Kommentar über die Kriminalitätsstatistik Die dünne Personaldecke bei der Bremer Polizei ist bedenklich

Weniger Einbrüche in Bremen, weniger Fahrraddiebstähle, weniger Tötungsdelikte: Es gibt viele Gründe zur Freude. Doch unsere Autorin Carolin Henkenberen hat dennoch Bedenken.
10.03.2020, 08:04
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Die dünne Personaldecke bei der Bremer Polizei ist bedenklich
Von Carolin Henkenberens

Die Kriminalitätsstatistik bietet viele Ansatzpunkte zur Zuversicht: weniger Einbrüche, Erfolge im Kampf gegen Kinderpornografie, weniger Fahrraddiebstähle. Mord und Totschlag sind Ausnahmen, hier ist die Aufklärungsquote hoch. So richtig zuversichtlich kann man aber nicht sein angesichts der vielen unbearbeiteten Fälle und des Personalmangels. Es drängt sich die Frage auf, wie viele Straftaten gar nicht erst registriert wurden, weil niemand Zeit hatte, sich dahinter zu klemmen. Nimmt das Dunkelfeld in Bremen zu? Hat es das längst?

Lesen Sie auch

Wer den Eindruck gewinnt, es bringe ohnehin nichts, einen Diebstahl oder eine Sachbeschädigung anzuzeigen, spart sich vielleicht beim nächsten Mal den Gang zur Polizei. Wer als Polizeibeamter weiß, dass er sowieso nicht genug Luft hat, einer Sache intensiv nachzugehen, fertigt Opfer von Diebstählen oder Sachbeschädigungen möglicherweise schneller ab.

Die dünne Personaldecke ist bedenklich. Für die Polizistinnen und Polizisten, die im Stress sind. Und vor allem für die Bremerinnen und Bremer, die das Vertrauen in den Staat und seine Fähigkeiten verlieren könnten. Das wäre fatal für die Demokratie.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+