Beim Workshop im SOS-Kinderdorfzentrum leitet Jeff Hemmer Kinder zum Zeichnen an

Der Fantasie entsprungene Comic-Figuren

Alte Neustadt. Micky Maus- und Superman-Hefte sind schon früher durch viele Kinderhände gegangen. Die Abenteuer der Helden lassen sich auch heutzutage von Heft zu Heft verfolgen – und nach wie vor sind Comics beliebt.
27.04.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Nadine Grohe
Der Fantasie entsprungene Comic-Figuren

Der Comic-Zeichner Jeff Hemmer schaut Alma (rechts) und Lilly über die Schulter und gibt ihnen Tipps.

Walter Gerbracht

Alte Neustadt. Micky Maus- und Superman-Hefte sind schon früher durch viele Kinderhände gegangen. Die Abenteuer der Helden lassen sich auch heutzutage von Heft zu Heft verfolgen – und nach wie vor sind Comics beliebt. Deshalb hat das SOS-Kinderdorfzentrum in den Osterferien einen zweitägigen Workshop veranstaltet, in dem der Zeichner Jeff Hemmer Kindern die Kunst des Comic-Zeichnens beigebracht hat.

Mit viel Fantasie und Motivation zeichneten dabei sieben Kinder zwischen zehn und zwölf Jahren mit Hilfestellung des Bremer Comic-Zeichners Hemmer ihre eigenen Geschichten. „Es geht nicht darum, dass die Kinder es schon können, sondern wir wollen mit dem Angebot ihr Interesse wecken, sich kreativ auszutoben“, sagt Monika Lysik, Koordinatorin im offenen Bereich des SOS-Kinderdorfzentrums.

Unter dem Motto „Es gibt nichts Falsches“ lernen die fünf Jungs und beiden Mädchen erste Grundzüge des Comic-Zeichnens. Ausgestattet mit Stiften, Radiergummis und vorgedruckten Blättern mit Comic-Kästchen legen sie los. Zu Anfang sollen die Kinder Strichmännchen zeichnen, danach gibt Jeff Hemmer ihnen eine Gruppenaufgabe: Sie sollen ein Cadavre Exquis anfertigen. Das ist eine surreale Methode, spielerisch und aus dem Zufall heraus ein Bild entstehen zu lassen. Konkret heißt das, ein Kind fängt eine Zeichnung an, die weitergegeben und vom nächsten weitergezeichnet wird. Dabei sind interessante Kreationen, vom Fabelwesen bis zum sechsäugigen Tier, entstanden.

„Es ist spannend, zu sehen, wie die Kinder sich im Laufe des Workshops entwickeln, öffnen und ihre eigenen Geschichten kreieren – von spannend bis lustig oder experimentell“, sagt Hemmer. Die Kinder lernen außerdem mithilfe eines Rasters Gesichter in Comicfiguren zu verwandeln und erstellen in Teamarbeit eine Geschichte um eine Kugel. Diese erwecken sie zum Leben und lassen sie verschiedene Dinge erleben.

„Comics sind ein völlig freies Medium, und es ist immer wieder interessant, was sie mit einem beim Lesen machen, denn sie bestehen immer aus mindestens zwei Sequenzen, die eine Geschichte erzählen“, führt Jeff Hemmer aus. „Manche sind schnell und zackig oder sarkastisch, manche meditativ.“ Am Ende des Workshops soll ein Falt-Heftchen entstehen, in dem die Kinder ihre eigenen Comics wie ein Buch lesen und zu Hause weiter üben können. „Im Sommer wollen wir gerne so einen Workshop für junge Erwachsene organisieren“, kündigt Monika Lysik an. Sie hat den Workshop mit dem Zeichner organisiert. „Es ist auch ein Schritt in Richtung Vernetzung in Bremen und im Stadtteil. Und wir freuen uns total, dass Jeff es ehrenamtlich macht.“ Der gebürtige Luxemburger lebt seit acht Jahren in Bremen: Jeff Hemmer arbeitet hauptberuflich in einer Jugendhilfeeinrichtung in der Neustadt. Seit 2009 zeichnet er professionell Comics, die auch veröffentlicht wurden – unter anderem in dem Buch „Comic Culture Clash – in 20 Konflikten um die Welt!“.

„Comics sind ein völlig freies Medium.“ Zeichner und Workshopleiter Jeff Hemmer
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