Neuausschreibung der Vergabe wird wahrscheinlicher Die Chancen für die Sixdays 2012 schwinden

Bremen. Die Hinweise, dass die Vergabe der Rechte an künftigen Sixdays-Veranstaltungen nicht korrekt gelaufen ist, verdichten sich. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die Veranstaltung neu ausgeschrieben werden muss - und folglich die 48. Auflage im Jahr 2012 in Gefahr ist.
09.02.2011, 05:00
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Die Chancen für die Sixdays 2012 schwinden
Von Jürgen Hinrichs

Bremen. "Es wäre ein großer Jammer, wenn es das Rennen nicht mehr gäbe." Das hat der Chef-Vermarkter der Stadt Bremen vor drei Wochen zur möglichen Zukunft des Sechs-Tage-Rennens gesagt. Nun könnte Klaus Sondergeld Anlass zum Jammern bekommen. Denn es verdichten sich die Hinweise, dass die Vergabe der Rechte an künftigen Sixdays-Veranstaltungen nicht korrekt gelaufen ist. Sondergeld und auch der Chef der Bremer Touristik-Zentrale, Peter Siemering, haben die Bedeutung der Sixdays für Bremen stets in einem Atemzug mit Werder, dem Freimarkt und dem Weihnachtsmarkt genannt.

Nachdem am 19. Januar die Bietergemeinschaft von Bremer Veranstaltungs- und Event GmbH (BVE) und Elko die Zusage für 2012 bekommen hatte, legte der bisherige Veranstalter Frank Minder Widerspruch gegen die Entscheidung der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) um ihren Geschäftsführer Hans Peter Schneider ein und stellte bei der Vergabekammer Antrag auf Nachprüfung des Verfahrens. Minders Anwalt Thomas Haug beantragte Akteneinsicht, die er inzwischen bekam - und die ihn zuversichtlich stimmte.

"Dann muss man darüber auch alle Bieter unterrichten"

"Für uns ergibt sich ein komplett neuer Stand", sagte Haug, "es hat eine Änderung des Vergabegegenstandes gegeben. Das kann man ja machen, aber dann muss man darüber auch alle Bieter unterrichten." Was Haug bemängelt: Während BVE und Elko ihr Angebot von vornherein unter Einbeziehung von Provisionen am Gastronomieumsatz der Bremen Arena einreichten, wären der Bremer Sportmarketing GmbH (BSM) von Frank Minder diese Einnahmemöglichkeiten nicht mitgeteilt worden. Noch etwas moniert der Anwalt: Die Kriterien, nach denen die WFB die eingegangenen Angebote der vier Bieter bewertete, seien nach Sichtung der zur Verfügung gestellten Akten im Dunkeln geblieben.

Aus weiterer Quelle ist zu hören, dass die Vergabekammer selbst Minders Chancen, die Auseinandersetzung zu gewinnen, auf 50:50 schätzt. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die Veranstaltung neu ausgeschrieben werden muss - und folglich die 48. Auflage im Jahr 2012 in Gefahr ist. Die Vergabekammer unter Vorsitz von Renate Slaby bestätigte noch einmal, dass sie ihre Entscheidung vermutlich am 4. März bekannt geben werde. In der Woche davor werde es die mündliche Verhandlung mit BSM, BVE/Elko und WFB geben.

Die Zeit läuft allmählich davon

Egal, wer den Zuschlag für die Veranstaltung erhält: Die Zeit läuft allmählich davon. BVE-Geschäftsführer Theo Bührmann hatte schon in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass es "bald sicher Felder gebe, in denen die Zeit eng werden könnte". Jetzt droht weiterer Zeitverlust: Bis zum 4. März sowieso - und möglicherweise darüber hinaus, falls das Verfahren vor dem Oberlandesgericht noch fortgesetzt werden sollte. Am Ende der juristischen Auseinandersetzungen könnte dann die Neuausschreibung stehen, die sich - wie das laufende Verfahren zeigt - über Monate hinziehen dürfte. Ein weiterer Knackpunkt: Solange der Zuschlag an einen Bieter nicht vergeben ist, darf er keinerlei Gespräche etwa mit potenziellen Sponsoren führen.

Längst beschäftigt das Hickhack um das Sechs-Tage-Rennen auch Bremens Politiker. Die Linke hat eine Große Anfrage an die Bürgerschaft eingereicht, und heute werden die Sixdays Tagesordnungspunkt im öffentlichen Sitzungsteil der Wirtschaftsdeputation sein.

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