Gastkommentar zum Kulturfestival

Die Breminale ist tot, es lebe die Breminale mit neuem Namen!

Darf die Breminale mehr sein, als sie derzeit ist? Könnte die Breminale künftig ein Fluss-Festival des Landes Bremen und der Metropolregion sein und dafür einen neuen Namen vertragen?, fragt unser Gastautor.
13.12.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christoph Backes

Beim aktuellen Konflikt der Betreiber der Breminale droht es viele Verlierer zu geben. Sollten sich die derzeitige Macherin, die öffentliche Hand und Sponsoren zurückziehen, verlieren die vielen begeisterten Zuschauer und Gäste ein Festivalhighlight. Der aktuelle Konflikt könnte jedoch auch Auftakt einer Diskussion für eine kultur- und wirtschaftspolitische Neubestimmung der Festivallandschaft in Bremen sein.

Es gibt in Bremen diverse Festivals, die für das Land nach innen und außen wichtige Imagefaktoren darstellen. Eine Dachmarke und inhaltliche Klammer aller Festivalaktivitäten denkt sich für die Zukunft Bremens meist von den fehlenden Budgets und der gewachsenen Festivalstruktur her.

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Wäre jetzt nicht ein guter Zeitpunkt, die Zukunft der Breminale noch einmal von den Potenzialen Bremens her zu denken? Darf ein Festival am Fluss mehr sein, als die Breminale bisher ist? Darf der künstlerische Aspekt im Sinne einer künstlerischen „Biennale“ von den bisherigen Machern gestärkt werden? Darf es neben dem Ausbau erstklassiger musikalischer und popkultureller Volksfestaktivitäten auch um noch mehr erstklassige Potenziale und Erlebnisse für Kunst und Stadtentwicklung in und aus Bremen gehen? Neue und erweiterte Perspektiven? Bei vielen Akteuren innerhalb und außerhalb Bremens gibt es hier Ideen und Leidenschaft für erweiterte Konzepte und Finanzierungen.

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Die Weser verbindet nicht nur Bremen, Bremen-Nord und Bremerhaven mit dem Meer. Wer eine Vorstellung davon bekommen will, wie ein Kunstfestival an einem Fluss (Loire) auf eine Region identitätsstiftend und weiterentwickelnd wirken kann, der schaue nicht nur auf die bisherigen Erfolge in Bremen, sondern ­lasse sich vom Festival Estuaire der Metropolregion Nantes inspirieren. Ein so erweitertes Festival im Sommer und Winter an der gesamten Weser entlang kann Bremens Entwicklung voranbringen.

Doch dazu braucht es jetzt die Politik. Der runde Tisch bietet die Chance, ein Signal zu senden, dass man in und für Bremen mehr möchte als eine Rettung des Bestandes: Es braucht jetzt den politischen Willen und Aufschlag, in dem es um eine Ausweitung und Verstetigung der Aktivitäten geht.

Ein Willkommensgruß an alle, die in der Lage und Willens sind, das Bundesland aus der Perspektive von Kultur und Überfluss weiterzuentwickeln. Die Breminale ist tot, es lebe die Breminale mit neuem Namen!

Zur Person:

Unser Gastautor arbeitet als Geschäftsführer und Vorstand des U-Instituts. Backes ist Wirtschaftswissenschaftler und Autor diverser bundesweiter Studien und Gutachten im Themenfeld der Kultur- und Kreativwirtschaft.

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