Östliche Vorstadt

Die Geschichte

Der Steinturm – Namensgeber der Steintorstraße – wird um 1309 erbaut. Zu dieser Zeit wird ein Großteil der Fläche der Östlichen Vorstadt landwirtschaftlich genutzt und ist nur wenig besiedelt.
19.08.2016, 15:32
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Von Alexandra-Katharina Kütemeyer

Der Steinturm – Namensgeber der Steintorstraße – wird um 1309 erbaut. Zu dieser Zeit besteht die meiste Fläche der Östlichen Vorstadt aus landwirtschaftlichem und nur wenig besiedeltem Gebiet. Ein Großteil der Bauern lebt innerhalb des Dobbens.

1827 wird die Östliche Vorstadt wegen eines Deichbruchs überschwemmt. Ebenfalls im 19. Jahrhundert siedeln sich mehr und mehr Kleingewerbe an und auch die Industrie lässt sich – zunächst im kleinen Stil – in der Östlichen Vorstadt nieder.

1848 wird das Leben deutlich attraktiver gemacht, indem die Vorstädter mit den Stadtbürgern rechtlich auf eine Ebene gestellt werden. Auch die Aufhebung der Torsperre ist ein ausschlaggebender Punkt dafür, dass mehr Menschen in die Östliche Vorstadt ziehen.

Von 1850 bis 1893 sorgt der Bau des Osterdeichs dafür, dass die 1827 überschwemmten Gebiete besiedelt werden können. Insgesamt ist die Bebauung der Östlichen Vorstadt auf Einfamilienhäuser ausgerichtet, das sogenannte Bremer Haus wird „erfunden". Der Bau großer Hinterhofsiedlungen ist im Stadtteil – wie in ganz Bremen – jedoch untersagt.

1870 wird die Steintorssteinstraße umbenannt und ist den meisten Bremern heutzutage als „Vor dem Steintor“ bekannt. Von 1875 bis in die 1920er-Jahre erschließen Bauunternehmer die Östliche Vorstadt und errichten etwa 10000 Gebäude sowie ganze Straßenzüge.

Zwischen 1849 und 1851 wird das Krankenhaus St.-Jürgen-Straße errichtet, das heutzutage der größte Arbeitgeber im Stadtteil ist. 1878 beginnt die überwachte Prostitution in der Helenenstraße und 1905 wohnen in der Östlichen Vorstadt – einschließlich des Ostertors – 44836 Menschen.

1909 wird ein Sportplatz auf dem Peterswerder angelegt, 16 Jahre später folgt der Bau des Weserstadions, in dem der SV Werder Bremen 1930 einer der Hauptpächter wird. Ab 1932 wird das Stadion für Großkundgebungen der Nazis genutzt, 1945 gehört die Östliche Vorstadt zu den von Bombenangriffen weniger zerstörten Stadtteilen.

1951 dienen Teile des Stadtteils zur Bildung des neuen Stadtteils Östliche Vorstadt. Im Jahr 1960 leben dort 44568 Einwohner bis das Ostertor- und Steintorviertel 1970 mehr und mehr zu einer beliebten Wohngegend für Bremer mit einem alternativen Lebensstil wird.

„Das Viertel“ entwickelt sich über die Jahre zu einem der wichtigsten Unterhaltungs- und Kulturzentren Bremens. Die Mischung von Wohnen und Arbeiten bleibt, allerdings häufen sich auch die durch Drogenhandel und Straßenprostitution verursachten Probleme. Ab 1984 betreibt der Verein „Hal Över“ die Weserfähre zum Café Sand.

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