Gesundheit

Die Folgen der Hitze

Kreislaufkollaps, Schnittwunden, Infektionen: Womit die Notaufnahmen der Krankenhäuser in Bremen an den heißen Tagen zu tun haben. Der WESER-KURIER hat nachgefragt.
26.06.2019, 19:23
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Die Folgen der Hitze
Von Sabine Doll

Der Sommer ist in dieser Woche mächtig in Fahrt gekommen. Temperaturen über 30 Grad Celsius am Tag und um die 20 Grad in der Nacht machen den Bremern zu schaffen. In den Notaufnahmen der Krankenhäuser haben die teilweise tropischen Verhältnisse erste Spuren gezeigt.

Im Diako in Gröpelingen etwa mussten Patienten wegen eines Hitzschlags behandelt werden, wie Klinik-Sprecher Ingo Hartel auf Nachfrage mitteilt. „Die Patienten haben sich nach Auskunft unserer Ärzte zu lange in der prallen Sonne aufgehalten, sodass sie erhebliche Kreislaufprobleme bekommen haben.

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Das ist bei dieser Wetterlage sehr leichtsinnig und sollte man, wenn möglich, unbedingt vermeiden.“ Auch einige ältere Menschen aus Pflegeeinrichtungen mussten wegen Flüssigkeitsmangels behandelt werden, wie der Sprecher des Krankenhauses im Bremer Westen berichtet. Gerade bei älteren Menschen komme es häufiger vor, dass sie nicht genug Flüssigkeit zu sich nähmen. Ein deutlich erhöhtes Patientenaufkommen wegen Hitzeschäden sei bislang aber ausgeblieben.

In der Notaufnahme des Rotes-Kreuz-Krankenhauses (RKK) in der Neustadt haben die Ärzte bisher vor allem mit anderen Folgen des Sommers zu tun gehabt. „Wir hatten mehrere Patienten mit Schnittverletzungen an den Füßen; sie sind barfuß beispielsweise in Scherben oder ähnliches etwa am Werdersee getreten“, sagt RKK-Sprecherin Dorothee Weihe. Und: „Laut unserer Ärzte gibt es vermehrt Patienten, die mit bakteriellen Infektionen kommen. Keime breiten sich vermehrt bei warmen Temperaturen aus.“

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Die Infektionen hätten sich etwa an der Haut gezeigt, wobei sich beispielsweise Wunden entzündet hätten. „Es waren aber auch Patienten darunter, bei denen Lunge oder Gelenke von bakteriellen Infektionen betroffen waren.“

Hohes Fieber bis zu 40 Grad oder entzündete, rötliche Wundränder könnten Anzeichen sein. „Betroffene sollten dann unbedingt einen Arzt aufsuchen“, so die Sprecherin. Generell sollten Wunden immer desinfiziert und abgedeckt werden, um eine Entzündung zu vermeiden. Weihe: „Solche Infektionen können grundsätzlich immer vorkommen, durch die Hitze werden sie allerdings begünstigt.“

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In Bremens größter Notaufnahme am Klinikum Mitte kann deren Leiter, Chefarzt Klaus-Peter Hermes, derzeit ebenfalls noch keinen Ansturm von Hitze-Patienten feststellen. Aber: „Das sind die ersten Tage mit großer Hitze, und man merkt jetzt langsam, wie sich die Räume ordentlich aufheizen.

Unsere Befürchtung ist, dass die Welle mit Verzögerung eintritt“, so der Chefarzt. Das könnte am Wochenende eintreffen: Nach einem Donnerstag und Freitag mit Temperaturen um die 20 Grad soll es laut Deutschem Wetterdienst in Bremen am Wochenende wieder deutlich heißer werden.

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