Im neuen „Klangkasino“ im Universum lässt sich spielerisch die Welt der Töne erkunden Der Beat des Herzens

„Musik machen, das ist etwas für Gruppen.“ Musikpädagoge Michael Bradke Horn-Lehe.
09.07.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Kris Stubbe

In der Welt der Töne gibt es viele spannende Entdeckungen zu machen, und dazu ist nicht immer eine schöne Singstimme, Notenlesen oder die Beherrschung eines Instruments erforderlich. Der Spaß am Ausprobieren und Entdecken reicht als Voraussetzung für das neue „Klangkasino“ des Düsseldorfer Musikpädagogen Michael Bradke im Universum. Bis zum 9. September können Besucher ab fünf Jahren an zwölf Spieltischen verschieden Klänge, Töne und Geräusche kreieren.

Die Spieltische behandeln unterschiedliche Themenbereiche und können jeweils mit bis zu sechs Personen ausprobiert werden. Und so wird aus dem eigenen Herzklopfen schnell ein beeindruckender Schlagzeugbeat. Zusätzlich zu den Spieltischen gibt es zweimal täglich Wissenschaftsshows mit Versuchen zu Klängen und Geräuschen.

Noch vor Ausstellungseröffnung durften die Mädchen und Jungen der Klasse 2 c der Grundschule am Baumschulenweg die Klangexperimente ausprobieren und neben letzten Bauarbeiten sich bereits einen Eindruck von der neuen Ausstellung machen. Die Achtjährigen Johan und Oskar machten sich als erstes zum „Emo-Tisch“ auf. „Wenn ich auf eines der zehn Bilder drücke, dann hört man das richtige Geräusch dazu“, berichtete Johan. Die beiden Jungs stellten fest, dass das Kussgeräusch perfekt zu dem Bild mit dem Herzen passt, welches Oskar gedrückt hatte.

Lina hatte zuerst den sogenannten Solo-Tisch ausgewählt. Mit einem Loop-Sampler kann man damit mehrere Stimmen einsingen. „Nachdem ich ein bisschen rumprobiert habe, kamen da auch einige Geräusche“, sagte die Siebenjährige. Ihre Freundin Alha saß auf dem Nachbarplatz an der DJ-Maschine. „Wenn ich die Knöpfe drücke und die Plattenteller drehe, dann verändert sich die Geschwindigkeit und der Klang der Musik“, berichtete die achtjährige Schülerin.

Damit jeder Besucher ungestört seinen Experimenten nachgehen kann, sind die Spieltische mit Kopfhörern ausgestattet. Musik und Töne überhaupt – ob laut oder leise, hoch oder tief, weich oder schrill – nimmt nur wahr, wer zuhört, so Michael Bradke. Die Klangforscher können sich auch während des Rundgangs im sogenannten Hörwald von Tierstimmen, Klängen und Umweltgeräuschen berieseln lassen oder am Tisch mit den kleinen Klangwundern tolle Melodien spielen. Einige sehr leise, auch schön klingende Alltagsgegenstände sind hier eingebaut. Mit zwei Flaschen und ein bisschen Wasser wird ein Blubbergeräusch erzeugt, welches mit Mikrofonen akustisch vergrößert und hörbar gemacht wird. Aus Mundspateln hat Michael Bradke ein Lamellophon gebaut, das tolle Töne erklingen lässt, wenn man vorsichtig daran zupft. Dass viele Klanginseln nicht im Alleingang zu bewerkstelligen sind, sondern nur gemeinsam mit anderen, ist beabsichtigt, erläutert Musikpädagoge Michael Bradke. „Musik machen, das ist etwas für Gruppen.“

Das „Klangkasino“ ist noch bis 9. September im Universum, Wiener Straße 1A, zu erkunden. Die Ausstellung ist geöffnet montags bis freitags 9 bis 18 Uhr, am Wochenende 10 bis 18 Uhr. Die Science-Shows sind täglich um 12 und 15 Uhr. Der Preis für das „Klangkasino“ ist im regulären Eintrittspreis enthalten. Das Tagesticket kostet 16 Euro, ermäßigt 11 Euro, das Guten-Abend-Ticket für eineinhalb Stunden ab 16.30 Uhr 5 Euro.

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