Bremer Kunsttherapeutin: "Ohne müssen und sollen" Der Seele freien Lauf lassen

Kunsttherapeutin Sybille Karima Althaus-Storbeck aus Bremen-Borgfeld setzt auf die spirituelle Kraft in jedem. Ihre Gedanken über einen Weg dorthin beschreibt sie in ihrem Buch.
21.05.2019, 14:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Kornelia Hattermann

Liebe heilt. Davon ist Sybille Karima Althaus-Storbeck zutiefst überzeugt. Als höchste Form der Energie. Und damit diese frei fließen kann, bietet die Kunsttherapeutin und geistige Heilerin mithilfe der Engel ihren Beistand an. Für Menschen, die an Spiritualität interessiert sind, hat die Bremerin ihre Gedanken in dem Buch „Ohne Müssen und Sollen – ein Mutmacher lichtwärts“ zusammengefasst.

Hast Du nichts Wichtigeres zu tun?, hat sie selbst ein Einstiegskapitel in ihrem Buch überschrieben. Angesichts der großen humanen, ökologischen und politischen Aufgaben in dieser Welt? Und dann nur sich selbst betrachten? „Erst die, die sich selbst gefunden haben, können auch über sich hinauswachsen und treffliche Entscheidungen fällen“, argumentiert Sybille Althaus-Storbeck. Es geht ihr nicht um Lebenshilfe für Aussteiger, sondern darum, in diesen an äußeren Gegebenheiten orientierten Zeiten den Weg zu einem zufriedenen und friedvollen Leben zu finden.

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Sie sei eine praktische und bodenständige Frau, sagt die 63-Jährige. Der idyllische Garten an ihrem Haus in Borgfeld, das sie mit ihrem Mann bewohnt, ist ein großes Hobby, in dem sie aktuell Wildkräuter sammelt, für grünes Müsli und Smoothies. „Ich habe auch einen anderen Blick auf Giersch entwickelt“, sagt sie lachend. Spinatplantage nenne sie die Ecke im Garten und nutze das Kraut wie Spinat, „nur frischen Giersch, sehr lecker“.

Außerdem malt sie, macht gern Musik, hat sich gerade eine Handpan zugelegt, und singt. Es gehe viel um Ausdruck bei ihr sowie auch in der Kunsttherapie, die sie in ihrer hellen Praxis, einem kleinen Anbau, anbietet. Pinsel und Farben und viele Farbkleckse an der Malwand und auf dem Tisch künden davon.

Mit Schülern meditiert

In Iserlohn wurde Sybille Karima Althaus-Storbeck geboren, in Siegen hat sie Theologie und Kunst studiert. Theologie sei ernüchternd gewesen, geradezu entsetzt sei sie gewesen. Sie wechselte zu Vergleichende Religionswissenschaften und war fasziniert. „Ich hatte das Gefühl, der Horizont öffnet sich.“

Die Liebe hat sie dann 1989 nach Bremen geführt, in Osterholz-Scharmbeck hat sie Religion an der Realschule unterrichtet – und von den Schülern viel gelernt. „Und dann habe ich angefangen, mit ihnen zu meditieren – das fanden sie toll.“ Seit ihrem 13. Lebensjahr übt sie sich selbst in Yoga und Meditation.

Kollegen hätten gefragt, was sie mit ihren Schülern anstellen würde, die würden so glücklich aussehen. Für eine Übernahme in den Schuldienst der Sekundarstufe wurden ihre Examen aus Nordrhein-Westfalen nicht anerkannt, und so habe sie angefangen, mit Erwachsenen zu meditieren.

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Doch dann habe sie gemerkt, dass das häufig nur ein Notpflaster über einen tiefer sitzenden Schmerz, ein tiefer sitzendes Unbehagen sei. Und sich gefragt: Wieso gibt es arme und kranke Menschen, die dennoch glücklich sind und andere, die vermeintlich alles haben, aber unglücklich sind?

Dem wollte sie auf den Grund gehen. Ihr alter Pädagogikprofessor in Siegen unterrichtete zu der Zeit Kunsttherapie, die auch sie dann studierte. Freiberuflich bietet sie seither diese Therapieform an, zurzeit individuell, aber auch für Gruppen und in Seminaren. In der Kunsttherapie komme man weg von der Sprache, es gehe darum, der Seele freien Lauf zu lassen, das auszudrücken, was man nicht in Worte fassen könne.

Kinder könnten es oft sprachlich gar nicht, Erwachsene formulierten ein vermeintliches Problem. Als Therapeutin sei es ihre Aufgabe, den richtigen Impuls zu geben, Fragen im richtigen Moment zu stellen und damit Heilsames in dem Gemalten aufzuzeigen. Als die Therapeutin ein „schönes Buch über Engelheilung gelesen“ hatte, wollte sie wissen, was sich dahinter verbirgt.

Das Intuitive, die Verbindung von Körper, Geist und Seele, die Spiritualität sprachen sie an – und haben sie nicht mehr losgelassen. Engel, an die Christen, Juden und Muslime glaubten, sei eine Benennung, die Menschen dem Phänomen gegeben hätten, um darüber kommunizieren zu können.

Mentalität des Teilens ist notwendig

Viele erlebten heute den Klimawandel, das Artensterben, den Erfolgs- und Konkurrenzdruck als bedrohlich. „Wir lernen, eher gegeneinander als miteinander und füreinander zu arbeiten.“ Das Habenwollen, das Sich-Durchsetzen-Wollen mache aber nicht glücklich, führe nicht weiter. „Wir brauchen ein neues Bewusstsein über unser Leben“, sagt die Therapeutin.

Eine Mentalität des Teilens, des Wohlwollens. Mit Begriffen wie beispielsweise die „Achse des Bösen“ kann sie nichts anfangen. Das Böse gebe es nicht, das seien Projektionen, Vereinfachungen. Warum greifen Menschen zu bösen Mitteln sei die Frage, mit der die Klärungsarbeit anfange.

Immer stärker sei ihr Bedürfnis geworden, ihre Gedanken aufzuschreiben, was sie jahrelang für ihr Buch gemacht habe, in dem sie auch Geschichten, Meditationen, Übungen und Gebete wiedergibt. In ihrer therapeutischen Arbeit habe sie über die Jahre gelernt, sich selbst total zu vertrauen und dass ihre Intuition richtig sei, sagt Sybille Karima Althaus-Storbeck. Eine gewisse Hellsichtigkeit habe sich vom Vater übertragen, sie selbst sei immer präziser geworden. „Das ist Schulung und Übung, wie bei einem Sportler.“ Nur wenn es um sie selbst geht, fragt sie ihren Ehemann, früher Studienrat, der auch Meditationskurse gibt und entsprechende Seminare für Lehramtsstudierende angeboten hat.

Weitere Informationen

Das Buch „Ohne Müssen und Sollen“ von ­Sybille Karima Althaus-Storbeck ist im Windpferd-Verlag erschienen und kostet 14,95 Euro. Die Autorin schreibt jetzt an einer Weiterführung zum Thema.

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