Flughafen Bremen

Der Flughafen wird zum Erlebnis

Eine umgestaltete Sicherheitskontrolle und ein neuer Gastronomie- und Einkaufsbereich am Flughafen Bremen sind am Dienstag eröffnet worden. Im zweiten Schritt wird der Ankunftsbereich ebenfalls umgestaltet.
20.12.2016, 14:21
Lesedauer: 3 Min
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Von Jan-Felix Jasch

Eine umgestaltete Sicherheitskontrolle und ein neuer Gastronomie- und Einkaufsbereich sind am Dienstag eröffnet worden. Der erste Teil der Umbauarbeiten am Flughafen Bremen ist damit abgeschlossen. Im zweiten Schritt wird der Ankunftsbereich ebenfalls umgestaltet. Die Fertigstellung ist für Ende 2018 geplant

Flugreisen sollen schnell gehen, dabei aber auch immer noch sicher sein. Der ein oder andere Fluggast will auch noch einkaufen. Das war am Flughafen Bremen in der Vergangenheit nicht so richtig gut möglich. Von einem Shopping-Bereich konnte keine Rede sein. Es war eher ein Flughafen, der auf Reisen reduziert war.

Das änderte sich am Dienstagmittag. Denn da ist der neue Sicherheits- und Erlebnisbereich des Flughafens offiziell eingeweiht worden. Die alten Sicherheitsschleusen in Terminal eins und drei mit jeweils drei Kontrollspuren sind durch einen zentralen Bereich in Terminal zwei ersetzt worden. Dahinter erwartet die Reisenden dann ein Duty-Free-Shop mit breitem Angebot auf über fünfhundert Quadratmetern. Außerdem wurde das gastronomische Angebot erweitert. Die Zeit bis zum Abflug können sich Reisende in zwei Gastronomiebetrieben vertreiben. Auch für ausreichend Rückzugsplätze ist gesorgt. Gäste können dort ihre Smartphones oder Laptops an Steckdosen aufladen oder einfach aus der Glasfront das Treiben auf dem Rollfeld beobachten.

Flughafen finanziert Umbau ohne Steuergelder

Flughafenchef Jürgen Bula zeigte sich erfreut über die Eröffnung des neuen Bereiches. „Der neue Bereich lebt von Licht und Freiheit“, sagte er. Außerdem sei er stolz, dass der Flughafen es geschafft habe, die Umbaumaßnahmen bei laufendem Betrieb durchzuführen, ohne dass der Reiseverkehr eingeschränkt gewesen sei.

Unter dem Titel „Smart Departure“ hatte der Flughafen Bremen im April 2016 mit den Umbaumaßnahmen begonnen. Neben dem Abflugbereich und der Sicherheitskontrolle stand auch eine Modernisierung der Gebäudetechnik im Vordergrund. Auch der Brandschutz und die Energieeffizienz des Gebäudes sind verbessert worden, sagte der Flughafenchef.

Weitere Umbauten geplant

Mit dem neuen Abflugbereich des Flughafens ist bisher der erste Teil der Umbaumaßnahmen fertiggestellt worden. Im zweiten Teil soll der Ankunftsbereich modernisiert werden. Im Abflugbereich soll dafür noch eine Lounge entstehen, die für alle Fluggäste gegen Bezahlung nutzbar sein wird. Dieser Bereich soll Ende April 2017 eröffnet werden. Der gesamte Umbau soll dann Ende 2018 komplett fertig sein. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf zehn Millionen Euro. Ein Betrag, den der Flughafen komplett aus eigener Tasche und ohne öffentliche Zuschüsse durch Steuergelder finanziert. „Das zeigt, dass der Bremer Airport wirtschaftlich gesund ist“, sagte Wirtschaftssenator Martin Günthner bei der Eröffnung. Es sei ein guter Tag für Bremen, so der Senator. Der Flughafen wolle weiter wachsen, die derzeitige Kapazität von rund drei Millionen Reisenden pro Jahr gesteigert werden. Dazu müsse der Flughafen jedoch mit der Zeit gehen, durch den neuen Abflugbereich sei ein wichtiger Schritt dazu getan, sagte Günthner.

Neue Sicherheitskontrolle

Ein weiterer wichtiger Schritt hin zu einem moderneren Flughafen war die Erneuerung der Sicherheitskontrolle. Seit Jahren habe es hierzu bereits Überlegungen gegeben, sagte der Präsident der Polizeidirektion Hannover, Martin Kuhlmann. „Ein wichtiges Projekt, das jetzt zum Abschluss kommt“, sagte er. Seit April 2015 war an der neuen Lösung gebaut worden. Die neu entstandene zentrale Kontrolle könne nicht nur mehr Reisende abfertigen, sondern auch Personalressourcen bündeln. Außerdem sei das Umfeld durch die weitläufige Gestaltung wesentlich angenehmer für die Angestellten, sagte Kuhlmann.

Auch betonte der Präsident der Polizeidirektion Hannover immer wieder, dass es gerade in der heutigen Zeit wichtig sei, moderne Strukturen zu schaffen, um eine möglichst hohe Sicherheit zu gewährleisten. „Die Sicherheitsstandards an Flughäfen sind europarechtlich festgelegt, der Weg dahin bleibt aber jedem Flughafen überlassen“, erklärte er. Am Flughafen in Bremen habe man sich für einen Sicherheitsscanner entschieden, der höchsten Ansprüchen genügt. Bei technischen Neuerungen sei jederzeit möglich, die Scanner und die Kontrollspuren umzubauen. „Dafür wurde beim Bau genug Platz gelassen“, sagte Kuhlmann.

Reisende werden gescannt

Für die Reisenden änderten sich bei der Kontrolle jedoch nicht viel. Man muss das Handgepäck weiterhin abgeben. Auch Tascheninhalte wie Tücher müssen abgegeben werden. Gürtel oder Brillen können hingegen behalten werden. Dann muss sich der Reisende auf eine Marke auf dem Boden stellen und die Arme abwinkeln. Der Scanner ist in dann in der Lage, Dinge zu erkennen, die ungewöhnlich sind – zum Beispiel Ausbuchtungen in Taschen oder unter Oberteilen. In einer sogenannten Diskretionskabine wird der Reisende dann genauer untersucht. Die Betroffenen können in den Kabinen auf einem Bildschirm auch selber sehen, wo der ungewöhnliche Bereich zu finden ist. Kuhlmann betont auch, dass die Privatsphäre der Personen weiterhin gewährt sei, da die Darstellung anhand eines Schemas erfolge und nicht an den tatsächlichen Körpern. Flughafenchef Bula fügte den Ausführungen noch hinzu, dass es auch eine Wanne für Schuhe gebe. „Das war uns aus hygienischen Gründen wichtig.“

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