Italienische Küche mit Schwächen

Derada in Lesum

Vor einem halben Jahr hat in Lesum ein neuer Italiener eröffnet. Das Restaurant Derada hat das Ihle Gance abgelöst. Ein guter Grund, sich auf den Weg nach Bremen-Nord zu machen.
09.11.2015, 08:07
Lesedauer: 2 Min
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Von wk

Vor einem halben Jahr hat in Lesum ein neuer Italiener eröffnet. Das Restaurant Derada hat das Ihle Gance abgelöst. Ein guter Grund, sich auf den Weg nach Bremen-Nord zu machen. Mit einer Bekannten betrete ich das großzügige Derada mit rund 75 Plätzen, wo uns ein charmanter italienischer Kellner in Empfang nimmt. Das Personal ist durchweg italienisch, stellen wir erfreut fest.

Dem Klischee entsprechend herrscht im Derada ein beschwingter, lebenslustiger Umgangston, aber auch eine gewisse Schlitzohrigkeit. Denn der aufgeräumte Kellner präsentiert uns auf einer großen Tafel die Mittagskarte. Die Kosten bewegen sich zwischen 9,90 Euro für Spaghetti con Cozze al Pomodoro, 12,40 Euro für Tagiatelle mit Rinderfiletspitzen und 16,20 Euro für das Zanderfilet. Wir holen erst einmal tief Luft angesichts der stolzen Preise. Die Rückseite der Tafel entdecken wir erst später, als wir schon bestellt haben: Hier gibt es den Mittagstisch zwischen 6,90 Euro (Spaghetti) und 11,20 Euro (Rumpsteak).

Ich habe mich für die Spaghetti con Cozze, also Spaghetti mit Muscheln in Tomatensoße, entschieden, meine Begleiterin hat aus der regulären Karte einen Auflauf mit Pute, Kartoffeln, Zwiebeln und Paprika in Kräutersoße für 8 Euro bestellt. Für die Wartezeit bekommen wir knusprige Brötchen aus einem ausgezeichneten Pizzateig mit drei Dips dazu, die ebenfalls hervorragend munden. Ein Kräuter-, ein Tomaten- sowie ein Joghurtdip. Sie sind frisch zubereitet und lassen keine Wünsche offen.

Das Derada hat vor der Eröffnung umgebaut. Die Holztische und der Holzfußboden sind nicht echt, fügen sich aber zusammen mit bequemen, braunen Polsterstühlen zu einem Ambiente mit Wohlfühlcharakter zusammen. Außer uns sind mehrere Gäste im Derada. Manche kommen sicher aus dem angrenzenden Seniorenheim.

Die Hauptspeisen erhalten wir nach etwa zehn Minuten: Ich einen überdimensionalen Teller mit einer Riesenportion dampfender Spaghetti, meine Begleiterin einen kross überbackenen Auflauf. Die Spaghetti sind mit zahlreichen Miesmuscheln und roter Peperoni verziert. Am Rand liegt eine kunstvoll geschnitzte Karotte. Der Koch legt eindeutig Wert auf gutes Aussehen. Mein Gericht war als pikant ausgeschrieben, und dafür sorgen auf angenehme Weise die in Scheiben geschnittenen Peperoni. Allerdings hätte der Koch die Kerne entfernen sollen, die machen sich unschön im Essen. Die Spaghetti sind perfekt gekocht, die Tomatensoße ist delikat. Weniger überzeugend sind die Miesmuscheln. Sie sind von uneinheitlicher Konsistenz und schalem Aroma.

Der Auflauf meiner Bekannten enthält ungeschälte Kartoffeln, viele Putenstückchen, reichlich Zwiebeln und etwas Paprika. Das Ganze gestaltet sich eher mittelmäßig und sehr zwiebellastig. Die Kartoffeln sind nicht sehr wohlschmeckend und von minderer Qualität, das Putenfleisch ist nicht besonders zart. Die Sahnesoße könnte besser gewürzt sein. Die ganze Speise ist recht schwer.

Derada, Hindenburgstraße 7, 28717 Bremen, Telefon: 17 51 61 74, barrierefrei. Getränke: Kaffee 1,70 Euro, Wasser (0,25 l) 1,90 Euro, Softdrinks (0,3 l) 2,40 Euro, Bier (0,3 l) 2,50 Euro, Wein (0,25 l) ab 4 Euro.

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