jährige.

Hauptdrehort war ein Haus in der Humboldtstraße, dort, wo Serien-Familie Schulz wohnt. Vier Wochen musste die Straße wegen Dreharbeiten gesperrt werden. Für die Anwohner war das keine Kleinigkeit. Aber Protest von den parkplatzsuchenden Autofahrern? Gab es nicht, sagt Strelow. „Weder vom Stadtamt noch von den Anwohnern kam Widerstand.“

Radio Bremen hat nach dem Aus der Fernsehserie „Drei mit Herz“ im Jahr 2001 erstmals wieder eine hauseigene Serie, dieses Mal mit der „X Filme Creative Pool GmbH“, produziert. „Wir beleben alte Gene“, sagt Executive Producer Bernhard Gleim . Im Gegensatz zu Berlin und Hamburg, wo sich unzählige Schauspieler und Produktionsfirmen tummeln, sei Bremen jedoch auf den ersten Blick keine ideale Serienstadt. Alles habe sich finden müssen. Auf den zweiten Blick hätten sich dann aber doch die Vorzüge der Hansestadt gezeigt. „Hier“, so Gleim, „sind Menschen noch nicht genervt, wenn sie Kameras und Schauspieler sehen“.

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