Zwischen Innenstadt und Grün Die Geschichte des Walls

Die Straße Am Wall ist ohne die Wallanlagen und deren Geschichte nicht denkbar. Ein kurzer Blick in die Historie.
05.06.2015, 07:32
Lesedauer: 1 Min
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Von wk

Die Straße Am Wall ist ohne die Wallanlagen und deren Geschichte nicht denkbar. Ein kurzer Blick in die Historie.

Die Geschichte des Walls und seiner Bebauung beginnt im Jahr 1802. Damals wurde beschlossen, die alte Befestigungsanlage an der Landseite um die Bremer Altstadt abzubauen und das Areal im Stil eines englischen Landschaftsgartens zu gestalten. Dadurch entstanden die Straßen Am Wall und Altenwall. Die Rückbau- und Gestaltungsarbeiten dauerten bis etwa 1811. Doch das Geburtsjahr der Wallanlagen wird auf das Beschlussjahr 1802 festgelegt. Ihr 200. Geburtstag im Jahr 2002 wurde bekanntlich groß gefeiert. Kunst und Kultur belebten über Wochen dieWallanlagen und die Umgebung. Viele Veranstaltungen erinnerten an die Entwicklung des Grüns, das unter Denkmalschutz steht. Zehntausende Besucher nutzten die Gelegenheit, die Wallanlagen dabei auf andere Art zu erfahren – nämlich als belebten Ort, der sich für Theater, Lesungen, Konzerte und Kunstinstallationen eignet.

Zurück zu den Anfängen: Für die Häuser, die in der neuen begehrten Lage nach der Umgestaltung, der sogenannten Entfestigung, entstehen konnten, wurde 1804 eine Bauordnung festgelegt. Rund 230 größtenteils vornehme Bürgerhäuser wurden in den Folgejahren auf der Stadtseite mit Blick in die Wallanlagen gebaut.

Herausragender Bau auf der anderen Seite – auf der Bischofsnadel-Bastion – war das zweite Bremer Stadttheater, das ab 1933 Staatstheater hieß und 1944 im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. 1841 wurde es auf dem heutigen Theaterberg als neues Schauspielhaus nach Entwürfen von Heinrich Seemann begonnen und zwei Jahre später fertig. Auf alten Bildern und Postkarten aus der Zeit ist es in seiner ganzen Pracht zu sehen.

Zu den besonderen Gebäuden entlang des Walls gehörte auch das jetzt ausgebrannte Geschäftshaus Harms am Wall, das 1911 errichtet wurde. Obwohl es nicht unter Denkmalschutz stand, ist es aus Sicht der Denkmalpfleger ein hochwertiges Zeugnis für ein Geschäftshaus der Epoche. Vor allem die Fassade mit der markanten Ornamentik und Fenstergliederung gilt als schützenswert.

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