Senatorin schreibt an den Bund

Debatte über eine Klima-Uni in Bremen

In Bremen könnte eine Klima-Uni aufgebaut werden, dafür setzt sich die CDU ein und nun auch die Wissenschaftssenatorin. Die Koalition befürwortet eine solche Idee, lehnte aber trotzdem den Antrag der CDU ab.
05.05.2021, 16:11
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Debatte über eine Klima-Uni in Bremen
Von Sara Sundermann
Debatte über eine Klima-Uni in Bremen

Bremer Klimaforschung findet zum Beispiel an Bord des Forschungsschiffs Polarstern statt, hier bei der Rückkehr nach Bremerhaven im vergangenen Herbst.

Mohssen Assanimoghaddam, DPA

In Bremen könnte eine Klima-Universität entstehen, dafür setzt sich die CDU-Fraktion ein. Am Dienstag hat jetzt auch Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling (SPD) in einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sowie an die Bundesministerinnen Anja Karliczek und Svenja Schulze für den Aufbau eines Klima-Standorts in Bremen geworben. „Bremen ist mit seiner exzellenten Klimaforschung insbesondere an der Universität Bremen und den diversen außeruniversitären Einrichtungen als Standort für eine Klima-Universität prädestiniert“, so Schilling.

Hintergrund für diese Überlegungen ist, dass Altmaier im Herbst in einem 20-Punkte-Plan für Klimaschutz in Aussicht gestellt hatte, in Deutschland solle eine internationale Klima-Universität entstehen. Dafür gibt es bislang aber weder eine Ausschreibung noch ein Bewerbungsverfahren, sondern nur eine kurze Erwähnung.

An Altmaiers Vorschlag knüpft die Bremer CDU an. Die Christdemokraten haben dazu einen Antrag verfasst, über den am Mittwoch in der Bürgerschaft diskutiert worden ist: Bremen sei hochgradig geeignet, hier eine Klima-Uni aufzubauen, heißt es darin. Dies sei eine „riesige Chance“. Die CDU verweist auf Bremer Institute und Forschungsbereiche, die sich bereits mit Klimaschutz befassen, unter anderem auf das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), das Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme, das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT).

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„Einen solchen Uni-Standort würde der Bund sicher auch mitfinanzieren“, sagt CDU-Wissenschaftspolitikerin Susanne Grobien. Dadurch könnten neue Arbeitsplätze entstehen, mehr internationale Wissenschaftler und Studierende angelockt und Bremens Wettbewerbsfähigkeit erhöht werden, ist Grobien überzeugt. Es geht also nicht um einen neuen Campus, sondern um eine Bündelung und einen Ausbau bestehender Schwerpunkte.

Bremens Uni-Rektor Bernd Scholz-Reiter befürwortet die Überlegungen. „Wir würden uns als Universität im Kern eines solchen Standorts sehen“, betont der Rektor. Dies würde für die Uni Bremen bedeuten, nicht nur zum Klimawandel zu forschen, sondern das Thema auch verstärkt in der Lehre aufzugreifen und Klimaschutz auf dem Campus umzusetzen. Scholz-Reiter betont: „Mit einer Klima-Uni in Bremen hätte man ein nationales Alleinstellungsmerkmal in einem gesellschaftlich hoch relevanten Bereich.“ Dazu wurde an der Bremer Uni im März bereits ein Konzeptpapier vom Rektorat ausgearbeitet, das Schilling nun mit an den Bund schickte.

Die Koalitionsfraktionen befürworteten die Idee eine Klima-Uni. Dennoch lehnten SPD, Grüne und Linke den Antrag der CDU ab. Ihre Begründung dafür: Zum Einen sei Bremen ja schon mit einer Art Initiativbewerbung an den Bund aktiv geworden, so dass eine Forderung des Antrags bereits umgesetzt sei. Und zum anderen fehle Altmaiers Vorschlag bisher die Substanz. „Gibt es denn diese Riesen-Chance, von der die CDU spricht, überhaupt?“, fragte die Abgeordnete Miriam Strunge (Linke). Zur Klima-Uni gebe es bisher "nichts außer einem schicken Stichwort“. Eine Klima-Uni müsse mit Inhalt gefüllt werden, forderte Janina Brünjes (SPD): „Auf ein bloßes Label, eine Marke ,Klima-Uni' können wir gut verzichten.“ Zu einer Klima-Uni urteilt Solveig Eschen (Grüne): „Sehr gern, wenn dieses ein ernst gemeinter Vorschlag ist.“ Grobien bedauerte die Ablehnung des Antrags: Die Koalition habe diesen wohl abgelehnt, weil er von der Opposition komme.

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