Bauprojekt im Hafen

Der Europahafen bekommt einen neuen Kopf

Unternehmer Kurt Zech plant in der Bremer Überseestadt auf einer Fläche von mehr als zwei Hektar einen großen Wohn- und Bürokomplex. Zu den Plänen soll auch ein Hochhaus gehören.
20.12.2017, 17:29
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Der Europahafen bekommt einen neuen Kopf
Von Jürgen Hinrichs
Der Europahafen bekommt einen neuen Kopf

Vor fast 60 Jahren drängten sich die Schiffe an den Kajen des bremischen Europahafens.

BROCKMÖLLER

Große Pläne für den Europahafen: Unmittelbar am Kopf des Beckens soll es auf einer Fläche von mehr als zwei Hektar eine neue Bebauung geben. Investor ist Kurt Zech. Der Unternehmer hat einen Architekturwettbewerb ausgeschrieben, der im Februar entschieden wird. Zu den Plänen dürfte auch ein Hochhaus gehören. Das Bauvolumen soll dem Vernehmen nach so groß sein wie bei den beiden Häusern, die für rund 100 Millionen Euro vor dem Bremer Hauptbahnhof entstehen.

Zech hatte das Projekt im November mit knappen Worten bei einer Veranstaltung in der Bürgerschaft erwähnt, wollte sich danach zu den Details zunächst aber nicht erklären. Die Bemerkung zielte mehr darauf, die Bauverwaltung zu loben. Zech fühlt sich mit seinen Plänen im Hafen nach eigenen Worten exzellent behandelt, es gehe zügig und sehr zielgerichtet voran. Er stellte das als Kontrast heraus: Mit dem Tempo der Planer für die Innenstadt, in die der Unternehmer in großem Stil investieren will, war er damals nämlich nicht zufrieden: „Mir dauert das schon wieder ein bisschen zu lange“, sagte er im Zusammenhang mit dem städtischen Parkhaus-Mitte. Seit Dienstag steht nun aber fest, dass er das Parkhaus kaufen kann, um es abzureißen und dort einen Einzelhandelskomplex zu errichten.

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Über die neue Bebauung am Europahafen macht sich alle zwei Wochen eine Arbeitsgruppe Gedanken. Seit September tagt sie in der Baubehörde. „Wir gehen raus aus den Sitzungen, haben konkrete Aufgaben, und die werden abgearbeitet“, beschrieb Zech den Ablauf. Anfang November wurde ein Architektenwettbewerb gestartet, an dem sechs Büros beteiligt sind. Nach einer Zwischenberatung drei Wochen später, bei der die ersten Ideen auf den Tisch kamen, soll nun in einigen Wochen das Ergebnis präsentiert werden. Vorsitzender der Jury ist Jörn Walter, ein gebürtiger Bremer, der als Oberbaudirektor in Hamburg Furore gemacht hat. Er war dort bis März unter anderem für die Entwicklung der Hafen-City zuständig und hat die Pläne für die Elbphilharmonie vorangetrieben.

„Bremium“ kam nicht zustande

Zech will im Hafen eine Fläche bebauen, die ihm zu einem kleineren Teil bereits gehört. Auf dem 6000 Quadratmeter großen Grundstück sollte vor zehn Jahren ein Bürogebäude von Hochtief entstehen. Das Projekt mit dem Namen „Bremium“ kam aber nicht zustande. So wenig wie das, was Zech danach vorhatte. Er besaß bereits eine Baugenehmigung, wollte nach eigenem Bekunden anfangen, tat es aber nicht. Die Idee war, einige Etagen des neuen Gebäudes selbst zu nutzen, um die vielen Gesellschaften der Zech-Gruppe, die jetzt noch über die Stadt verstreut sind, unter einem Dach zu vereinen.

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Denselben Plan verfolgte Zech später an anderer Stelle in der Überseestadt, mit einem Bürohaus an der Konsul-Smidt-Straße, das in diesen Wochen fertig wird. Wieder wollte er einen Teil seiner Bremer Firmen zentral unterbringen. Dieses Mal ist immerhin gebaut worden. Doch einziehen werden andere, offenbar kann Zech damit ein gutes Geschäft machen. Mieter sind derLebensmittelproduzent Mondelez und das Software-Unternehmen Team Neusta. Mondelez hat seinen Verwaltungssitz bisher in der Langemarckstraße am Eingang zur Neustadt. Neusta ist im Schuppen 1 zu Hause und braucht dringend zusätzliche Flächen. Eine glückliche Fügung, dass gleich gegenüber in der Konsul-Smidt-Straße das Bürohaus entstanden ist.

Mischnutzung aus Büro und Wohnen

Mit den neuen Plänen für den Kopf des Europahafens unternimmt Zech jetzt einen dritten Anlauf, seine Leute an einem Ort zu versammeln. Er nimmt dafür das eigene Grundstück und will den Rest der 2,2 Hektar großen Gesamtfläche von der Stadt erwerben. Vorgesehen ist in dem Gebäudekomplex eine Mischnutzung aus Büro und Wohnen.

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Eng begleitet wird der Planungsprozess von Senatsbaudirektorin Iris Reuther. „Früher gab es an dem Hafenkopf ein sehr markantes Haus, daran orientieren wir uns, natürlich auch an der Umgebung“, sagt Reuther. Ob es am Ende ein Gebäude wird oder ein ganzes Ensemble von Häusern, sei noch nicht klar. Mindestens einen Hochpunkt an dieser exponierten Stelle werde es aber sicherlich geben. „Er soll mit dem korrespondieren, was wir sonst haben in der Überseestadt: Weser-Tower, Landmark-Tower und bald auch Bömers Spitze und das Wohnhochhaus am Schuppen 3.“

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