Wahlanalyse zur Bürgerschaftswahl

Der Bremer SPD fehlte ein Zugpferd

Die Bremer SPD fährt ein historisch schlechtes Ergebnis ein, doch die CDU kann davon nur wenig profitieren. Woran das liegt, erklären wir in der Analyse.
27.05.2019, 00:40
Lesedauer: 2 Min
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Der Bremer SPD fehlte ein Zugpferd

Carsten Sieling hat mit seiner SPD ein historisch schlechtes Ergebnis eingefahren.

Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der SPD hat in ihrer bisherigen Hochburg Bremen nach einer ersten Analyse der Forschungsanalyse Wahlen ein Zugpferdgefehlt. Der "vergleichsweise unauffällige" Bürgermeister Carsten Sieling habe sich keinen Amtsbonus erarbeiten können, schrieben die Mannheimer Wahlforscher am Sonntagabend. Bei der Landtagswahl erlitten die Sozialdemokraten Prognosen zufolge starke Verluste und wurden erstmals seit dem Krieg nur zweitstärkste Kraft hinter der CDU.

Umfragen zeigten aber, dass trotz der Schwäche der SPD eine Mehrheit von 53 Prozent einen von ihr geführten Senat wolle. Nur 37 Prozent wollten eine CDU-geführte Regierung. Die Union könnte den Prognosen nach gemeinsam mit Grünen und FDP regieren. Die SPD müsste neben den Grünen auch die Linkspartei in die Regierung holen. Eine klare Unterstützung findet nach Angaben der Forschungsgruppe aber keine dieser Konstellationen.

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Auf die Frage nach dem gewünschten Bürgermeister sprachen sich mehr Bremerinnen und Bremer für Sieling aus (46 Prozent) als für seinen CDU-Herausforderer Carsten Meyer-Heder (34 Prozent). Doch bei der Wahl 2015 hatte der damalige Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) viel deutlicher vor der CDU-Kandidatin Elisabeth Motschmann gelegen.

Beim Bildung und Schule, das eine zentrale Rolle im Wahlkampf spielte, trauten die Wähler der CDU mehr zu als der SPD. Bei Verkehr lagen die Grünen vorn. Nur beim Thema Wohnungsmarkt wurde der Regierungspartei SPD die höchste Kompetenz zugeschrieben.

An der Bundespolitik richtete nur jeder fünfte Bremer seine Wahl aus. Für drei Viertel der Wählerinnen und Wähler war die Landespolitik entscheidend.

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