Finanzamt pfändet Einnahmen Das Waldau-Theater steckt in der Klemme

Bremen. Alles nur Theater oder ein Problem, das so handfest werden könnte, dass irgendwann der Vorhang fällt? Wieder einmal, so scheint es, steckt das Waldau-Theater in finanziellen Schwierigkeiten. Dem Finanzamt ist jetzt offenbar der Kragen geplatzt.
19.02.2011, 05:00
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Das Waldau-Theater steckt in der Klemme
Von Jürgen Hinrichs

Bremen. Alles nur Theater oder ein Problem, das so handfest werden könnte, dass irgendwann der Vorhang fällt? Wieder einmal, so scheint es, steckt das Waldau-Theater in finanziellen Schwierigkeiten. Das Finanzamt lässt die Einnahmen pfänden, wird aus sicherer Quelle berichtet. Hintergrund sind langjährige Steuerstreitigkeiten. Der Behörde ist jetzt offenbar der Kragen geplatzt. Es geht dem Vernehmen nach um so hohe Summen, dass die Existenz der Einrichtung in Walle auf dem Spiel stehen könnte.

Thomas Blaeschke, Leiter der Bremer Musical Company und Eigentümer des Theatergebäudes, bestätigt die Probleme mit dem Fiskus: "Beim Antrag auf Gemeinnützigkeit ist uns ein Fehler unterlaufen, wir müssen deshalb Umsatzsteuer nachzahlen." Einen fünfstelligen Betrag, der allein vielleicht noch zu stemmen wäre. Doch Blaeschke drückt es eigenen Angaben zufolge noch woanders: "Ich habe für das Haus keine Grundsteuer gezahlt", sagt der Theatermann. Nach seinen Berechnungen wären es 18.000 Euro pro Jahr gewesen. Übernommen hatte er das Haus vor fünf Jahren.

Blaeschke, ein Steuer-Rebell? Nein, es gibt andere Gründe, so sagt er es jedenfalls: "Wenn es ein öffentliches Interesse an dem Theatergebäude gibt, kann die Grundsteuer erlassen werden." Eine Regelung, die von der Finanzbehörde gestern nicht mehr bestätigt werden konnte: Erstens, ob es sie überhaupt gibt, und zweitens, ob sie auf das Waldau-Theater angewandt werden könnte. Blaeschke hat demnach quasi im Vorgriff gehandelt und bekommt dafür jetzt offenbar die Quittung. Das Finanzamt hält sich an seinen Einnahmen gütlich.

So richtig anfechten lässt sich der Musical-Chef davon aber nicht. "Unsere Zukunft ist gesichert", sagt er. Es gebe Zusagen von Sponsoren, die allerdings erst dann eingelöst werden könnten, wenn das Theater den Status der Gemeinnützigkeit erhalten habe. Und der Spielbetrieb laufe so erfolgreich, dass im vergangenen Jahr ein "großes Plus" erreicht worden sei.

Blaeschke hatte das Theater für 650.000 Euro erworben und muss nach eigenen Angaben für das geliehene Geld vorerst keinen Abtrag leisten - eine Spende des Kreditgebers. Jetzt plant er, das Gebäude zu verkaufen und hat offenbar auch schon einen festen Interessenten. Die Musical Company würde als Mieter das Erdgeschoss nutzen, so ist der Plan.

Das Kulturressort hielt sich am Freitag zurück: "Das ist eine rein private Geschichte", sagte ein Sprecher.

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