Außengastronomie in der City Der Marktplatz bekommt Möbel

Bremen. Der Marktplatz bekommt Möbel. Tische und Stühle vor dem Schütting, wo heute ein Restaurant eröffnet wird. Bisher gibt es Außengastronomie nur an der nördlichen Seite des Platzes. Der Landesdenkmalpfleger hat dem Plan zugestimmt.
03.07.2013, 05:00
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Der Marktplatz bekommt Möbel
Von Jürgen Hinrichs

Bremen. Der Marktplatz bekommt Möbel. Tische und Stühle vor dem Schütting, wo heute ein Restaurant eröffnet wird. Bisher gibt es Außengastronomie nur an der nördlichen Seite des Platzes. Der Landesdenkmalpfleger hat dem Plan zugestimmt.

"1783", Gründungsjahr des "Clubs zu Bremen" und Name des neuen Restaurants im Schütting. Heute wird es eröffnet und setzt damit eine Tradition fort. Nie wollten die Bremer Kaufleute in ihrem Haus am Marktplatz nur kühl rechnen und Politik machen. Immer war genauso wichtig, einen guten Tropfen zu trinken und sich am Essen zu laben. Fortan, und das ist neu, wird das auch draußen möglich sein. Der Marktplatz, Bremens gute Stube, bekommt Tische und Stühle nun auch an seiner westlichen Seite. Die Genehmigung vom Landesdenkmalpfleger liegt bereits vor.

Eine Außengastronomie gibt es unmittelbar am Marktplatz bisher nur an der nördlichen Seite, vor einem Restaurant, einem Bistro und einem Café. Die jetzt geplante Möblierung wird dem Platz ein neues Gepräge geben. Und weil das in Nähe zum Weltkulturerbe Rathaus und Roland geschieht, hatte die Denkmalpflege bei dem Projekt ein gewichtiges Wort mitzureden.

"Ich habe nichts dagegen", sagt Landesdenkmalpfleger Georg Skalecki. Orte wie der Bremer Marktplatz bräuchten Leben. "Der Platz darf nicht unter die Käseglocke und musealisiert werden." Bedingung sei aber, dass bei der Möblierung mit Sorgfalt geplant werde. "Da muss Qualität hin." Ein Aspekt, den Skalecki auf die gesamte Umgebung des Rathauses bezieht. Speziell auf den Marktplatz, aber auch auf den Liebfrauenkirchhof. Der Denkmalpfleger wünscht sich bei Tischen, Stühlen und Schirmen eine Aufwertung.

Vor dem neuen Restaurant im Kellergewölbe des Schüttings sollen 80 Außenplätze geschaffen werden. Nicht direkt vor dem Gebäude, sondern ein paar Meter zum Hanseatenkreuz hin, zur Mitte des Marktplatzes. Grund ist die Wegführung. Vor dem Schütting muss schon aus Feuerschutzgründen eine Gasse freibleiben. Radfahrer, die den Weg zwischen Markt- und Langenstraße für eine schnelle Verbindung nutzen, haben also weiterhin freie Fahrt.

Die Betreiber des Restaurants werden quasi Nachbarn von sich selbst. Es sind die beiden Gastronomen Fritz Oliver Rößler und Arnd Feye, die gegenüber vom Schütting den Ratskeller betreiben. Feye, ein früherer Spitzenkoch, hatte 1987 zusammen mit Fritz Rößler senior im Hotel zur Post am Bahnhof das Restaurant L’Orchidée gegründet. Serviert wurde ein Essen der Extraklasse, zum Lohn gab es schon nach kurzer Zeit einen Stern. Später zog das Restaurant in den Ratskeller, wich dort aber im Jahr 2008 einer neuen Konzeption.

Die Küche im "1783" soll ein wenig die alten Kochkünste von Arnd Feye zitieren, trotzdem aber nicht überambitioniert sein, wie Feye und Rößler sagen. "Es wird ein paar Klassiker geben wie meine Terrine von Räucheraal und Granat," kündigt Feye an. Schmorgerichte auch, die im gusseisernen Topf serviert werden. Ragouts und Frikassees. Das Niveau der Küche soll im Ganzen etwas über dem Ratskeller liegen, aber keine Höhen erreichen, die den Preis der Gerichte explodieren lassen. "Wir wollen hier keine Schwellen bauen", sagt Feye.

Das Restaurant im Gewölbe des Schüttings grenzt direkt an die Räume des "Clubs zu Bremen". Er ist einer der ältesten Vereine seiner Art in Deutschland und geht auf die "Gesellschaft Museum" aus dem Jahr 1783 zurück. Von Anfang an gab es eine enge Verbindung zur bremischen Kaufmannschaft, dokumentiert unter anderem mit dem Umzug des Clubs in die Räume des Schüttings. Vor dem Jahr 1952 hatte er sein Domizil an der Ecke Schüsselkorb/Domshof.

Der "Club zu Bremen" hat die Räume im Souterrain von der Handelskammer gepachtet. Die Betreiber des Restaurants wiederum zahlen die Pacht an den Club. Im Grunde werden die beiden Einrichtungen gar nicht voneinander zu trennen sein. Folgerichtig deshalb, dass die offizielle Eröffnung des Lokals am 14. Juli den Clubmitgliedern vorbehalten bleibt. Ansonsten aber soll "1783" ein Restaurant sein, das allen offen steht. Sowieso und besonders, wenn erst einmal die Tische und Stühle auf dem Marktplatz aufgestellt sind.

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