Klinikum Mitte Die Genossen brauchen Geld

Wie soll es mit dem Bettenhaus auf dem bisherigen Gelände des Klinikums Bremen-Mitte weitergehen? Engagierte Bremerinnen und Bremer wollen mit Crowdfunding eine Machbarkeitsstudie finanzieren.
03.01.2018, 17:17
Lesedauer: 2 Min
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Von Liane Janz

Die Planung eines großen Bauprojektes kostet viel Geld. Geld, das auch die Stadtteilgenossenschaft Hulsberg nicht einfach aus dem Ärmel schütteln kann. Die Genossinnen und Genossen möchten ein soziales Großprojekt im neuen Hulsberg-Viertel umsetzen. Damit sie weiter planen können, haben sie mit Crowdfunding begonnen, dem Geldsammeln im Internet. Das Video „Das vertikale Dorf“ haben sie schon im November gedreht. Jetzt ist es online.

6000 Euro möchten die Genossen mit der Aktion mindestens zusammenbekommen. Als zweites Ziel der Kampagne steht eine Summe von 15 000 Euro, mit denen natürlich noch mehr bewegt werden könnte. Um bei der Grundstücksvergabe im Rennen zu bleiben, müssen die Genossen eine Machbarkeitsstudie erstellen, aus der die Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit des vertikalen Dorfs hervorgehen. Dafür braucht es Experten, die begutachten, prüfen und kalkulieren – das kostet so einiges.

Die Genossen sind bereits in Vorleistung getreten und haben für ihre vorherigen Planungen schon Experten beauftragt, die sich mit einem möglichen Umbau des Bettenhauses an der St.-Jürgen-Straße beschäftigen. Normalerweise laufen all diese Planungen während der sogenannten „Anhandgabe“. In dieser Phase bekommen interessierte Bauherren die Möglichkeit, sich detailliert mit einem Gebäude auseinanderzusetzen, um zu kalkulieren, ob sie Kauf und Umbau stemmen können. Und das hat Bausenator Joachim Lohse (Grüne) im Spätherbst auf einer Sitzung des Beirats Östliche Vorstadt fest zugesagt.

Auf dem Gelände des Klinikums Bremen-Mitte soll ein neues Quartier entstehen. Die Klinik zieht sich in ihren Neubau an der Bismarckstraße zurück. Dann werden rund 14 Hektar frei. Wie die gestaltet werden sollen, darum geht es seit 2011 mit weitreichender Bürgerbeteiligung. Aus diesem Kreis ging 2014 die „Initiative Stadtteilgenossenschaft Neues Hulsberg-Viertel“ hervor, die wiederum seit 2016 als Stadtteilgenossenschaft Hulsberg eingetragen ist.

Inzwischen sind 100 Leute der Genossenschaft beigetreten. Es gibt einen Vorstand, einen Aufsichtsrat und einige Kooperationspartner. Die Genossen möchten im Bettenhaus sozialen Wohnraum schaffen für Arbeitslose, Geringverdiener, Alleinerziehende, Studierende und Flüchtlinge, aber ebenso auch etwas höherpreisigen Wohnraum für besser Verdienende. Dabei sollen auch neue Wohnformen, wie das Mehrgenerationen-Wohnen, mitgedacht werden. Die Mischung mit all ihren Aspekten macht es aus. Im Erdgeschoss soll es Gewerbe geben. Beispielsweise sei ein Bauernladen der Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft denkbar. Der Verein für Innere Mission würde gern ein Nachbarschafts-Café einrichten, in dem Integration und Inklusion gelebt werden. Die Bremer Heimstiftung ist mit an Bord, weil sie einen Standort für Tages- und Kurzzeitpflege einrichten möchte. Räume für Kulturschaffende und Kunsthandwerker sowie Co-Working-Arbeitsplätze für die Kreativwirtschaft sind ebenfalls denkbar. Auf den neun Etagen des Hauses wäre genug Platz für alle.

Dafür müssen die Genossen aber weiterplanen und sich weiterhin für den Erhalt des Bettenhauses, über den noch nicht entschieden ist, einsetzen können. Das verschlingt Geld – deshalb das Crowdfunding. Bis zum 15. Februar haben sie Zeit, die Summe zusammen zu bekommen.

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