Bremen

Die Historie in Kürze

SPD Vor zwei Jahren feierte die SPD sich selbst: ihr Bestehen seit 150 Jahren. Die Partei entwickelt sich aus dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV), der in Bremen am 6.
03.11.2016, 00:00
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Die Historie in Kürze
Von Silke Hellwig

SPD Vor zwei Jahren feierte die SPD sich selbst: ihr Bestehen seit 150 Jahren. Die Partei entwickelt sich aus dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV), der in Bremen am 6. April 1864 gegründet wird. 1875 schließt sich der ADAV mit dem Sozialdemokratischen Arbeiterverein zusammen. Der Name des neuen politischen Gebildes: Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands, kurz: SAP. Sie wird 1887 verboten, 1890 formiert sie sich neu. Um die Jahrhundertwende leidet die SPD unter massiven Flügelkämpfen. 1917 kommt es zum Bruch: die USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands) spaltet sich ab. Zudem entsteht die „Bremer Linke“. 1918 bilden sich in Bremen Arbeiter- und Soldatenräte. Die SPD wird aus den Räten verdrängt. Bei der Wahl 1919 erhalten die Sozialdemokraten mehr als 41 Prozent der Stimmen, 1920 wird das Acht-Klassen-Wahlrecht abgeschafft. Auch 1927 erreicht die SPD ein Wahlergebnis von mehr als 40 Prozent, sie wird erstmals an der Regierung beteiligt. 1930 ist sie immer noch stärkste Kraft, gefolgt von der NSDAP, die ihren Kontrahenten 1933 verbietet. 1945 gründet sich die SPD neu. Seit 1946 ist sie die stärkste Kraft in Bremen, das ist bundesweit einzigartig.

CDU Die Gründung des Landesverbands der Christdemokraten wird 1946 vom US-Militärgouverneur gestattet. Bei der ersten Wahl nach dem Zweiten Weltkrieg erringt die CDU ein Dutzend Bürgerschaftsmandate. Ihr schlechtestes Wahlergebnis bekommt sie 1951 (9,1 Prozent), ihr bestes 1999 mit 37 Prozent. An der Regierung beteiligt war die CDU von 1951 bis 1959 (zusammen mit SPD und FDP) und in einer Großen Koalition von 1995 bis 2007. Derzeit ist sie die stärkste ­Oppositionspartei.

FDP 1947 bildet sich die bremische FDP. Vier Jahre später fusioniert sie mit der liberalen Bremer Demokratischen Volkspartei (BDV), die sich schon 1945 gegründet hat und von 1946 an in der Bürgerschaft und im Senat vertreten war. Von 1951 bis 1971 ist die FDP in eine Regierungskoalition eingebunden, von 1551 bis 1559 mit Rot und Schwarz. 1991 schreiben die Liberalen mit den Sozialdemokraten und den Grünen Geschichte: Sie bilden die erste Ampel-Koalition der Bundesrepublik auf Landesebene. Das Bündnis platzt 1995; die FDP landet in der außerparlamentarischen Opposition. 2003 zieht die Partei mit einem Bremerhavener Abgeordneten wieder ein, 2007 ist sie mit fünf Abgeordneten vertreten. 2011 verabschiedet sie sich wieder aus dem Parlament. Seit 2015 hat sie sechs Mandate in der Bürgerschaft inne.

Grüne 1979 entsteht die Bremer Grüne Liste (BGL). Auf Anhieb schafft sie den Sprung ins Parlament, mit vier Abgeordneten – als erste grüne Formation in der Bundesrepublik. Ende 1979 formiert sich der Landesverband der Grünen. Seither sind sie in der Bremischen Bürgerschaft vertreten. Nach der Ampelkoalition (1991 bis 1995) drücken die Grünen für zwölf Jahre die Oppositionsbänke. Seit 2007 bilden sie mit der SPD ein Regierungsbündnis.

Linke Ein Landesverband der PDS bildet sich 1994 in Bremen, einer der WASG (Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit) im Jahr 2005. Zwei Jahre später treten PDS und WASG mit einer gemeinsamen Liste zur Wahl an. Mit sieben Abgeordneten gelingt dem Gebilde erstmals der Sprung in einen Landtag der alten Bundesländer. Zur Linkspartei verschmelzen WASG und PDS wenig später. Seit acht Jahren sind die Linken im Parlament vertreten, zurzeit mit acht Abgeordneten.

Bürger in Wut Die Wählervereinigung entsteht 2004, tritt drei Jahre später in Bremen erstmals zur Wahl an und ist mit einem Abgeordneten vertreten.

AfD Den Bremer Landesverband der Alternative für Deutschland gibt es seit 2013. Zwei Jahre später tritt die AfD bei der Wahl zur Bürgerschaft an und erringt vier Mandate. Eines dieser Mandate ist derzeit übrig geblieben.

Alfa Drei der bremischen AfD-Mitglieder im Parlament vollziehen die Spaltung der Partei auf Bundesebene mit und sitzen seither als Alfa-Vertreter in der Bremischen Bürgerschaft.

Quellen: Brückmann: Bremen - Geschichte einer Hansestadt; Schwarzwälder: Bremer Geschichte

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