Naturschutz in Bremen

„Die häufigsten Verstöße betreffen die Hundeanleinpflicht“

Seit 1995 sind ehrenamtliche Naturschutzwächter in Schutzgebieten Bremens unterwegs und melden Verstöße. Besonders die Nichteinhaltung der Anleinpflicht für Hunde ist immer wieder ein Ärgernis.
20.04.2019, 18:05
Lesedauer: 2 Min
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„Die häufigsten Verstöße betreffen die Hundeanleinpflicht“
Von Ulrike Troue

Seit wann setzt die Umweltbehörde ehrenamtliche Naturschutzwächter ein?

Antje Brendel: Seit dem 1. September 1995 gibt es die Bremer Naturschutzwacht und betreuen engagierte Bürgerinnen und Bürger zur Unterstützung der unteren Naturschutzbehörde die bremischen Natur- und Landschaftsschutzgebiete.

Welche konkrete Aufgabe füllen sie aus?

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Naturschutzwacht sind Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner draußen vor Ort in den Natur- und Landschaftsschutzgebieten Bremens. Sie klären auf, beraten und informieren über Zusammenhänge in der Natur und sehen nach dem Rechten.

Die Naturschutzwacht hat den Auftrag, Verstöße gegen naturschutzrechtliche Bestimmungen und andere Beobachtungen – zum Beispiel Betretungsverbote, Anleinpflicht, Zerstörung von Brutstätten, „wilde“ Müllablagerung –, die für Naturschutz und Landschaftspflege von Belang sind, der zuständigen Naturschutzbehörde sowie den anderen zuständigen Behörden mitzuteilen.

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Wie viele sind im Einsatz und was motiviert sie aus Ihrer Sicht?

Insgesamt engagieren sich bei der Naturschutzwacht in Bremen und Bremerhaven neun Mitarbeiter, eine Dame und acht Herren. Sie setzen sich ehrenamtlich aus Interesse für die Entwicklung „ihres“ Schutzgebietes für die Belange des Naturschutzes ein.

Welche Voraussetzungen müssen für diese ehrenamtliche Mitarbeit fürs Umweltressort mitgebracht werden?

Wünschenswert sind naturschutzfachliche Grundkenntnisse, gute Ortskenntnisse und die Bereitschaft, interessierte Bürger und vor Ort über Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege zu informieren.

Werden die Naturschutzwächter von Ihrer Behörde auf ihre Arbeit vorbereitet und unterstützt? In welcher Form?

Es finden in der Regel zweimal jährlich Treffen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Naturschutzwacht zu einem Erfahrungsaustausch und zur Information über rechtliche Änderungen und geplante Maßnahmen in den Tätigkeitsbereichen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Naturschutzwacht statt.

Was geschieht mit den Aufzeichnungen oder Rückmeldungen der Naturschutzwächter? Gibt es eine regelmäßige Auswertung?

Nein, regelmäßige Auswertungen gibt es nicht. Anregungen der Naturschutzwacht werden aber nach Möglichkeit aufgenommen und von der Unteren Naturschutzbehörde umgesetzt.

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Was sind die häufigsten Verstöße in Naturschutzgebieten?

Die häufigsten Verstöße betreffen die Anleinpflicht von Hunden, die Einhaltung von Betretungsverboten und die wilde Müllablagerung.

Was war bisher das schlimmste Vergehen?

Wirklich schlimme Vergehen hat es bislang glücklicherweise nicht gegeben.

Die Fragen stellte Ulrike Troue.

Info

Zur Person

Antje Brendel ist 1958 geboren und Diplom-Agraringenieurin. Seit November 1988 ist Brendel für Agrarumweltbelange in der Naturschutzbehörde beim Bremer Senator für Umwelt, Bau und Verkehr zuständig. Seit 2008 außerdem für die Belange der Naturschutzwacht.

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