5. US-Car-Treffen Dicke Schlitten an der Waterfront

Bremen. Pick-ups mit Bademöglichkeit, knallig rote Oldtimer mit Heckflossen und ein amerikanischer Schulbus: Das Bremer „US-Car-Treffen“ fand zum fünften Mal an der Waterfront-Promenade statt.
10.08.2014, 00:00
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Von SASKIA BÜCKER

Bremen. Pick-ups mit Bademöglichkeit, knallig rote Oldtimer mit Heckflossen und ein amerikanischer Schulbus: Das Bremer „US-Car-Treffen“ fand zum fünften Mal an der Waterfront-Promenade statt.

„Wollt ihr baden?“, fragt Ragnar Suchanek in die Runde und schwingt sich in einen Pool auf der Ladefläche seines dunkelgrünen Pick-ups. Kreativ wurde der Autoliebhaber, um am Samstag beim „US-Car-Treffen“ an der Waterfront-Promenade auf seinen amerikanischen Autoklotz aufmerksam zu machen. Rund zweieinhalb Meter ist sein Gefährt hoch, allein vom Boden bis zum Einstieg sind es 95 Zentimeter. „Nichts für kleine Menschen“, gibt Suchanek zu.

Pick-ups mit Bademöglichkeit, knallig rote Oldtimer mit Heckflossen und ein amerikanischer Schulbus: Das Bremer „US-Car-Treffen“ fand zum fünften Mal an der Waterfront-Promenade statt. Über 1000 kultige Fahrzeuge aus Amerika rollten vor das Einkaufszentrum und wurden von zahlreichen Besuchern bestaunt.

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Was wollen die Liebhaber, größtenteils selbst stolze Besitzer ungewöhnlicher Fahrzeuge, über Suchaneks Wagen erfahren? Klar, den Namen: Ford F 350 Super Duty. Baujahr 1999, ein neueres Modell. Was verbraucht der Motor an Sprit? „Der läuft mit Gas, zwanzig bis dreißig Liter auf 100 Kilometer.“ Wo kommt er her? „Ist ein altes Armeeauto, das die Amis nach Deutschland gebracht haben.“ Suchanek habe es vor zwei Jahren bei Ebay ersteigert, berichtet er. Ein echtes Schnäppchen, nur 7700 Euro – weil der Wagen verrostet war.

Seitdem schraubt Suchanek an seinem Fahrzeug herum. „Autos sind niemals fertig“, sagt er, und dabei glänzen seine Augen. Schon als Kind habe er es genossen, mit Trecker und Tretauto unterwegs zu sein. Inzwischen besitze er insgesamt elf Fahrzeuge, für die er eine ehemalige Scheune gemietet hat. „Das ist mein großes Hobby, da steckt viel Arbeit drin“, erzählt der Liebhaber.

Mit seiner Leidenschaft ist Suchanek nicht allein: Ein reger Andrang herrscht den ganzen Sonnabend über auf der Waterfront-Promenade. Bereits zur Mittagszeit ist der Parkplatz voll – auch mit amerikanischem Lebensgefühl. Neben blitzendem Chrom und farbigen Heckflossen brachte die Rockabilly-Band „Wild Black Jets“ die 1950er-Jahre musikalisch ans Weserufer. Modemacherin Kateryna Fichmann bot den passenden Look dazu an: Retrokleider mit bunten Punkten und Tellerrock.

Schulbus als Vereinslokal

„US-Cars sind ein Mythos“, sagt Veranstalter Frank Rabe begeistert. „Die Formen, der Klang der Motoren – das ist etwas Besonderes.“ Rabe schwärmt für Oldtimer, ganz klassisch. Auch er erfüllte sich einen Kindheitstraum: Sein roter Chevrolet Corvette, Baujahr 1978, bereitet ihm regelmäßig ölige Hände.

2007 fand sich Frank Rabe mit anderen Autoliebhabern zusammen und gründete den Bremer „US-Car-Stammtisch“. Seitdem veranstalten er und seine Mitstreiter einmal im Jahr das groß angelegte Treffen an der Waterfront. Ein ganz exklusives „Vereinslokal“ organisierte Frank Rabe für die passionierte Gemeinschaft: einen amerikanischen Schulbus aus dem Jahre 1971, in Gelb natürlich. Mit ihren eigenen Fahrzeugen fahren die rund 50 Mitglieder des Vereins regelmäßig zu anderen „US-Car-Treffen“ in ganz Norddeutschland. Dort könne man sich austauschen und Insidertipps bekommen, sagt Frank Rabe.

Spätnachmittags fährt Ragnar Suchanek mit Pick-up und Pool als Letzter vom Parkplatz. Schuld ist, natürlich, sein überdimensionaler Wagen: „Ich muss in der Kolonne immer hinten fahren“, erklärt er, „sonst sieht ja keiner was.“

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