Arbeitgeber als Unterstützer gesucht

Die größte Gesundheitsstudie

Bremen. In diesen Tagen erhalten die großen Arbeitgeber Bremens Post in Sachen Gesundheit. Darin werden sie gebeten, Mitarbeiter für die Teilnahme an der bislang größten Gesundheitsstudie Deutschlands etwa einen halben Arbeitstag freizustellen.
11.03.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Die größte Gesundheitsstudie
Von Sabine Doll

In diesen Tagen erhalten die großen Arbeitgeber Bremens Post in Sachen Gesundheit. Darin werden sie gebeten, Mitarbeiter für die Teilnahme an der bislang größten Gesundheitsstudie Deutschlands etwa einen halben Arbeitstag freizustellen. Absender ist das Bremer Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – kurz BIPS. Ziel der Nationalen Kohorte (NAKO), so der offizielle Titel der Gesundheitsstudie, ist es, Ursachen, Risikofaktoren und Präventionsprogramme für Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz zu ermitteln. Bundesweit wurden 18 Studienorte dafür ausgewählt, einer von ihnen ist Bremen.

„Seit Studienstart im Frühjahr vergangenen Jahres haben bereits 1100 Frauen und Männer zwischen 20 und 69 Jahren daran teilgenommen“, sagt BIPS-Sprecherin Anja Wirsing. Sie erhalten einen umfassenden Gesundheitscheck, bei dem unter anderem Blutdruck, Gewicht, Größe, Lungenvolumen und mehrere Laborwerte ermittelt werden. Darüber hinaus werden sie zu Lebensstil und Vorerkrankungen befragt. Wer möchte, kann die Ergebnisse des Medizin-Checks mit einem Studienarzt besprechen und erhält einen Befundbericht.

10 000 Bremer werden befragt

Bis Anfang 2018, wenn der erste Studienabschnitt endet, sollen es 10 000 Bremer sein. Bundesweit ist eine Teilnehmerzahl von 200 000 vorgesehen. Wer zur Gesundheitsstudie eingeladen wird, entscheidet der Zufall. Auf Basis der Daten aus dem Einwohnermelderegister wählen die Forscher Stichproben aus und verschicken ihre Einladungen. Dieses Vorgehen ist notwendig, damit die Studie am Ende repräsentativ ist. Freiwillig kann sich also niemand melden.

„Im Vergleich zu den anderen Studienorten in Deutschland haben wir in Bremen einen sehr guten Start gehabt“, sagt Wirsing. „Und damit dies auch so weitergeht, bitten wir jetzt um die Unterstützung der Arbeitgeber.“ Denn: Bislang seien vor allem Bremer zwischen 50 und 69 Jahren der Einladung zum Gesundheitscheck gefolgt. Wirsing: „Untersuchung und Befragung dauern etwa zweieinhalb bis vier Stunden, was für viele Erwerbstätige eine Hemmschwelle ist.“ Das soll sich nun ändern, hoffen die Forscher.

Einen ersten großen Arbeitgeber konnten sie bereits als Unterstützer gewinnen: das Land Bremen. Nach einem Senatsbeschluss vom Januar sollen öffentlich Bedienstete, die zur Studie eingeladen wurden und daran teilnehmen wollen, für den Untersuchungszeitraum freigestellt werden. „Wenn Arbeitgeber ihre Mitarbeiter für die Teilnahme freistellen, erhöht dies erfahrungsgemäß die Bereitschaft, an solch einer Studie mitzuwirken. Dies ist wichtig für die Aussagekraft der Studienergebnisse“, sagt Wolfgang Ahrens, Mitglied im NAKO-Vorstand und Projektleiter in Bremen. Bislang hat das Institut rund 60 große Unternehmen angeschrieben.

Das Besondere an der Studie ist nicht nur die Größenordnung, sondern vor allem auch ihre Laufzeit: Über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren wollen die Forscher ermitteln, wie sich Gesundheitszustand, Risikofaktoren, Lebensstil und andere Einflüsse bei den Teilnehmern verändern. Deshalb werden sie im Abstand von mehreren Jahren zu Folgeuntersuchungen eingeladen. Befürchtungen wegen der erhobenen Gesundheitsdaten müssen die Teilnehmer laut der Forscher nicht haben, sie würden anonymisiert gespeichert.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+