Investor aus Goslar plant Betrieb als Veranstaltungs- und Hotelschiff in Bremen

Die „Alex“ ist verkauft

Die „Alexander von Humboldt“ ist verkauft. Das bestätigte der neue Eigentümer des Traditionsschiffs. Sein Plan: Er will den Dreimaster nach Bremen holen und zu einem Ort für Gastronomie, Veranstaltungen und Übernachtungen machen.
11.07.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Die „Alex“ ist verkauft
Von Stefan Lakeband
Die „Alex“ ist verkauft

Unter Vollzeug: Die „Alexander von Humboldt“ bei der Kieler Woche. Jetzt wurde die Bark an einen Investor aus Goslar verkauft. Er will aus ihr ein Hotel- und Veranstaltungsschiff in Bremen machen.

Carsten Rehder, dpa

Die „Alexander von Humboldt“ ist verkauft. Das bestätigte der neue Eigentümer des Traditionsschiffs. Sein Plan: Er will den Dreimaster nach Bremen holen und zu einem Ort für Gastronomie, Veranstaltungen und Übernachtungen machen.

Diese Werbung hat gewirkt: Als im Februar die „Alexander von Humboldt“ bei den Kleinanzeigen von eBay auftauchte, war das öffentliche Interesse riesig. Nach vielen Angeboten und Gesprächen hat sich nun auch ein Käufer gefunden: Heiko Rataj aus dem niedersächsischen Goslar. Das bestätigte er auf Nachfrage des WESER-KURIER. Wie viel er für das bekannte Schiff, das bei eBay für 750 000 Euro angeboten worden war, tatsächlich bezahlt hat, wollte er nicht verraten. „Wir haben über den Preis Stillschweigen vereinbart“, sagte er.

Spruchreif ist jedoch, dass das Schiff den Besitzer gewechselt hat. „Der Vertrag wurde vor Kurzem unterschrieben“, sagte der 48-Jährige. „Ich freue mich sehr darüber.“ Nach seinen Plänen soll der Dreimaster nach der Investition eines siebenstelligen Betrags zu einem Veranstaltungs- und Hotelschiff mit Gastronomie umgebaut werden. Auch eine Zusammenarbeit mit der Beck‘s-Brauerei, in deren Werbespots das Schiff zu sehen ist, sei angestrebt. Konkrete Ergebnisse aus den Gesprächen gebe es aber noch nicht.

„Wir wollen nicht mehr versprechen, als wir am Ende tatsächlich halten können“, sagte Rataj. Deswegen halte er sich so bedeckt. „Wir sind aber alle motiviert, ein gutes Konzept zu entwickeln.“ Zu diesem Konzept gehöre auch der Liegeplatz. Bereits vor Unterzeichnung des Vertrags waren dafür mehrere Orte in Bremen im Gespräch, unter anderem der Europa-Hafen und die verlängerte Schlachte auf Höhe des Weser-Towers. Auch hier müsse aber noch einiges besprochen werden, so Heiko Rataj.

Das geschieht in enger Zusammenarbeit mit dem Bremer Senator für Wirtschaft. Dessen Sprecher Holger Bruns sagte: „Der Investor will das Potenzial der Schlachte nutzen.“ Bis das Schiff aber letztendlich in Bremen liegen wird, müssten noch „ein Haufen technischer Fragen“ geklärt werden, beispielsweise ob die Weser an der entsprechenden Stelle tief genug ist und welche Größe der Ponton habe muss. „Deshalb stimmen wir uns mit dem Investor gemeinsam ab“, sagte Bruns. Dass der Vertrag bereits unterzeichnet sei, habe er aber noch nicht gewusst.

Heiko Rataj kommt aus Goslar, arbeitet als Projektentwickler und hat bereits Erfahrung in den Bereichen Tourismus, Hotel und Gastronomie. Unter anderem ist er Geschäftsführer einer Seilbahn und eines Tagungshotels im Harz. 2011 machte er mit seinen Plänen auf sich aufmerksam, ein Vier-Sterne-Hotel auf die Staumauer einer Talsperre zu bauen.

Die „Alexander von Humboldt“ wurde 1906 als Feuerschiff in Bremen gebaut, war bis 1986 im Einsatz und wurde später zum Segelschiff umgebaut. Zuletzt gehörte sie der Bremer Reederei Rönner. Derzeit liegt die Bark noch in Bremerhaven.

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