75 Jahre WESER-KURIER 75 Jahre guter Journalismus

Redakteure, Volontäre, freie Mitarbeiter, Grafiker und sogar die gesamte Redaktion: Verschiedene Experten-Jurys haben den WESER-KURIER schon mit Journalistenpreisen geehrt.
18.09.2020, 06:23
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75 Jahre guter Journalismus
Von Anne Gerling

Seit 75 Jahren vertrauen Bremerinnen und Bremer auf den ­WESER-KURIER, wenn es darum geht, gut informiert in den Tag zu starten. Wie sehr sie ihren täglichen Lesestoff „Made in Bremen“ schätzen, hat sich im Lockdown gezeigt: Immer wieder haben sich in dieser Zeit Leser bei Verlag, Redakteuren, Blattmachern und Austrägern dafür bedankt, dass sie trotz Corona-Pandemie weiterhin zuverlässig jeden Morgen den WESER-KURIER – und damit ein Stück Normalität – in ihren Briefkästen vorfinden oder ihn online lesen können. Diese positiven Rückmeldungen sind wohl die größte Auszeichnung, die eine Tageszeitung für sich verbuchen kann.

Der WESER-­KURIER steht für regionalen Qualitätsjournalismus. Das wird nicht nur von Leserinnen und Lesern gewürdigt, sondern auch von Fachleuten: Im Laufe der vergangenen Jahre wurden Redakteurinnen und Redakteure mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet – eine Würdigung für unabhängigen, kritischen und engagierten Journalismus.

Gesamtredaktion ausgezeichnet

Einer der bedeutendsten Medienpreise Deutschlands und die höchste Auszeichnung für regionale Tageszeitungen ist der Deutsche Lokaljournalistenpreis, den die Konrad-Adenauer-Stiftung seit 1980 jährlich vergibt. Die beiden Redakteurinnen Sabine Doll und Iris Hetscher bekamen 2004 den Sonderpreis für ihre Serie „Visionen vom Altern“.

2010 wurde die Gesamtredaktion des ­WESER-KURIER für das Konzept „Überraschend nah“ geehrt. Sie habe damit Menschen ins Blatt geholt, die sonst nicht im Fokus des Berichterstatters stehen, und setze so neue Akzente in der Lokalberichterstattung, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Das Norddeutschland-Ressort stellte den Preisträger 2011 in der Kategorie „Verbraucher“ für die 13-teilige Serie „Ein Schweineleben“. Chefreporter Jürgen Hinrichs bekam den Preis 2014 in der Kategorie „Alltag“ für seine Serie „Hinrichs im Hochhaus“. Und 2017 wurde Redakteur Christian Weth in der Kategorie „Gesundheit“ für die Serie „Ein Leben“ über einen an ALS erkrankten Bremer und dessen Familie ausgezeichnet.

Ein Gütesiegel für Qualitätsjournalismus ist der älteste und renommierteste Journalistenpreis deutscher Zeitungen – der seit 1962 vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger in verschiedenen Kategorien vergebene Theodor-Wolff-Preis. Unter den ersten Gewinnern war 1962 Thaddäus Troll von den Bremer Nachrichten. Fünf Redakteurinnen und Redakteure des WESER-KURIER erhielten diese Auszeichnung: Günter Bruns (1965, Bremer Nachrichten), Dieter Hünerkoch (1970, WESER-­KURIER), Gabriele Fischer (1981, Osterholzer Kreisblatt) sowie Christine Kröger (2005, WESER-KURIER). Letztere wurde für ihre Reportage „Auch die Gewalt hat eine Dauerkarte“ ausgezeichnet, die die Umtriebe rechtsradikaler Hooligans im Bremer Weserstadion aufdeckte.

Lars Fischer von der Wümme-Zeitung bekam den Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie Lokales verliehen. Der freie Journalist erhielt den mit 6000 Euro dotierten Preis für seine 2011 erschienene Reportage „Ein gefundenes Fressen“, die sich um das Thema Containern drehte. Er und seine damals 16-jährige Tochter machten selbst die Probe aufs Exempel. Eine Woche lang ernährten sich die beiden von den Lebensmitteln, die aussortiert worden waren.

„Freiheit der Presse“

Zwei Journalisten des WESER-KURIER finden sich außerdem in den Siegerlisten des Wächterpreises der Stiftung „Freiheit der Presse“, mit dem seit 1969 die kritische und investigative Berichterstattung über Korruption, Vetternwirtschaft, Missstände und Missbrauch ausgezeichnet wird. Ulrich Manz war 1969 der erste Preisträger für seine Berichterstattung über den Bremer Bauskandal. 2010 erhielt Christine Kröger den Preis für ihre investigative journalistische Arbeit und ihre mutige Recherche im Rockermilieu.

Für ihr Engagement gegen Rechtsextremismus wurde Christine Kröger im selben Jahr mit dem 28. Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon in Bremen ausgezeichnet. Und auch aus Hamburg gab es Anerkennung für ihre Arbeit: Mit dem 2005 zum ersten Mal verliehenen Henri-Nannen-Preis – seit 2016 heißt er schlicht Nannen-Preis – möchten der Verlag Gruner + Jahr und sein Magazin „Stern“ Qualitätsjournalismus im deutschsprachigen Raum fördern und pflegen. Die Auszeichnung soll außerdem die kulturelle Bedeutung von anspruchsvollem Print- und Onlinejournalismus hervorheben. 2011 erhielt Christine Kröger den Preis in der Kategorie „Beste investigative Leistung“. Sie hatte 2010 über einen Staatsanwalt in Hannover berichtet, der sich ins Rotlichtmilieu verstrickt hatte.

Weitere Informationen

Mehrere Hundert Journalistenpreise werden in Deutschland von Verbänden, Institutionen, Unternehmen und Privatinitiativen ausgelobt. Diese Auszeichnungen gab es bislang für den WESER-KURIER:

Deutscher Sportjournalistenpreis

2016 Christoph Bähr für die Reportage „Marius will kicken“

DRK-Medienpreis

2017 Kristin Hermann für das Dossier „Sie nannten mich Schwester“

European Newspaper Award

2012 Franz Berding

2018 5 Preise: Anke Dambrowski, Stefan Dammann (2x), Niels Jansen, Josie Majetic

2019 3 Preise: Marko Kremer (2x), Anke Dambrowski

German Paralympic Media Award der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV)

2010 Arno Schupp für seine umfassende Berichterstattung zu den Special Olympics National Games in Bremen

2019 Marlo Mintel für das Dossier „Die Kraft des Sports“

Journalistenpreis des Presseklub Bremerhaven-Unterweser e.V.

2019 Katharina Frohne für das Dossier „Unter der Oberfläche“

2019 Olaf Dorow für das Porträt „Hinterm Horizont“

Journalisten Preis 2019 der Landwirtschaftskammer Niedersachsen

2019 Marc Hagedorn, Nico Schnurr und Jürgen Hinrichs für die zwölfteilige Serie „Landwirtschaft in Niedersachsen“

Katholischer Medienpreis

2018 Katharina Frohne für das Dossier „Am Ende“

Pressepreis der Internationalen Naturisten-Föderation (INF)

1997 Sabine Bickmeier für die Reportage „Mit Haut und Seele für die Nacktkultur“

Publizistikpreis des Forums Besser Hören

2002 Monika Felsing für die Serie „Ohrzeit“

Ralf-Dahrendorf-Preis

2018 Alice Echtermann für das Dossier „Zurück nach Huchting“

Das Silberne Pferd

1998 Sportredaktion für ein Magazin zur Dressurreiter-Europameisterschaft 1997 in Verden/Aller

1999 Barbara Kaßler (heute Wenke) für ihre Reportage über den Pferde-Chiropraktiker Tamme Hanken

Veltins Lokalsportpreis

2018 Tobias Dohr für die Reportage „Von Neuwittenbek nach Dessau“

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Dieser Artikel ist Teil der Sonderveröffentlichung zum 75. Geburtstag des WESER-KURIER. Am 19. September 1945 erschien die erste Ausgabe unserer Zeitung. Anlässlich des Jubiläums blicken wir zurück auf die vergangenen Jahrzehnte: Erinnern uns an die Anfänge unserer Zeitung und auch an die ein oder andere Panne. Und wir schauen nach vorn: Wie werden Künstliche Intelligenz und der Einsatz von Algorithmen den Journalismus verändern? Natürlich denken wir auch an Sie, unsere Leser und Nutzer. Wer folgt unseren Social-Media-Kanälen, wer liest unsere Zeitung? Was ist aus den Menschen geworden, über die wir in den vergangenen Jahren berichtet haben? Und wie läuft er eigentlich ab, so ein Tag beim WESER-KURIER?

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