Profiler erstellen Täterprofil

Bremer Polizei: Derselbe Täter bei Pulverbriefen und Messern an Spielplätzen

Zwei Tatserien mit wohl demselben Täter: Die Bremer Polizei geht davon aus, dass die an Bremer Parteien verschickten Pulverbriefe und die an Klettergerüsten befestigten Messer einem Täter zuzurechnen sind.
07.06.2020, 14:38
Lesedauer: 2 Min
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Bremer Polizei: Derselbe Täter bei Pulverbriefen und Messern an Spielplätzen
Von Patrick Reichelt
Bremer Polizei: Derselbe Täter bei Pulverbriefen und Messern an Spielplätzen

Auf Spielplätzen in Bremen und Weyhe wurden zuletzt an Spielgeräten angebrachte Messer gefunden. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang mit der Pulverbrief-Serie in Bremen und Niedersachsen.

Hauke-Christian Dittrich / dpa

In der Serie von Pulverbriefen an Bremer Parteien und den an Spielplätzen befestigten Messern geht die Bremer Polizei nun von demselben Täter aus. „Mit seinen Taten will er die Öffentlichkeit vermutlich in Schrecken versetzen und Aufmerksamkeit erzeugen“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Außerdem lasse die geografische Nähe der Tatorte ebenfalls auf einen Zusammenhang schließen. Welche weiteren Übereinstimmungen die Soko festgestellt hat, dazu will die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen.

Ein Unbekannter hat seit Januar insgesamt 21 Briefe zumeist an Bremer Parteien geschickt. Der Inhalt war in allen Fällen harmlos. „Die Pulverbriefe sind jedes Mal mit einem Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr verbunden, weil zu Beginn nie klar ist, ob es sich tatsächlich um eine gefährliche Substanz handele“, sagt eine Polizeisprecherin. Oft lagen den Sendungen Schreiben mit antisemitischen, rechtsextremen und ausländerfeindlichen Parolen bei. Auch in Niedersachsen wurden in der vergangenen Woche Pulverbriefe an Parteibüros verschickt, die den Angaben zufolge teilweise Übereinstimmungen mit den Briefen in Bremen aufwiesen. Das niedersächsische Innenministerium teilte mit, auch bei diesen Taten gingen die Ermittler von einem Zusammenhang aus. Unter anderem war das Göttinger Büro des Grünen-Politikers Jürgen Trittin betroffen.

Mitte Mai wurden dann an mehreren Spielplätzen befestigte Messer entdeckt, die so angebracht waren, dass sie Kinder hätten verletzen können. Auch im niedersächsischen Weyhe wurden in der vergangenen Woche an mehreren Spielplätzen Messer gefunden. Seit etwa zwei Wochen ermittelt die 13-köpfige Sonderkommission „Spielplatz“ der Polizei Bremen in dem Fall. Hier fließen nun auch die Ermittlungen zu der Serie von Pulverbriefen ein.

Die Tatorte der Pulverbriefe in Bremen. Hinzu kommen weitere Fälle in Bremerhaven und Göttingen.

Die Tatorte der Pulverbriefe in Bremen. Hinzu kommen weitere Fälle in Bremerhaven und Göttingen.

Foto: POLIZEI BREMEN

Die Sonderkommission hat mithilfe der sogenannten operativen Fallanalyse ein Täterprofil erstellt. Die Profiler beschreiben den Täter als Mann mittleren Alters, der wahrscheinlich in Deutschland geboren oder aufgewachsen und ortskundig im Bremer Süden ist. Er ist vermutlich berufstätig und verfügt über eine gewisse Grundfitness. Das Profil soll im Laufe der Ermittlungen noch ergänzt werden.

Die Polizei hat eine Internetseite eingerichtet, auf der alle Informationen zu den Fällen und neue Erkenntnisse zusammenlaufen. Hinweise nimmt der Kriminaldauerdienst der Polizei unter 0421-362 3888 entgegen. Die Beamten weisen besonders auf verdächtige Personen hin, die im Zusammenhang mit der Pulverbrief-Serie über Pfingsten in Göttingen waren.

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