Die zweitgrößte Religion weltweit

Der Islam - ein kleines Glossar

Der Islam ist nach dem Christentum (circa 2,2 Milliarden Anhänger) mit 1,6 Milliarden Gläubigen die zweitgrößte Religion weltweit. Vielen Menschen sind einige Begriffe der Religion trotzdem fremd.
05.03.2015, 00:00
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Der Islam - ein kleines Glossar
Von Kristin Hermann

Der Islam ist nach dem Christentum (circa 2,2 Milliarden Anhänger) mit 1,6 Milliarden Gläubigen die zweitgrößte Religion weltweit. Vielen Menschen sind einige Begriffe der Religion trotzdem fremd. Unsere Übersicht erläutert mehrere von ihnen.

SUNNITEN UND SCHIITEN

Die Sunniten bilden die größte Glaubensrichtung innerhalb des Islam. Die Schiiten wiederum stellen circa 15 Prozent der Muslime weltweit. Nach dem Tod des Propheten Mohammed zerstritten sich die Gläubigen in der Frage seiner Nachfolge. Während die Sunniten die vier sogenannten „rechtgeleiteten Kalifen“ anerkennen, halten die Schiiten einzig den vierten von ihnen für Mohammeds Nachfolger.

MUSLIM

Ein Muslim gehört dem Islam an. Als Bedingung für jeden Muslim sehen Gelehrte den Glauben an Allah, seinen Propheten Mohammed und daran, dass der Koran als Gottes Wort unbedingte Gültigkeit hat.

KORAN

Der Koran ist die die Heilige Offenbarungsschrift des Islam, die gemäß dem Glauben der Muslime die Offenbarung Gottes (Allah) an den Propheten Mohammed enthält. Formal besteht der Koran aus 114 Abschnitten, sogenannten Suren.

RAMADAN

Als Ramadan wird bei den Muslimen der Fastenmonat bezeichnet. Das Fasten dauert meist 30 Tage, sein Beginn und sein Ende werden nach dem Mondkalender bestimmt.

IMAM

Als Imam wird der Vorbeter beim obligatorischen Gebet bezeichnet. Der Begriff wird aber auch für Personen gebraucht, die religiöse und politische Autorität vereinen. In diesem Sinne steht der Imam bei den Sunniten neben dem Kalif für das Oberhaupt der Gemeinschaft.

SCHARIA

Der Begriff wird im heutigen Sprachgebrauch für „islamisches Recht“ verwendet, bedeutet im engeren Sinne jedoch die von Allah gesetzte Ordnung im Sinne einer islamischen Normativität. Der Ruf nach Einführung der Scharia ist gegenwärtig in vielen muslimischen Staaten zu einem politischen Kampfbegriff geworden.

SALAFISMUS

Salafisten, die Anhänger der Ideologie des Salafismus, sehen sich als Verfechter eines aus ihrer Sicht ursprünglichen und unverfälschten Islams, wie er vom Propheten Mohammed und den ersten Muslimen praktiziert worden sei. Salafisten sehen ausschließlich die Bestimmungen des Korans und der Sunna (Prophetentradition) als verbindlich an.

ISLAMISMUS

In Abgrenzung zur Religion „Islam“ bezeichnet der Begriff „Islamismus“ eine religiöse Form des politischen Extremismus. Zentraler Bestandteil dieser Ideologie ist der allumfassende Geltungsanspruch des islamischen Rechts, der Scharia, in einer totalitären, sämtliche Lebensbereiche betreffenden Auslegung. Die islamistische Ideologie versteht die Scharia als eine von Gott gesetzte verbindliche, unabänderliche Ordnung des Lebens in allen Bereichen.

MÄRTYRER

Märtyrer sind Personen, die im Kampf für den islamischen Glauben oder bei dessen Verteidigung zu Tode kommen. An verschiedenen Stellen spricht der Koran vom Lohn, der diejenigen erwartet, die für die Sache Gottes sterben.

DSCHIHAD

Wörtlich übersetzt bedeutet Dschihad „sich mühen, auf dem Pfade Gottes wandeln, Anstrengungen unternehmen“. Heute wird der Begriff oft auch als „Heiliger Krieg“ der Muslime zur Verteidigung und Ausbreitung des islamischen Glaubens verwendet. (hek)

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