Waller Ortspolitiker stimmen Freiraumkonzept für Dedesdorfer Platz zu

Der nächste Akt: Die Parkplatzfrage

Walle. Das Konzept für die Gestaltung des ehemaligen BSV-Platzes mitten im Herzen von Walle steht: „Der Fachausschuss Quartiersentwicklung stimmt der vorgestellten Freiraumplanung für den Dedesdorfer Platz grundsätzlich zu“, einigten sich kürzlich in der Sportklause die Waller Ortspolitiker auf den überarbeiteten Entwurf der Landschaftsarchitekten vom Berliner „Atelier Le Balto“.
02.06.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Anne Gerling

Das Konzept für die Gestaltung des ehemaligen BSV-Platzes mitten im Herzen von Walle steht: „Der Fachausschuss Quartiersentwicklung stimmt der vorgestellten Freiraumplanung für den Dedesdorfer Platz grundsätzlich zu“, einigten sich kürzlich in der Sportklause die Waller Ortspolitiker auf den überarbeiteten Entwurf der Landschaftsarchitekten vom Berliner „Atelier Le Balto“.

Dennoch gab es in der öffentlichen Sitzung des Ausschusses reichlich – und auch kontroversen – Diskussionsstoff. Mit dem der Teilbebauung vorangehenden Verfahren zur Bebauungsplanänderung nämlich werden auch Fragen zu KFZ-Stellplätzen und zur Erschließung auf den Tisch kommen.

In diesem Zusammenhang hatte kurz vor der Fachausschusssitzung die Bürgerinitiative (BI) Waller Mitte kritisiert, das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) plane, auf dem Platz direkt an den Rand des Fußballfeldes Parkplätze zu bauen. „Der Platz droht – wieder mal – beschnitten zu werden, und die Konflikte der NutzerInnen von Park- und Fußballplatz sind vorhersehbar“, hieß es dazu seitens der BI.

Es geht dabei um die Parkplätze, die für die an der Verlängerung der Sandstedter Straße geplanten 60 neuen Wohnungen nachgewiesen werden müssen. Wie viele Plätze es im Endeffekt tatsächlich sind, dazu gebe es verschiedene Schlüssel, so Rainer Imholze, der in der Baubehörde den Bereich Zentren- und Innenstadtentwicklung verantwortet und seit dem Sommer 2013 die Umgestaltung des Dedesdorfer Platzes koordiniert. So variiere zum Beispiel je nach Mobilitätskonzept die Zahl der benötigten öffentlichen Parkmöglichkeiten zwischen acht und 17 Plätzen.

Was wünschen sich wohl die zukünftigen Bewohner? Circa sechs Baugemeinschaften haben Interesse an Projekten auf dem Areal bekundet; innerhalb dieser Gruppen gibt es offenbar unterschiedliche Sichtweisen zum späteren Parkraumbedarf. Darüber hinaus vermag heute niemand vorherzusagen, wie die Situation sich langfristig entwickeln wird – etwa, wenn die Bewohner eines Tages wechseln.

„Der Freiraum soll so groß wie möglich bleiben. Gleichzeitig gibt es Rahmenbedingungen dazu, wie viele Stellplätze jeweils erforderlich sind. Wir sehen generell die Problematik und wollen das gelöst wissen“, sagt dementsprechend Fachausschusssprecher Gerald Wagner (SPD). In einem öffentlichen Workshop soll gemeinsam mit allen Beteiligten nach einer Lösung gesucht werden, fordern die Ortspolitiker. „Es geht darum, dass man alle möglichen Alternativen vernünftig vorgestellt bekommt“, so Wagner.

Eine Anregung, die auch bei der Bürgerinitiative gut ankommt. „Uns geht es vorrangig um einen schönen Platz möglichst ohne Autos am Rand, sodass beim Fußballspielen keine Bälle auf Autos fliegen können“, betonte nach der Sitzung Anne Schweisfurth: „Wir hätten gerne so wenig Autos wie möglich oder dass nach anderen Orten gesucht wird. Die Idee, nicht erst einen Plan zu machen, sondern schon im Vorfeld die Ideen von Baugruppen und Bürgerinitiative einzuarbeiten, finden wir gut!“

Ebenso wie die bisher geplanten Stellplätze bewertet der Ausschuss auch die an der Sandstedter Straße vorgesehene Wendeschleife für Müllfahrzeuge als kritisch und will hierzu Alternativen suchen. Im Bebauungsplanverfahren wird dann auch über die Breite der Straße diskutiert werden müssen.

Parallel zu dem Verfahren sollen auch die Grundstücksausschreibungen für Baugruppen auf den Weg gebracht werden. Thomas Czekaj von der „Koordinierungsstelle für Baugemeinschaften in Bremen“ ist aktuell mit der Ausarbeitung der Bedingungen für die Ausschreibungen und Vergabeverfahren befasst – im Juli hatte der Waller Beirat mehrere Eckpunkte zu diesem Thema beschlossen.

Währenddessen warten die Bürgerinitiative, Waller Kinder und Jugendliche und etliche Nachbarn sehnsüchtig darauf, dass der Dedesdorfer Platz wieder geöffnet werden kann. Mittlerweile ist die Dioxin-Sanierung abgeschlossen und Anfang Mai wurde eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt.

„Es ist toll, dass Rainer Imholze sich dafür einsetzt, dass der Platz wieder geöffnet wird. Wir haben mit ihm einen tollen Ansprechpartner“, betont Anne Schweisfurth, denn übergangsweise soll nun ein Teil der Fläche so hergerichtet werden, dass bis zum Beginn der eigentlichen Umgestaltung die Zwischennutzung wieder anlaufen kann. Ein Beachvolleyballfeld und zwei Boule-Bahnen sind geplant, auch der Container der Waller Leselust zieht wieder vom Stiftungsdorf Walle zurück auf den Dedesdorfer Platz.

Mitte Juni soll die Ausschreibung für die Arbeiten abgeschlossen sein, sodass der Platz hoffentlich zu den Sommerferien wieder geöffnet werden könne, so Rainer Imholze. „Keine Zeit verlieren: Das ist jetzt mein Ziel“, sagt er mit Blick auf das, was dann kommt.

Am Sonntag, 5. Juni, wird auf der Vegesacker Straße von 11 bis 18 Uhr „Walle – das Fest“ gefeiert. An diesem Tag informiert die „Waller Mitte“ am Eingang zum Dedesdorfer Platz bei der Sportklause über die aktuelle Planung. Dabei werden auch Vertreter unterschiedlicher Baugruppen vor Ort vertreten sein.

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