Debatte über Eigenheime Plädoyer für mehr Wohnraum in Bremen

Bremen verliert erstmals seit 20 Jahren wieder Einwohner. Der Wirtschaftsrat der CDU und die FDP fordern den Senat auf, mit neuen Ideen mehr Platz für Wohnraum zu schaffen.
22.02.2021, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Plädoyer für mehr Wohnraum in Bremen
Von Michael Brandt

Der Wirtschaftsrat der CDU fordert den Senat auf, Rahmenbedingungen für den Bau von 30.000 Wohneinheiten zu schaffen. Hintergrund ist, dass Bremen Einwohner verliert und gleichzeitig bundesweit eine Diskussion über ein Verbot von Einfamilienhäusern nach Hamburger Vorbild geführt wird.

Der Landesvorsitzende des Wirtschaftsrats, Jörg Müller-Arnecke, sagt: „Wenn jetzt nach fast 20 Jahren wieder ein negativer Wanderungssaldo vorliegt, muss die Politik alarmiert sein.“ Gleichzeitig hat die FDP zum Thema Eigenheim eine Aktuelle Stunde beantragt.

Siedlung für Tiny-Houses in Bremen

Müller-Arnecke kritisiert: „Der einzige Zuzug, den Bremen derzeit hat, besteht fast ausschließlich aus Studenten und Flüchtlingen. Das ist aber nicht die nachhaltige und finanzstarke Zuwanderung, die Bremen braucht.“ Für eine solide Finanzpolitik benötige Bremen junge Familien, so der Unternehmer. Der Wirtschaftsrat regt an, auch über die Wohnnutzung von Dachflächen, die Innenstadtverdichtung, eine höhere Bebauung sowie die Genehmigung von Tiny-House- oder Hausboot-Siedlungen nachzudenken. Es dürfe auch vor der Erschließung neuer Gebiete wie der Rennbahn, der Osterholzer Feldmark oder Brokhuchting nicht halt gemacht werden.

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Die FDP-Abgeordneten Thore Schäck und Lencke Wischhusen haben derweil im Namen ihrer Fraktion eine Aktuelle Stunde für die Stadtbürgerschaft am Dienstag angemeldet. Im Antragstext beklagen sie: „Es fehlen insbesondere bezahlbare Einfamilienhäuser, was häufig als einer der Hauptgründe für den Wegzug genannt wird.“

Wohneigentum zur Altersvorsorge

Die FDP fordert deshalb einen Stadtentwicklungsplan, „der die aktuellen und miteinander zusammenhängenden Herausforderungen in ihrer gesamten Komplexität berücksichtigt“. Der Fokus müsse auf der Eigentumsbildung liegen. In dem Text heißt es: „Wohneigentum macht glücklich, es bietet das Gefühl von Privatheit und Freiheit und es bindet stärker an die Heimat. Ferner trägt Wohneigentum zur Altersvorsorge bei und mildert die Gefahr, in die Altersarmut abzudriften.“

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