Bremen "Der Baum steht schief"

Der Weihnachtsbaum vor der Bremischen Bürgerschaft, dieses Jahr mit Knick in der Optik, steht jedoch gar nicht schief. „Der Baum hat eine Neigung in sich selbst“, sagt Rolf Herderhorst, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Bremer Märkte
28.11.2014, 20:20
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Von Lisa Schröder

Egal, wie liebevoll Kugeln, Sterne, Engel und Lametta auch drapiert sein mögen: Steht der Weihnachtsbaum nicht akkurat, ist es mit der Besinnlichkeit im festlichen Wohnzimmer dahin. Genau dann, wenn leise Ahnung zur ausgesprochenen Gewissheit wird: „Der Baum steht schief.“

Der Weihnachtsbaum vor der Bremischen Bürgerschaft, dieses Jahr mit Knick in der Optik, steht jedoch gar nicht schief. „Der Baum hat eine Neigung in sich selbst“, sagt Rolf Herderhorst, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Bremer Märkte, die sich um den Aufbau kümmert. „Als wir ihn ausgewählt haben, stand er ganz gerade in der Natur. Dass er etwas krumm ist, konnte ich nicht einsehen.“

Gefährlich sei die vermeintliche Schieflage nicht: „Der Baum steht völlig sicher in der Vertiefung.“

Eineinhalb Meter rage die Tanne in den Boden, weiß Michael Pröschild von der Firma, die den Baum in der Nacht auf Montag aufgestellt hat. „Der bewegt sich nicht.“ Das gute Stück sei etwa vier Tonnen schwer und 14 Meter hoch. „Das ist eben Natur“, sagt Pröschild zum eigensinnigen Baum. Weil der Stamm sehr dick sei, habe er gerade eben in die Stahlvertiefung im Boden gepasst, aber dort nicht mehr verrückt werden können. Herderhorst: „Es war nicht möglich, die Neigung auszugleichen.“ Sonst sei das ja ein prächtiger Baum.

Jedes Jahr kümmert sich Herderhorst um den Baum der Bäume. Seine Suche beginnt schon vor Ostern. Die Tannen seien umsonst: „Die Menschen sind froh, wenn sie die riesigen Bäume los sind.“ Ihn erreiche eine Flut von Angeboten. Abholzen, aufstellen, dekorieren – das koste die Schausteller rund 10.000 Euro, schätzt er. Eigentlich sollte die Tanne, diesmal aus Habenhausen, schon früher stehen; es gab Verzögerungen. Denn aufgestellt werden darf sie nur nachts. Ein wirkliches Problem für Herderhorst und seine Kollegen.

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