Im Grünen Bereich

Die Chance gegen den Fachkräftemangel

Rasenmähroboter sind nicht ganz ungefährlich, hat die Stiftung Warentest festgestellt. Aber es gibt ja Alternativen, wo und wie diese Roboter eingesetzt werden können.
23.06.2019, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Die Chance gegen den Fachkräftemangel
Von Patricia Brandt
Die Chance gegen den Fachkräftemangel
Sabine Rosenbaum

Rasenmähroboter sind des Deutschen liebstes Kind. Das liegt daran, dass sie lautlos über das Grün schnurren und es hinterher im Garten nicht aussieht wie bei Hempels unterm Sofa. Neuerdings sind die technischen Gartengeräte aber wegen ihrer Zusatzleistungen in die Kritik geraten.

Die Stiftung Warentest warnt vor einem Sicherheitsrisiko, weil Rasenmähroboter auch Krabbelkinder mähen: Jedes der acht getesteten Modelle fuhr über eine simulierte Kinderhand, zwei preiswertere Modelle auch noch auf eine Fußattrappe. Naturschützer meinen inzwischen gar, Artenvielfalt hätte in Robotergärten überhaupt keine Chance mehr.

Die Hersteller der autonomen Helfer weisen deshalb ausdrücklich darauf hin, dass Mähroboter zum Schutz von Kindern und Haustieren weder am Tag noch nachts unbeaufsichtigt eingesetzt werden dürfen.

Manch einer, der Zuhause ein kleines Kind oder einen kleinwüchsigen Rentner hat, wird seinen Roboter nun entsorgen wollen. Aber wird hier nicht eine Chance vertan? Die Schnetzelfähigkeit der Gartengeräte könnte sinnvoll in Fleischereien und im Gesundheitswesen eingesetzt werden und wäre hier eine Antwort auf den bundesweiten Fachkräftemangel.

Gerade bei einfachen operativen Eingriffen böten sich die Rasenmährobotoren an, von denen die meisten als Testergebnis immerhin noch ein „befriedigend“ aufweisen können. Es gibt schlechtere Noten. Für kompliziertere Nasenatmungsbehinderungen oder teure Oberlidkorrekturen bei Privatpatienten empfehlen sich allerdings Premium-Modelle, denn bei der Schnittleistung sind je nach Preis durchaus Unterschiede zu verzeichnen.

Ebenso lohnt es sich, über weitere Einsatzbereiche ausrangierter Gartengeräte in schwächelnden Klinikverbünden nachzudenken. Robuste Mulchhäcksler könnten die gestopften Möhren in der Krankenhausküche schreddern: Die meisten Patienten werden dankbar sein, wenn sie die Gesundheitskost nicht auch noch kauen müssen.

Und die neuen kabellosen Fleischthermometer sind nicht nur am Smoker im Garten ein Gewinn. Dank ihrer Reichweite von 50 Metern und einer Ausstattung mit Bluetooth und Wifi Digital Connectivity können sie auch in entfernt liegenden Patientenzimmern am Ende des Flurs bei der Morgenvisite genutzt werden. Besonders bei der heute noch zeitintensiven Patientenhygiene ließe sich Personal einsparen – wenn man die Beregnung der Kranken vollautomatischen Bewässerungsanlagen überlässt. Die sind bequem per App zu steuern. Am ökonomischsten wäre natürlich Tröpfchenbewässerung.

Info

Zur Sache

Martin Renz von der Stadtbibliothek Bremen empfiehlt:

„Ogottogott!“, entfleuchte es mir gerade. Obwohl man mit ein bisschen gesundem Menschenverstand natürlich selbst darauf kommen könnte, wusste ich bisher nicht, dass Mähroboter Kleinkindern gefährlich werden können. Deshalb heute zwei Tipps von mir: „Erste Hilfe für Babys und Kinder“, jüngst in Kooperation mit den Maltesern bei DK erschienen, erklärt mit bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitungen, was im Notfall zu tun ist. Tipp 2: Weniger gefährliche Rasenmäher anschaffen. „Schafe halten“ von Kai Haus (Kosmos 2016) versorgt Einsteiger mit dem nötigen Basiswissen.

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