Solidaritätsaktion in Bremen Demonstranten protestieren gegen EU-Politik

Bremen. Überraschend viele Demonstranten sind am Mittwoch aus Protest gegen die EU-Politik durch die Innenstadt gezogen. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich rund 800 Menschen an der Aktion.
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Von Karina Skwirblies

Bremen. Überraschend viele Demonstranten zogen gestern aus Protest gegen die EU-Politik durch die Innenstadt. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich rund 800 Menschen an der Aktion. Weder die Polizei noch die zahlreichen beteiligten Gruppen, darunter der DGB, Attac, Gewerkschaften und die Linke, hatten mit dieser Zahl gerechnet. Die Demonstration fand aus Solidarität mit den Streik- und Aktionstagen in Südeuropa statt.

"Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen", verkündete Sebastian Rave vom Bündnis "#14N" bei der Auftaktkundgebung auf dem Marktplatz. Zum ersten Mal hätten viele Länder gemeinsam zum Generalstreik aufgerufen. "Der heutige Aktionstag ist der Aufbau des Widerstands in allen Ländern und zeigt die internationale Solidarität."

Der Widerstand habe eine neue Dimension angenommen, betonte der darauf folgende Redner Thomas Gebel von Attac. Er sprach sich für eine Finanztransaktionssteuer aus. Die neoliberalen Ideologen hätten ihre Krise in eine Staatskrise umgelogen, so Gebel. Doch seit zwei Jahren gebe es einen weltweiten Aufschwung von politischen Oppositionsbewegungen.

Insgesamt kamen bei der Demonstration 16 Redner zu Wort, die auf dem Weg vom Marktplatz zum Bahnhof an verschiedenen Stationen sprachen. Besorgt zeigten sich viele Redner darüber, dass die südeuropäischen Staaten ein Versuchsfeld für ganz Europa sein könnten. Auch Deutschland könne künftig von Sozialabbau und dem Abbau demokratischer Rechte betroffen werden. "Die Krise des Kapitalismus ist global", sagte Jörn Kroppach von der Gewerkschaft Verdi. "Weiterer Sozial- und Bildungsabbau, Lohndrückerei, Ausweitung der Leiharbeit und Entlassungen drohen auch hier." Die Reichen und die Konzerne müssten stärker zur Kasse gebeten werden. Diese Ansicht teilte er mit den Demonstranten.

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