Information zu Baustellen im Beirat Der nächste Brückenneubau in Huchting kommt 2020

Die nächsten Verkehrsstaus zeichnen sich in Huchting ab, weil die Brücke über die Varreler Bäke ersetzt werden muss. Die Bauarbeiten am Bürger- und Sozialzentrum indes schreiten voran.
22.02.2018, 06:20
Lesedauer: 4 Min
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Von Reiner Haase

Zwei Jahre lang wird die Bundesstraße 75 zum Nadelöhr für den Straßenverkehr, weil die Brücke über die Varreler Bäke durch ein neues Brückenbauwerk ersetzt wird. Das teilte Benedikt Zierke von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -baugesellschaft (Deges) in der jüngsten Sitzung des Huchtinger Beirats mit. Dem aktuellen Zeitplan zufolge wird diese Baustelle den Verkehr in den Jahren 2020 und 2021 behindern. Dann wird jeweils nur eine Fahrspur pro Richtung zur Verfügung stehen. An einigen Wochenenden werde die B75 komplett gesperrt, berichtete Zierke weiter.

„In den Verkehrsspitzenzeiten wird es Staus geben“, sagt Zierke voraus, morgens also vor allem stadteinwärts und nachmittags stadtauswärts, jeweils verbunden mit Ausweichverkehr. Der zusätzliche Verkehr wird vor allem die Verkehrsschlagadern im Stadtteil betreffen, die Huchtinger Heerstraße, die Kirchhuchtinger Landstraße und die Heinrich-Plett-Allee. Und Planer Zierke versuchte, den Sorgen der Huchtinger Kommunalpolitiker und Quartiersbewohner mit der Voraussage die Spitze zu nehmen, dass bis 2020 der Bau der Autobahn 281 so weit fortgeschritten sein soll, dass mehr Lastwagen als bisher auf dem Weg ins Güterverkehrszentrum und zurück die B75 und Huchting meiden.

Verkehrsprognose vorgelegt

Benedikt Zierke lieferte die dazu gehörigen Zahlen der Verkehrsprognose. Derzeit benutzen 36.000 Fahrzeuge täglich die Bundesstraße 75, jedes fünfte davon ein Lastwagen. In der Bauphase soll die Zahl der Fahrzeuge auf 32.000 zurückgegangen sein, in etwa mit gleichbleibendem Anteil des Schwerlastverkehrs. Und nach Abschluss der Brückenbauarbeiten soll die Belastung der B75 weiter abnehmen. Für 2030 ist eine Belastung der Straße mit 30.200 Fahrzeugen errechnet – mit Abnahme des Schwerlastverkehranteils auf 14 Prozent.

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Aktuell werden dem Deges-Vertreter zufolge die Unterlagen für das Planfestsstellungsverfahren komplettiert. Die Biotop-Bestandsaufnahme für die neue Brücke in einem geschützten Flora-Fauna-Habitat (FFH-Gebiet) sei abgeschlossen. Im Umfeld der Brücke gibt es in viel Grün gebaute Siedlungen, einen Eichen-Mischwald, ein Weidegebiet und an den Ufern der Bäke Staudenfluren. Zu den erfassten Arten gehören Libellen, Erdkröten und die intensiv jagende Wasserfledermaus. „Im Brückenbauwerk hat die Fledermaus keine Quartiere“, betonte Zierke. „Und der Baubeginn wird deutlich vor oder nach die Brutzeit gelegt“, ergänzte er. Den Anwohnern versprach er, dass beim Bau mit erschütterungsarmen Maschinen gearbeitet wird.

Die als nicht mehr ausreichend tragfähig eingestufte Brücke über die Varreler Bäke werde eins zu eins ersetzt, kündigte der Deges-Sprecher an. Rechts und links erhalte sie allerdings einen zwei Meter breiten Sicherheitsstreifen. Das sei allein neuen Richtlinien des Straßenbaus geschuldet. „Die B75 wird keine Autobahn. Das kann ich Ihnen versprechen“, betonte Zierke.

Die alte Brücke wird mittig zwischen der Varreler Bäke, dem von Deichschutzfahrzeugen befahrbaren Rad- und Fußweg und dem Hochwasserdeich von sechs Säulen getragen und wirkt von unten luftig. Die neue Brücke wird je einen Durchlass für den Bachlauf und für den Weg bieten und wirkt in der geschlosseneren Bauweise kompakter. „Es wird helle Farbe aufgetragen, damit die Fische nicht abgeschreckt werden“, kündigte Zierke an. Die Anregung einer Huchtingerin, den Wegedurchlass mit Leuchten zu erhellen, damit kein Angstraum entsteht, will Zierke in der Planungsgruppe zur Diskussion stellen. Gregor Rietz (CDU) regte an, die B75 während der Zeit des Brückenbaus für Lastwagen über fünf Tonnen zu sperren. Zierke lehnte das klipp und klar ab: „Große Lastwagen würden auf die kleinen Straßen ausweichen. Ich würde ungern noch einmal nach Huchting kommen.“

Neues Gebäude des Bürger- und Sozialzentrums

Im weiteren Verlauf der Sitzung forderte Beiratssprecher Falko Bries (SPD) die Huchtinger Vereine und Initiativen auf, Anträge für die erste Tranche der Globalmittelvergabe bis zum 31. März im Ortsamt einzureichen. Der Topf ist wie im Vorjahr mit 22.000 Euro insgesamt gefüllt. Die Zuteilung der Zuschüsse soll wieder in zwei Etappen erfolgen.

Für eine Besichtigung des neuen Hauptgebäudes wurde die Beiratssitzung im „Sternensaal“ des alten Haupthauses des Bürger- und Sozialzentrums in der Amesfoorter Straße unterbrochen. Die Kindertagesstätte ist dort schon mit fünf Gruppen eingezogen (wir berichteten). „Das ganze Gebäude wird am Montag, 26. Februar, übergeben“, kündigte Architekt Gernot Happel von Immobilien Bremen (IB) an. Seine Kollegin Ina van Beek ergänzte, dass auf dem 12.000 Quadratmeter großen Gelände Zug um Zug Ersatzbauten für die alten Gebäude errichtet werden sollen, bevor die Altbauten abgerissen würden.

Als Blickfang kündigten die IB-Architekten ein großes Vexierbild an der Fassade des neuen Hauptgebäudes an. Wer von Süden kommt, sieht den Schriftzug „Bürger- und Sozialzentrum“ somit in großen Lettern. Von Norden her sollen die Signets der dort aktiven Vereine, Institutionen und Verbände zu erkennen sein. Für das gesamte Gelände werde an einem neuen Beleuchtungskonzept gearbeitet, versicherte van Beek auf Nachfrage Michael Horns (Die Linke). Auch die Wegweiser für die neuen Gebäude würden komplett erneuert.

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