Klinik-Standorte in Bremen Debatte über zweite Frühchen-Station entfacht

Bremen. Sollte es künftig wieder zwei Klinikstandorte für die Versorgung sogenannter Level 1-Frühchen geben? Die Standortdebatte in Bremen ist wieder neu entfacht.
18.11.2011, 05:00
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Debatte über zweite Frühchen-Station entfacht
Von Frauke Fischer

Bremen. Sollte es künftig wieder zwei Klinikstandorte für die Versorgung sogenannter Level 1-Frühchen geben? Die Zwischenlösung, Neugeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1250 Gramm so lange im Klinikum Links der Weser (LdW) zu versorgen, bis die Neonatologische Intensivstation im Klinikum Mitte wieder öffnen kann, hat die Standortdebatte erneut entfacht.

Die verkeimten Frühchen sind wie berichtet seit der Schließung der Station in der benachbarten Professor-Hess-Kinderklinik am Klinikum Mitte untergebracht. Risikoschwangere, die Frühchen erwarten, werden nun im Klinikum Links der Weser aufgenommen, wo Level-1-Frühchen versorgt werden können. Damit leben für einige Stationsmitarbeiter alte Zeiten wieder auf. Das LdW und das Klinikum Bremen-Nord hatten in früheren Jahren wie Bremen-Mitte solche Versorgungseinrichtungen. Aus Gründen der Effizienz entschied der Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) sich für Zentralisierungen von Angeboten.

So wurde die Frühchen-Station des Klinikums Bremen-Nord 2009 geschlossen. Nur Level-3-Frühchen mit mehr als 1500 Gramm Geburtsgewicht werden seitdem dort versorgt. Im LdW wurde 2010 die Level-1-Station geschlossen. Eine solche Versorgungseinrichtung gab es fortan nur noch in Mitte. Diese Veränderungen als Teil des Neuzuschnitts der kommunalen Krankenhäuser sollten teure Doppelstrukturen abbauen, argumentierte Geno-Chef Diethelm Hansen damals. Und: "Die Annahme ist, das größere Fallzahlen in einer Klinik die Behandlungsqualität erhöhen", sagt Geno-Sprecher Daniel Goerke. Mit 80 bis 100 Level-1-Frühchen gehöre die neonatologische Intensivstation zu den großen Perinatalzentren (zur Versorgung von Früh- und Neugeborenen) Deutschlands.

Vorübergehend werden Level-1-Frühchen nun aber wieder im LdW betreut, wo Geräte und Versorgungskompetenzen durch die Vorhaltung für Level-2-Frühchen (Geburtsgewicht zwischen 1250 und 1500 Gramm) ohnehin vorhanden sind. Mitte Dezember soll die Spezialstation in Mitte wieder öffnen, dies plant die Geno. "Über weitere Standorte wird nicht nachgedacht", betont Goerke. "Mitte hat die besten strukturellen Voraussetzungen für die Frühchen-Station."

Gesundheitssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) spricht sich in ihrer Funktion als Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikverbundes indes nicht nur dafür aus, für die nächste Sitzung des Aufsichtsrates Mitte Dezember einen Bericht über sämtliche Vorkommnisse vorzulegen. Es solle dabei auch erwogen werden, ob man besorgten Eltern, insbesondere Risikoschwangeren, zumindest übergangsweise mit dem Standort im LdW eine zweite Frühchen-Station neben Mitte in der Hansestadt anbietet.

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