Hommage für Märchenfiguren Die Bremer Ampel-Musikanten

Esel, Hund, Katze und Hahn grüßen die Bremer momentan nicht nur am Rathaus, sondern seit wenigen Tagen auch von einigen Ampeln rund um den Freimarkt.
17.10.2017, 08:58
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Die Bremer Ampel-Musikanten
Von Max Seidenfaden

Es entlockt den Bremern ein Lächeln von den Lippen, und für die Touristen ist es gleich eine Erinnerung an das bekannteste Symbol der Stadt: Seit dem vergangenen Wochenende sind die Grünphasen an den Fußgängerampeln um den Freimarkt im Design der Bremer Stadtmusikanten gehalten. Die Idee für die kleine Hommage hatte die Bremer Touristik-Zentrale (BTZ), die damit auf offene Ohren beim Amt für Straßen und Verkehr in Bremen gestoßen ist. "Rund um den Freimarkt ist die Verkehrssituation stressig. Anwohner und Freimarktbesucher suchen nach Parkplätzen und generell ist sehr viel los. Da wollen wir mit unsere Aktion für einen kleinen Funken Humor und Entspannung sorgen", sagt Peter Siemering, Geschäftsführer der BTZ. Zudem sei es eine kleine Einstimmung auf Bremen und den Freimarkt.

Insgesamt zwölf Schablonen wurden an den Ampeln gegenüber des Bahnhofs und an der Findorffstraße installiert. Diese sind allerdings nur bei den Grünphasen für Fußgänger zu sehen. "Das rote Männchen ist ein offizielles Verkehrszeichen und darf nicht verändert werden. Das ist eine polizeiliche Vorschrift", erläutert der BTZ-Geschäftsführer. Die Resonanz auf das Bremer Wahrzeichen sei bislang sehr positiv. "Wir verfolgen natürlich die Kommunikation in den sozialen Medien und machen uns ein Bild vor Ort und die Aktion sorgt schon für viel Aufmerksamkeit", freut sich Siemering. Die Kosten von mehreren Hundert Euro teilen sich die BTZ und das Amt für Straßen und Verkehr.

Die Stadtmusikanten werden aber nur für die Dauer des Freimarkts von den Ampeln grüßen. "Langfristig würde die Aktion an Aufmerksamkeit verlieren und es soll etwas Besonderes bleiben", erklärt Siemering. So ist eine vergleichbare Aktion bislang nicht für den Weihnachtsmarkt geplant.

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Ampelmotive gibt es auch in anderen Städten

Bremen ist nicht die einzige Stadt, die mit dem Ampelmotiven versucht, städtische Wahrzeichen zu ehren. Am Übergang von Bahnhof zur Innenstadt gibt es seit dem vergangenen Jahr in Mainz eine Mainzelmännchen-Ampel. Nachdem die Ampel, die im vergangenen November eingeweiht wurde, zu einem Publikumsmagneten wurde, entschloss man sich in den vergangenen Monaten, noch weitere in der Nähe des ZDF aufzubauen.

Ein bisschen anders sieht die Lage in Stuttgart aus. Dort sollen die beiden SWR-Kultfiguren Pferdle und Äffle auf die Fußgängerampel gebracht werden. Zwar hatten sich Tausende Bürger für die Einführung der Kultfiguren ausgesprochen, im Januar aber schob der Ordnungsbürgermeister einen Riegel vor das Projekt. Die Motive sein rechtlich nicht zulässig, da die Verkehrsregelung nicht auf einen Blick ersichtlich sei. Seit wenigen Tagen aber gibt es neue Hoffnung. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, habe der Fanclub, der sich für die Einführung der Ampel einsetzt, nun eine andere Stadt ausgesucht. Statt Stuttgart soll es nun im 25 Kilometer entfernten Ehningen eine Ampel mit den beiden Kultfiguren geben. Dort ist man zwar nicht grundsätzlich abgeneigt, jedoch schloss man die Einführung zunächst ebenso aus.

Mit den Richtlinien für Signalanlagen stimmen aber die Ampelfrauen überein, die vor allem im Osten Deutschlands heimisch sind. Als Kreativstandort der deutschen Ampelmännchen-Kultur erweist sich dabei Erfurt. Dort gibt es nicht nur die Ampelfrau, sondern noch neun weitere Motive, unter anderem einen Bäckergesellen, einen Mann mit Regenschirm und eine Figur mit einer Zuckertüte. Die Figuren sind noch ein Überbleibsel aus der Zeit der Wende. "Damals ging manches, was heute nicht mehr möglich ist", sagt Frank Rupprecht, Abteilungsleiter für Verkehr bei der Stadt Erfurt.

Für mehr Toleranz soll eine Aktion in Wien werben. Dort sind seit zwei Jahren gleichgeschlechtliche Paare auf 50 Ampeln abgebildet. Zunächst geplant für Großevents wie den Eurovision Song Contest und einem Ball zugunsten HIV-positiver Menschen haben sich die Ampeln bis heute gehalten, obwohl sie zunächst nur für zwei Monate eingeplant waren. Der Zuspruch sei so groß gewesen, dass man sich entschlossen habe, die Zeichen zur Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Paare auch weiterhin im Stadtbild zu behalten, hieß es in einer Mitteilung der Stadt. (sei)

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