Lautstarker Besuch

Demonstranten entern Jugendhilfeausschuss

Jugendliche Protestierer aus mehreren Stadtteilen haben die Sitzung des Jugendhilfeausschusses aufgemischt. Sie fordern mehr Geld für die offene Jugendarbeit in ihren jeweiligen Quartieren.
20.02.2020, 19:28
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Demonstranten entern Jugendhilfeausschuss
Von Timo Thalmann
Demonstranten entern Jugendhilfeausschuss

Jugendliche fordern im Ausschuss mehr Mittel für die Jugendarbeit in den Stadtteilen.

Timo Thalmann

Etwa 120 Demonstranten haben am Donnerstag die Tagesordnung des Jugendhilfeausschusses durcheinandergewirbelt. Mit Trillerpfeifen und Transparenten drängten die zumeist jugendlichen Protestierer in das Sitzungszimmer im Amt für soziale Dienste am Breitenweg. Ihr Anliegen: mehr Mittel für die offene Jugendarbeit in den Stadtteilen.

Aus allen Teilen der Stadt waren bei dem Protest jugendliche Besucher aus zahlreichen Einrichtungen vertreten. „Ohne das Freizi würde ich meine Freizeit auf der Straße verbringen“, hieß es auf einem Plakat. „Mehr Geld, sonst Aus für die Farm“, war an anderer Stelle zu lesen. Unbürokratisch, angesichts der Protestierer allerdings auch nahezu ohne Alternative, wurde der bei jeder Sitzung vorgehaltene Tagesordnungspunkt „Anregungen und Wünsche junger Menschen“ vorgezogen. In mehreren kurzen Redebeiträgen und einem Rap-Musikstück machten diese ihren Frust über die seit Jahresbeginn gekürzten Angebote und eingeschränkten Öffnungszeiten in vielen Einrichtungen deutlich.

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Zwei sich überlagernde Probleme gelten als Ursache dafür: Zum einen sind alle Träger der offenen Jugendarbeit übereinstimmend der Auffassung, dass die Budgets seit Jahren weder mit dem tatsächlichen Bedarf vor Ort noch der allgemeinen Preissteigerung etwa für Energiekosten und Personal Schritt halten. Zum zweiten werden bis zur Verabschiedung des aktuellen Haushalts für 2020/2021 voraussichtlich im Juni in der sogenannten haushaltslosen Zeit die bisherigen Budgets ohne Anpassung fortgeschrieben und anteilig pro Monat überwiesen. Kleine Trägervereine bringt allein das in Liquiditätsschwierigkeiten.

Petra Krümpfer (SPD), Sahhanim Görgü-Philipp (Grüne) und Cindi Tuncel (Linke) stellten in kurzen Antworten deutlich mehr Geld in Aussicht, verwiesen aber zugleich auf die noch laufenden Haushaltsberatungen. Sie versicherten, das Thema mit Nachdruck in die Verhandlungen einzubringen.

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