Kommentar über Patientensicherheit

Die Krankenkassen sind in der Pflicht

Patienten müssen sich darauf verlassen können, dass sich Kliniken an klare Vorgaben bei riskanten Operationen halten. Diese werden aber von Kliniken unterlaufen. Das ist fahrlässig, kommentiert Sabine Doll.
03.06.2019, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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Die Krankenkassen sind in der Pflicht
Von Sabine Doll

Eine besonders komplizierte und anspruchsvolle Arbeit führt am besten derjenige aus, der sie beherrscht und oft genug leistet. Diese schlichte Formel für professionelle Routine und Qualität gilt zum Beispiel im Handwerk – sie gilt aber erst recht dort, wo es um die Gesundheit und das Leben von Patienten geht. Gut also, dass es sogenannte Mindestmengen für besonders riskante Operationen in Krankenhäusern gibt.

Schlecht für die Patienten, wenn diese nicht erreicht werden – aber trotzdem operiert wird. Zahlreiche Studien haben den Zusammenhang zwischen Routine, Erfahrung und der Behandlungsqualität im OP klar und deutlich belegt. Patienten müssen sich darauf verlassen können, dass sich Krankenhäuser an diese Vorgaben halten und dass Verfehlungen entsprechend hart sanktioniert werden. Hier sind vor allem die Krankenkassen in der Pflicht.

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Kein Chirurg würde – wenn es ihn betrifft – in ein Krankenhaus gehen, in dem ein Eingriff nur zwei oder dreimal im Jahr vorgenommen wird. Dieser Maßstab muss auch für jeden Patienten gelten - und zwar zu hundert Prozent. Alles andere ist fahrlässig und gefährdet im schlimmsten Fall sogar das Leben von Patienten.

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