Oberschule In den Sandwehen hat bundesweiten Wettbewerb „Werkstatt Modelleisenbahn“ gewonnen Der Bahnhof Farge im Miniaturformat

Blumenthal. In der Mediothek der Oberschule In den Sandwehen wird normalerweise mit Computern gearbeitet. An diesem Morgen auch, aber etwas ist anders.
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Von Doris Friedrichs

Blumenthal. In der Mediothek der Oberschule In den Sandwehen wird normalerweise mit Computern gearbeitet. An diesem Morgen auch, aber etwas ist anders. Mädchen und Jungen sitzen an runden Tischen, packen kleine Schächtelchen aus, reißen Plastikfolien auf und verteilen Häuserwände, Zäune, Balkone im Miniaturformat auf den Tischen. Es ist Zubehör aus dem Gewinnerpaket des Wettbewerbs „Werkstatt Modelleisenbahn“, an dem die Schule erfolgreich teilgenommen hat. In den kommenden Monaten soll ein Nachbau des Farger Bahnhofs entstehen.

Vorher habe sie noch nichts mit Modelleisenbahnen zu tun gehabt, sagt Schülerin Nadine. „Aber wir waren alle sofort begeistert, als wir von der Bewerbung erfuhren.“ Die zwölfjährige Naomi fügt hinzu: „Es macht Spaß zu bauen und zu basteln.“ Gemeinsam mit Mitschülerin Monika wollen die drei Mädchen erste Module für einen Güterbahnhof kreieren.

Die Bewerbung bei dem Wettbewerb „Werkstatt Modelleisenbahn“ der Initiative „Spielen macht Schule“ haben sie der Leiterin der Mediothek, Maike Becker, zu verdanken. Sie wurde auf die Ausschreibung aufmerksam und informierte die Schulleitung, die gleich in eine Bewerbung bei dem bundesweiten Schulwettbewerb einwilligte. Der wird seit 2012 ausgeschrieben, und erstmals konnten sich nun auch Gesamtschulen beteiligen. Zusammen mit Andrea Merrath, Didaktische Leiterin der Gesamtschule, entwickelte Maike Becker das achtseitige Konzept für die Bewerbung.

Darin wird die Schule in einem Kurzprofil präsentiert, die besonderen Standortbedingungen werden hervorgehoben und auch die Themen Inklusion / Differenzierung werden behandelt. Und nicht zuletzt werden die Leitfragen zum Konzept beantwortet, beispielsweise warum die Schule eine „Werkstatt Modelleisenbahn“ gewinnen und nutzen will. Für Maike Becker und Andrea Merrath passt das für die Schulpraxis völlig neue Medium einer Modelleisenbahn „sehr gut zu unserem handlungsorientierten fächerübergreifenden Unterricht“, wie sie schreiben.

So startete jetzt die Klasse 6e, 13 Jungen und elf Mädchen, die unlängst ihren Computerführerschein bei Maike Becker absolviert hat, als AG mit dem Aufbau der Modelleisenbahn. Die erste fertige Bahn soll beim Sommerfest am 20. Juni 2017 vorgestellt werden. Ab dem Schuljahr 2017/2018 soll das Projekt im Unterricht laufen. Geplant ist außerdem, dass in den Kursen „Robotik“ und „3-D-Drucken“ technische Geräte, die sich steuern lassen, für das Projekt entwickelt werden sollen.

„Es ist durchaus basteln und spielen“, gibt Andrea Merrath zu. „Der Zugang ist ein spielerischer, aber es ist auch eine Weiterentwicklung, weil man beispielsweise mit einem Computer Zubehör gestalten kann. Das Spielerische hat uns gereizt, ebenso das Technische und Gesellschaftspolitische.“ Außerdem unterstütze das Projekt die niedrigschwellige Anbahnung von Technikinteresse bei Schülerinnen und Schülern. „Und es ist ein Stück Heimat“, betont Andrea Merrath. „Also nicht irgendetwas bauen, sondern die Umgebung abbilden. Das ist schwieriger als ein Fantasieprojekt.“

Abgebildet werden sollte ursprünglich der Blumenthaler Bahnhof. Aber da der ein Durchgangsbahnhof ist, entschieden sich die Verantwortlichen kurzfristig um für den Farger Bahnhof mit Blockschuppen, dem Kraftwerk Farge und Häusern. Dafür gingen vor etwa einigen Wochen drei große Pakete in der Gesamtschule ein. „Es war total spannend für die Kinder, die auszupacken“, erzählt Maike Becker, seit über 20 Jahren selbst begeisterte Modelleisenbahn-Bauerin. Zusätzlich habe es von allen am Wettbewerb beteiligten Firmen Gutscheine gegeben und die Möglichkeit, rabattierte Artikel zu kaufen.

„Wir brauchen noch Schienen und Elektronik“, erklärt Maike Becker. „Wenn man das so auffasst, wie wir, ist man gezwungen, da größer einzusteigen.“ Neben dem Gewinnerpaket im Wert von etwa 1300 Euro erhält die Schule noch ein Starterpaket von einem regionalen Händler im Wert von 600 Euro. „Da bekommen wir auch massiv Rabatt“, freut sich Maike Becker.

Schließlich soll die Modelleisenbahn, ein Teilstück der Farge-Vegesacker Eisenbahn, mal eine Länge von drei Metern haben. Und die restlichen Dinge, die benötigt werden, werden am Computer gebaut. Einen Raum für die AG Modelleisenbahn gibt es auch schon in der Schule, denn in der Mediothek hat sie nur vorrübergehend ihr Domizil aufgeschlagen. Der Raum wird aktuell von der Schülerfirma „new art factory – Kunst im Großformat“ künstlerisch aufgepeppt.

Noch heute wundern sich Maike Becker und Andrea Merrath, dass es mit der Bewerbung auf Anhieb so gut geklappt hat. „Wir haben ja nicht gedacht, dass wir gleich den Wettbewerb gewinnen.“ Immerhin hätten bundesweit mehrere Hundert Schulen daran teilgenommen. Davon haben circa 60 Schulen ein Starterpaket gewonnen, darunter nur zwei in Bremen, neben der Oberschule In den Sandwehen noch eine Grundschule in der Innenstadt. „Wir sind Vorzeigeprojekt geworden für die nächsten Wettbewerbe“, sagt Maike Becker. „Deshalb werden wir vom Veranstalter auch länger begleitet.“

„Wir waren alle sofort begeistert, als wir von der Bewerbung erfuhren.“ Nadine, Schülerin
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