Handballerinnen-Auswahl der Bremer Polizei auf Platz drei bei der Deutschen Meisterschaft 'Das war der pure Wahnsinn'

Bremen. Alle wollten ihn anfassen, einige ihn unbedingt auch küssen: Kein Wunder, schließlich ist es in den vergangenen 30 Jahren des Bremer Polizei-Handballs noch nie vorgekommen, dass eine Auswahl auf dem Treppchen der Deutschen Meisterschaft steht und einen Pokal als Trophäe in den Händen hält. Die Bremer Ordnungshüterinnen haben es geschafft - und sich bei den nationalen Titelkämpfen hinter den Ausnahmeteams aus Baden-Württemberg und Niedersachsen nun den dritten Platz erobert.
05.05.2010, 21:50
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Kowalzik

Bremen. Alle wollten ihn anfassen, einige ihn unbedingt auch küssen: Kein Wunder, schließlich ist es in den vergangenen 30 Jahren des Bremer Polizei-Handballs noch nie vorgekommen, dass eine Auswahl auf dem Treppchen der Deutschen Meisterschaft steht und einen Pokal als Trophäe in den Händen hält. Die Bremer Ordnungshüterinnen haben es geschafft - und sich bei den nationalen Titelkämpfen hinter den Ausnahmeteams aus Baden-Württemberg und Niedersachsen nun den dritten Platz erobert.

'Das war der pure Wahnsinn', sagte der Polizei-Trainer Harald Logemann, im Punktspielbetrieb sonst in Diensten des Oberliga-Aufsteigers TSV Morsum. Der Lohn für seine engagierte Arbeit blieb nicht aus: Kaum war er strahlend vor die Tür der Oldenburger Halle getreten, um sich von den Strapazen des 27:20 (11:10)-Erfolges über die Bundespolizei zu erholen, da ergossen sich zum Dank auch schon drei klebrige Ladungen Sekt über ihn...

Erfolgreich - und sympathisch dazu

Die Täterinnen hatte Logemann - ganz Polizist - natürlich sofort ausgemacht, aber er ließ diesmal Milde walten, lachte nur laut mit ihnen mit und ließ die ganze Prozedur schmerzfrei über sich ergehen. Schließlich holt man solch einen Pott nicht alle Tage. 'Die sympathischste Mannschaft ist Dritte geworden', meinte später beim abendlichen Bankett selbst der Oldenburger Polizei-Präsident Hans-Jürgen Thurau. Ein schöneres Lob konnte es neben dem dritten Platz gar nicht geben.

Ganz besonderen Anlass zur Freude hatten aber auch noch zwei andere: Fee Klemmt, Polizei-Nationaltorhüterin des Zweitligisten TV Oyten, wurde mit 5:1-Stimmen der Trainer - wieder einmal - zur besten Torhüterin der Endrunde gewählt. Zudem fiel die Oytener Linkshänderin Michele Müller dem Polizei-Nationaltrainer Rudi Fritsch besonders ins Auge: Die Rechtsaußen, die auch auf halbrechts eingesetzt wird, erhielt die Einladung zu einem Vorbereitungslehrgang der Polizei-Nationalmannschaft Mitte Mai. Das Ziel: Teilnahme an der europäischen Polizeimeisterschaft im Juni in Damp 2000.

Gänsehaut-Feeling gab es für die Bremer Ordnungshüterinnen derweil schon beim Einlauf zur Deutschen Meisterschaft, als die Nationalhymne ertönte. Danach öffneten sie sich schon im ersten Vorrundenspiel die Tür zum Halbfinale mit einem 22:19 (11:8) über Schleswig-Holstein. Bis vier Minuten vor Schluss hatte es noch 18:18 gestanden, danach zeigten die Hansestädterinnen ihre Endspurtqualitäten.

Dem Titelverteidiger aus Niedersachsen konnten sie unterdessen nur eine Halbzeit lang (13:14) das Wasser reichen, bevor sie sich nach langer Gegenwehr mit 22:32 geschlagen geben musste. Damit stand als Halbfinalgegner der spätere Deutsche Meister aus Baden-Württemberg fest, gegen dessen drei Bundesliga-Spielerinnen bei der 20:32 (9:13)-Niederlage ebenfalls kein Kraut gewachsen war.

Am Ende schaffte das Logemann-Team aber doch noch den erhofften Sprung auf's Treppchen - wenn auch mit Bluthochdruck. Denn bis zum 21:20 stand die Partie gegen die Bundespolizei auf des Messers Schneide, in den finalen vier Minuten zog die Bremer Auswahl dann aber noch klar auf 27:20 (11:10) davon. 'Ich hatte eben einen ausgeglichenen Kader, in dem es bei Auswechslungen praktisch keinen Bruch im Spiel gab', freute sich Harald Logemann. Danach fielen sich die Bremerinnen um den Hals und griffen allesamt nach dem verdienten Pokal. Eine Urkunde und Medaillen gab?s obendrauf. 'Wir haben das Optimum erreicht', sagte 'Loge' strahlend.

Die Bremer Polizeiauswahl spielte mit: Annika Wilhelm (Werder Bremen/4 Tore), Sabine Peek (ATSV Habenhausen/12), Stephanie Kück, Meike Rüther (beide TS Woltmershausen), Katharina Kruse (5), Michele Müller (16), Eva Schmidt (8), Fee Klemmt (alle TV Oyten), Edda Gohl (6), Christina Zander (6), Inga Meyer (alle TSV Morsum/6), Katrin Hackstette (RW Damme/1), Alina Wollering (Frisia Goldenstedt), Anna Röpcke (SV Motor Brandenburg/4), Natalie Dell (HSG Bützfleth/Drochtersen/1)

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