Wölfe in Bremen Die Chronologie der Sichtungen auf Bremer Gebiet

Die Landesjägerschaft Bremen geht davon aus, dass zwischen Lemwerder, Schönemoor bis nach Huchting mindestens zwei Wölfe unterwegs sind. Der Nabu bittet nun die Bürger um Wolfs-Meldungen.
27.03.2020, 08:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Von Patricia Brandt

Nun hat es auch in Bremen die ersten toten Lämmer gegeben und einiges deutet auf den Wolf hin. Doch wer nicht zäunt, lockt die Beutegreifer an“, schreibt der Nabu Bremen. Nabu-Geschäftsführer Sönke Hofmann fragt sich, warum in Bremen keinerlei Anforderungen an einen wolfsabweisenden Grundschutz mit Elektronetzen gestellt werden. Dies sei in seinen Augen geradezu eine Einladung an durchstreifende Wölfe, sich im Land Bremen an ungeschützten Schafen zu bedienen. Zur Lammzeit müssten Schafhalter über anwesende Wölfe informiert werden, um Schutzmaßnahmen rechtzeitig umsetzen zu können. Die Behörde hält dies bislang für unnötig.

„Einen mobilen Zaun haben wir uns mal vom Wolfsprojekt nach dem Wolfsriss in Oberneuland ausgeliehen“, berichtet Jens Tittmann vom Umweltressort, „da wir aber seit Rückkehr des Wolfes nach Deutschland gerade mal zwei Wolfsrisse hatten bei ungefähr 250 bis 300 Schafen in ganz Bremen, haben wir bisher von einer Eigeninvestition abgesehen.“

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Es gibt nur wenige Wolfssichtungen in Bremen und noch weniger in Bremen-Nord. Einen ersten Nachweis über das Auftauchen des Wolfes in Bremen erhielt Naturschutzreferent Henrich Klugkist nach eigenen Angaben am 28. Januar 2017 aus Horn-Lehe. Etwa einen Monat später, nämlich am 22. Februar 2017, wurde der Wolf in Rekum gesehen. Belegt sei das aber nicht, so Klugkist. Allerdings gelang es wenige Stunden später in der Marsch bei Rade, einen Wolf zu fotografieren.

Für den 12. Juni 2018 registrierte die Umweltbehörde einen Nutztierriss in Oberneuland. Gerissen wurden zwei tragende Mutterschafe. Ein weiteres Tier wurde verletzt. Laut Landesjägerschaft stellte das Senkenberg-Institut fest, dass es sich um eine Wolfsfähe handelte, die zuletzt im Oktober in Sachsen-Anhalt gesehen wurde. Dies war der erste bestätigte Nutztierriss durch einen Wolf auf Bremer Gebiet.

Über Monate war der Wolf kein Thema mehr in der Hansestadt. Erst am 11. Februar 2019 wollte jemand am Rande des Wifo-Geländes in Blumenthal einen Wolf gesehen haben. Wieder fehlt ein Beleg. Laut Klugkists Aufzeichnungen ging dann am 23. Oktober 2019 eine Meldung über ein gerissenes Reh im Werderland ein. Allerdings notierte der Referent: Kein Wolfsfund, Reh auch nicht gefunden.

Am 21. März dieses Jahres riss laut Umweltbehörde mutmaßlich ein Wolf vier Lämmer in Brokhuchting. Auf der Seite der Bremer Landesjägerschaft im Internet heißt es dazu: „Nach den der Landesjägerschaft Bremen vorliegenden neuesten Informationen sind offenbar in dem Gebiet von Lemwerder, Schönemoor bis nach Huchting mindestens zwei Wölfe seit einigen Wochen aktiv. Es gibt in der Region seit Mitte März offenbar mehrere Risse an Schafen.“

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Der Nabu bittet nun die Bremer Wolfssichtungen zu melden. Wenn sich in einem wolfsfreien Gebiet die Meldungen häuften, könnten die Wolfsberater in ein aktives Monitoring übergehen und Wildkameras aufhängen. Sönke Hofmann betont, dass es auch positive Auswirkungen des Wolfes gibt: Der Beutegreifer leiste einen Beitrag zur Gesunderhaltung der Schalwildpopulationen.

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