Die Geschichte

Der Hafen wandelt sich

Die Schlachte ist seit dem 13. Jahrhundert der Haupthafen Bremens. Erst ab 1907 gesellen sich die Überseehäfen dazu. Der Stadtteil Häfen war immer im Wandel, immer in Bewegung. Das ist auch heute noch so.
16.12.2016, 11:20
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Von Lisa Schwarz
Der Hafen wandelt sich

Von Weitem sehen die Containerbrücken wie neuzeitliche Dinosaurier aus.

Jonas Völpel

Die Schlachte ist ab dem 13. Jahrhundert der Haupthafen der Stadt Bremen. Erst Ende des sechsten Jahrhunderts wird eine Kaimauer errichtet. Was ab dem 17. Jahrhundert folgt, ist die Verlandung der Weser.

Aus diesem Grund wird zwischen den Jahren 1619 bis 1623 der erste künstliche Hafen in Vegesack angelegt, in dem Waren umgeladen und nach Bremen transportiert werden. Zwischen 1827 und 1830 wird schließlich Bremerhaven gegründet und auch der Alte Hafen an der Wesermündung wird gebaut.

1840 wird der westliche Teil des Neustadtgrabens zu einem „Sicherheitshafen“ ausgebaut und 1873 deutlich erweitert. Erst seit dem Jahr 1900 heißt er Hohentorshafen. Der Weserbahnhof wird von 1857 bis 1860 errichtet und ermöglicht damit den direkten Umschlag vom Schiff auf die Eisenbahn. Die Abwicklung des Hafenumschlags übernimmt die 1877 gegründete Bremer Lagerhausgesellschaft (BLG). Der seit dem Jahr 1938 „Europahafen“ genannte Freihafen wird zwischen 1884 und 1888 errichtet und nur sieben Jahre später wird die Weserkorrektur beendet. Die Weser hat nun eine Tiefe von fünf Metern.

Ausbau der Überseehäfen

Im Jahr 1888 gehört Bremen zum Deutschen Zollverein, das Gebiet des Freihafens bleibt allerdings Zollausschlussgebiet unter der Auflage, dass sich keine weitere Industrie in dem Gebiet ansiedeln darf. Der heutige Überseehafen wird zwischen 1901 und 1906 gebaut. Zwischen 1907 und 1910 entstehen die Industriehäfen, anschließend werden vor allem die Überseehäfen weiter ausgebaut.

Im Zweiten Weltkrieg wird ein Großteil der Schuppen, Speicher und Krane zerstört, allerdings nur 20 Prozent der Kajen. Und so beginnt bereits wenige Wochen nach dem Ende des Krieges der Hafenbetrieb.

Im Jahr 1950 ist die erste Phase des Hafenwiederaufbaus abgeschlossen und auch der Umschlag erreicht wieder den Vorkriegsstand. In den 1960er Jahren ist die Weser auf 8,7 Meter vertieft worden und zwischen 1960 und 1964 folgt der Bau des Neustädter Hafens, um die Häfen auf der rechten Weserseite zu entlasten.

Der Hafen wandelt sich

1966 wird Bremen vom ersten Containerschiff angelaufen und ist damit der erste deutsche Zielhafen für Voll-Containerschiffe. Zwei Jahre später wird der Container-Terminal im Neustädter Hafen errichtet und ab dem Jahr 1972 wird die Weser auf 10,7 Meter vertieft. In den folgenden Jahren geht der Stückgutumschlag deutlich zurück und der Containerumschlag steigt deutlich an. Aus diesem Grund werden in Bremerhaven weitläufige Terminals an der Stromkaje gebaut. In den frühen 1990er Jahren werden große Teile der Kajen im Überseehafen wegen Einsturzgefahr geschlossen und nach der Teilverfüllung des Beckens sind nur noch wenige Kajen nutzbar.

Im Jahr 1992 beginnt die Stadt Bremen, den Freihafenbezirk und die nicht mehr ausgelasteten Hafenreviere umzustrukturieren. Was folgt, ist eine kontroverse Diskussion über die Nutzung der alten Hafenreviere. 1998 wird der Überseehafen schließlich zugeschüttet, auf dem Gebiet soll die Überseestadt entstehen. Ein Jahr später wird das Zollfreigebiet Freihäfen auf der rechten Weserseite aufgehoben und ein weiteres Jahr später der Großmarkt „Frische-Zentrum Nord“ auf dem Gelände des Überseehafens gebaut.

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