Kommentar über das Pflegesystem

Desolate Arbeitsbedingungen schwächen die Bremer Heimaufsicht

Die Heimaufsicht prüft immer seltener Pflegeeinrichtungen, das ist in Zeiten des Umbruchs gefährlich. Die desolaten Arbeitsbedingungen der Prüfer schwächen ein ohnehin fragiles System, meint Lisa-Maria Röhling.
13.01.2020, 08:09
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Desolate Arbeitsbedingungen schwächen die Bremer Heimaufsicht
Von Lisa-Maria Röhling
Desolate Arbeitsbedingungen schwächen die Bremer Heimaufsicht

Die Gesellschaft wird immer älter. Das Problem: Gerade jetzt ist die Heimaufsichtsbehörde schlecht aufgestellt.

dpa Picture-Alliance / Oliver Berg

Das Pflegesystem ist im Wandel: Die Menschen werden immer älter, die Nachfrage nach Pflegeeinrichtungen und -kräften ist groß, das Angebot knapp. Doch ausgerechnet eine Aufsichtsbehörde wie die Heimaufsicht ist inmitten dieses Umbruchs schlecht ausgestattet, Überprüfungen werden seltener, Bemängelungen und Auflagen häufen sich. Das in einer Branche, in der es um nicht weniger als Fürsorge und Menschenleben geht, gefährlich.

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Den Mitarbeitern der Wohn- und Betreuungsaufsicht vorzuwerfen, ihre Arbeit nicht richtig zu machen, verkennt das Problem: Die desolaten Arbeitsbedingungen schwächen ein ohnehin fragiles System, in dem Qualitätsstandards extrem hoch angesetzt sein sollten. In der Praxis aber scheint es nicht allen Heimbetreibern wichtig genug zu sein, sich dieser Vorgaben anzunehmen und damit alten oder beeinträchtigen Menschen ein gutes Leben zu ermöglichen.

Gerade hier aber muss die Politik hart durchgreifen. Das bedeutet, ihre Aufsichtsbehörde mit ausreichend Personal aus­zu­rüsten, um ­dieser Entwicklung angemessen entgegenzutreten. Denn sonst lässt sie ausgerechnet die Schwächsten unserer Gesellschaft im Stich.

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