Kommentar zum Kohleausstieg

Der Kohle-Kurs der Bundesregierung ist vernünftig

Der Fahrplan zum Kohleausstieg der Bundesregierung ist vernünftig, meint Markus Peters. Wenn vorübergehend noch Kohle verstromt werden muss, dann ist es sinnvoll, das möglichst effizient zu tun.
16.01.2020, 14:25
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Der Kohle-Kurs der Bundesregierung ist vernünftig
Von Markus Peters
Der Kohle-Kurs der Bundesregierung ist vernünftig

In den Jahren 2026 und 2029 soll überprüft werden, wie der Kohleausstieg läuft.

Hendrik Schmidt

Dass der Fahrplan zum Kohleausstieg bei Klimaschützern kaum für Beifall sorgen würde, war zu erwarten. Trotzdem ist der pragmatische Kohle-Kurs der Bundesregierung vernünftig. Das Thema Energieversorgung ist zu komplex für reine Symbolpolitik. Solange die offenen Fragen des Transports und der Speicherung des Stroms aus erneuerbaren Energien nicht zufriedenstellend gelöst sind, dürfte ein sofortiger Kohleausstieg eher kontraproduktiv sein. Wenn für eine Übergangsphase weiter Strom aus fossilen Brennstoffen genutzt wird, dann ist es dagegen sinnvoll, das möglichst effizient zu tun.

Das neue Steinkohle-Kraftwerk Datteln 4 erreicht einen Wirkungsgrad von 45 bis 47 Prozent. Der beschreibt die Leistung im Vergleich zum Heizwert des Brennstoffs. Ein herkömmliches Braunkohlekraftwerk schafft dagegen nur 35 Prozent. Da ist es eine vernünftig, ein modernes Steinkohle-Kraftwerk ans Netz zu lassen. Ohnehin bleibt die Frage, ob sich Deutschland einen weiteren nationalen Energie-Alleingang erlauben sollte. Der Atomausstieg hat bisher europaweit kaum Signalwirkung entfaltet. Beim Kohleausstieg könnte es zukünftig ähnlich sein.

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