Wie Bremer den Valentinstag finden Der 14. Februar? - Na klar!

Es ist Valentinstag - was für einige Verliebte zu den schönsten Tagen im Jahr gehört, finden andere nur kitschig. Der WESER-KURIER hat einige Bremer auf dem Marktplatz gefragt, wie sie dazu stehen.
14.02.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Der 14. Februar? - Na klar!
Von Nikolai Fritzsche

Ist es der italienische Bischof Valentin von Terni, der am 14. Februar 269 hingerichtet wurde, weil er Liebespaare traute und mit Blumen beschenkte, obwohl Kaiser Claudius II. ihm dies untersagt hatte? Oder sind es die Blumenopfer, die die alten Römer der Göttin Juno, Schutzpatronin von Ehe und Familie, immer am 14. Februar darbrachten?

Woher die Tradition stammt, an diesem Tag Blumen oder andere Dinge zu verschenken, ist nicht geklärt. Fest steht aber, dass der Valentinstag auch hierzulande ein Gesprächsthema ist – selbst für die, die ihn für eine Erfindung der Süßwarenindustrie halten. Wenn dem so wäre, hätte diese Industrie nicht nur sich selbst, sondern auch den Floristen einen großen Gefallen getan. Am Valentinstag machen viele Blumenläden nämlich mehr Umsatz als am Muttertag. Wir haben uns auf dem Marktplatz umgehört, wie es die Menschen in Bremen mit dem 14. Februar halten.

Aiko und Sayaka sind aus ihrer Heimat Japan nach Deutschland geflogen, um sich Bremen, Düsseldorf und Köln anzuschauen. „Was für ein Tag ist morgen?“, fragten wir die beiden 22-Jährigen gestern auf dem Marktplatz. „Saturday“, antworteten sie. Ob sie den Valentinstag kennen? „Oh yes, of course.“ Den hatten sie ganz vergessen. Wenn sie zu Hause wären, würden sie ihren Freunden Pralinen schenken – dieses Jahr wird daraus aber nichts, denn die beiden wollen auch noch nach Brüssel.

Auch Horst Voigt dachte bei unserer Frage nicht sofort an den „Tag der Liebenden“: „Sonnabend?“ Und was noch? „Mein erster Urlaubstag. Ich fahre an die Nordsee.“ Unsere zweite Nachfrage brachte ihn auf die richtige Spur: „Ist morgen wieder dieser Valentinstag dran?“ Für den 66-Jährigen aus Delmenhorst ist der 14. Februar nichts Besonderes, sondern „ein Tag wie jeder andere“.

Lisa Hunold wusste hingegen sofort, worauf die Frage zielte: „Na klar, Valentinstag.“ Und Geschenke gibt es auch, „für meine beste Freundin und für meinen besten Freund.“ Der ist mit ihr in der Stadt und muss ein paar Schritte zur Seite gehen, bevor sie uns verrät: „Er bekommt ein Duschgel. So eins, was erst durchsichtig ist und dann ganz viel Schaum macht.“ Die Zwölfjährige aus Schwachhausen weiß, dass sie auch etwas geschenkt bekommt – von ihrer besten Freundin. Und vielleicht auch von ihrem besten Freund?

Silvia Albrecht hält es ein bisschen anders. „Ist morgen der 14.? Dann ist Valentinstag“, wusste sie zwar. Die 77-Jährige, die in der Innenstadt wohnt, findet aber: „Diese ganze Schenkerei, das ist alles zu viel. Man sollte lieber mal ein bisschen nett zu seinen Mitmenschen sein, da haben alle mehr davon.“

Chantal Arzoumanian aus Berlin verbringt das Wochenende mit ihrem Freund in Bremen. Einander zum Valentinstag zu beschenken, ist für die 35-Jährige selbstverständlich: „Mein Freund schenkt mir immer Rosen und etwas zum Anziehen oder Parfum. Er bekommt von mir dieses Jahr ein selbst geschriebenes Gedicht und einen Schlüsselanhänger in der Form eines halben Herzens.“

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