Bundespräsident beim WESER-KURIER Der Präsident im Pressehaus

Einer der Besuchspunkte, der nicht im offiziellen Programm des Bundespräsidenten stand, war ein Gespräch beim WESER-KURIER. Dort traf Frank-Walter Steinmeier auf eine Reihe junger Journalisten.
27.02.2018, 21:16
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Der Präsident im Pressehaus
Von Ina Bullwinkel

"Er ist da“, hallt es über den Flur im Pressehaus. Das Gemurmel im Newsroom verstummt. Seit Anfang Januar stand die exakte Uhrzeit für den Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier beim WESER-KURIER fest. Mindestens genauso lange dauerte die Planung an. Die Chefredaktion und ihr Sekretariat waren in stetem Kontakt mit dem Bundespräsidialamt, der Polizei und dem Bundeskriminalamt (BKA). Der Besuch musste vorbereitet werden. Von dem Zeitplan, dem genauen Ort über die Teilnehmer – wie bei seinen restlichen Terminen in Bremen legte das Staatsoberhaupt auch beim Treffen mit der Redaktion Wert darauf, jungen Menschen zu begegnen. Deswegen stand früh fest: Neben der Chefredaktion, einigen Ressortleitern und Redakteuren sollten vor allem auch Volontäre der Zeitung an dem Gespräch teilnehmen.

Jeder, der im Newsroom dabei ist, muss ein blaues Plastikbändchen vom BKA tragen. So ähnlich wie bei einem Festival: Wer keins hat, kommt nicht rein. Beamte von BKA und der Polizei Bremen sind bereits am Montag im Pressehaus gewesen, haben sich die Räume angesehen, die Eingänge kontrolliert und sich einen Eindruck von der Sicherheitssituation vor Ort verschafft.

Spürhunde und Spiegel

Dort, wo vor ein paar Stunden noch Beamte mit Spürhunden und Spiegeln an langen Stielen über den Teppich liefen, stehen jetzt Stühle und ein Fotograf auf einer Leiter bereit. Es ist kurz vor 15 Uhr am Dienstag, 26 Journalisten haben Platz genommen und beobachten, wie zwei schwarze Limousinen in den Innenhof des WESER-KURIER vorfahren. Kein Bundespräsident. 26 Köpfe drehen sich jetzt zu der Tür, durch die das Staatsoberhaupt und seine Frau Elke Büdenbender gleich hereinkommen sollen. Stimmen auf dem Flur, ein paar Frauen und Männer aus Steinmeiers Stab betreten den Raum. Kurz kehrt das Gemurmel zurück, nur um gleich wieder zu verklingen: Steinmeier und Büdenbender stehen tatsächlich im Newsroom und schütteln Hände. Sie im blauen Kostüm, er im dunkelgrauen Dreiteiler.

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Da es sich bei dem Treffen mit dem WESER-KURIER um ein Hintergrundgespräch handelt, dürfen die Redakteure und Volontäre zwar fragen, was sie wollen, zitieren dürfen sie aus dem Gespräch jedoch nicht.

Die WESER-KURIER-Vorstände Eric Dauphin und Jan Leßmann sowie Chefredakteur Moritz Döbler begrüßen Steinmeier und Büdenbender. Döbler bedankt sich für ihren Besuch, der „eine Ehre“ für das Medienhaus sei. In seiner Begrüßung verweist Döbler auf den guten Journalismus, den Steinmeier in einer Laudatio auf die New York Times gelobt hat. Guten Journalismus, hofft Döbler, findet Steinmeier auch beim WESER-KURIER. Die erste Frage kommt von Online-Redakteurin Carolin Henkenberens. Sie möchte vom Bundespräsidenten wissen, warum es ihm ein Anliegen war, vor allem mit jungen Menschen in Bremen zu sprechen. Danach ergibt sich ein munteres Gespräch über Demokratie in Deutschland und über die Parteienlandschaft.

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Auch nach seiner Rolle nach den Gesprächen der geplatzten Jamaika-Koalition wird Steinmeier gefragt und danach wie er seine Partei, die SPD heute sieht – obwohl seine Mitgliedschaft als Bundespräsident derzeit ruht. Die Redakteure sind auch interessiert daran zu erfahren, welche Bedeutung Steinmeier den Medien in Deutschland beimisst, welche Zeitungen er liest und was er über die Hasskommentare in den sozialen Netzwerken denkt.

Bremens Rolle als Stadtstaat

Gesprochen wird aber auch über Bremens Rolle als Stadtstaat und als Wirtschaftsstandort. Auch nach drei Worten, mit denen er Bremen beschreiben würde, wird der Bundespräsident gefragt. Und ob er findet, bei seinem Besuch ein authentisches Bild von dem Bundesland zu bekommen.

Elke Büdenbender antwortet ebenfalls auf viele der Fragen und teilt ihren Blick auf die Themen mit. Eine Stunde haben sie und der Bundespräsident sich Zeit für die Fragen der Journalisten genommen, bevor ein Mitglied des Präsidentenstabs das Ende des Gesprächs bedeutet. Noch einmal Händeschütteln, ein paar lockere Worte zum Abschied. Dann sind sie weg. So laut wie jetzt war das Gemurmel im Newsroom schon lange nicht mehr.

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